Türkischer Fußball

1:2 auf Island – Erste Pleite für die Türkei!

Nach drei Siegen in der EM-Qualifikationsgruppe H ohne Gegentor musste sich die Türkei auf Island knapp mit 1:2 geschlagen geben. Matchwinner in Reykjavik war am Ende Ragnur Sigurdsson, der beide Tore für die Hausherren erzielte. In den Parallelspielen schlug Albanien Moldawien mit 2:0, Frankreich hatte beim 4:0 gegen Andorra hingegen keine Mühe. Die erste Niederlage der Türkei macht das Rennen in der Gruppe H wieder hochspannend. Frankreich, Island und die Türkei stehen nach vier Spieltagen mit neun Punkten auf den oberen Tabellenplätzen, dicht gefolgt von Albanien (sechs Punkte). Für Moldawien (drei Punkte) und Andorra (null Punkte) ist die EM-Teilnahme bereits in weite Ferne gerückt.

Island führt früh mit 2:0 – wichtiger Anschlusstreffer von Toköz

Die Isländer überließen den Türken zunächst den Ball und beschränkten sich darauf, mit langen Bällen hinter die Kette die gegnerische Abwehr zu fordern. Doch die Gäste konnten mit knapp 70 Prozent Ballbesitz zunächst wenig anfangen, so dass die Hausherren immer selbstbewusster wurden und auch zu Torabschlüssen kamen. Eine Freistoßhereingabe von Gudmundsson von halbrechts bescherte Island schließlich die Führung durch Ragnar Sigurdsson (21.). Die Türken zeigten sich vom Rückstand merklich beeindruckt und konnten sich in den Folgeminuten bei Keeper Mert Günok bedanken, dass das Ergebnis nicht höher ausfiel. Beim zweiten Treffer von Sigurdsson (31.), der eine Ecken-Verlängerung von Bjarnason zum 2:0 einköpfte, war aber auch der Basaksehir-Keeper machtlos. Auch der dritte Treffer im Laugardalsvöllur-Stadion fiel nach einem ruhenden Ball: Die bis dato überaus harmlosen Gäste verkürzten nach einer Ecke von Irfan Can Kahveci durch einen wuchtigen Kopfball von Dorukhan Toköz (40.) auf 1:2. Der Anschlusstreffer der Rot-Weißen war zugleich der erste Länderspieltreffer des 23-jährigen Mittelfeldspielers von Besiktas.

Türkei zu harmlos vor dem gegnerischen Tor

Senol Günes brachte unmittelbar nach dem Seitenwechsel Yusuf Yazici für den schwachen Kenan Karaman, doch auch der Trabzonspor-Youngster konnte dem Türken-Mittelfeld keine Struktur verleihen. Auf der Gegenseite beschränkten sich die Isländer nicht darauf das knappe 2:1 zu verteidigen und beschäftigten die Türkei immer wieder in deren eigener Hälfte. Erst nach der Einwechslung von Abdülkadir Ömür konnte die „Milli Takim“ etwas Druck erzeugen und die Gastgeber einkesseln. Torchancen blieben jedoch weiterhin Mangelware. Zunächst wurden die Türken durch einen Weitschuss von Yazici gefährlich, anschließend drosch Merih Demiral den Ball freistehend vor Keeper Halldorsson weit über das Tor. In der Schlussviertelstunde warf die Günes-Elf alles nach vorne, doch ohne die nötige Torgefahr vor dem gegnerischen Kasten hoffte man vergeblich auf den Ausgleich.

Aufstellungen

Island: Halldorsson, Hermannsson, Arnason, Ragnar Sigurdsson, Skulason (69. Magnusson), Gudmundsson (80. Traustason), Hallfredsson, Gunnarsson, Bjarnason, Gylfi Sigurdsson, Bödvarsson (64. Sigthorsson)

Türkei: Mert Günok, Zeki Çelik, Kaan Ayhan, Merih Demiral, Hasan Ali Kaldırım, Dorukhan Toköz (85. Güven Yalçın), Ozan Tufan, Hakan Çalhanoğlu, İrfan Can Kahveci (63. Abdülkadir Ömür), Kenan Karaman (46. Yusuf Yazıcı), Burak Yılmaz

Tore: 1:0 Ragnar Sigurdsson (21.), 2:0 Ragnar Sigurdsson (31.), 2:1 Toköz (40.)

Gelbe Karten: Hallfredsson, Bjarnason (Island) – Dorukhan Toköz, Burak Yılmaz, Kaan Ayhan, Zeki Çelik (Türkei)

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Erdem Ufak

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5 Kommentare

  1. Avatar
    12. Juni 2019 um 18:46 —

    Genau das habe ich leider erwartet. Die Isländer sind einfach verdammt zweikampfstark und rennen wie Pferde. Und das wurde uns zum Verhängnis. Wir haben nur einen Schuss auf das Tor abgegeben und der war drin. Die Statistik kann einen echt täuschen, wir hatten gefühlt 90% Ballbesitz und konnten daraus kein Kapital schlagen. Auch Senol konnte dieses Bollwerk nicht knacken.
    Mit einem Sieg hätten wir den 2. Platz so gut wie sicher. Jetzt dürfen wir uns keinen Patzer, außer gegen Frankreich leisten. Island müssen wir dann zu Hause besiegen und dann hoffentlich mit Plan A bis C.

  2. Avatar
    11. Juni 2019 um 23:10 —

    Die 6,5 Stündige Passkontrolle und die Klobürste haben eindeutig mitgeholfen.
    Egal scheiß drauf.

    Ich verlange das die Kontrolle der Isländischen Mannschaft in der Türkei mindestens 7 Stunden andauert, Sicherheit geht nun Mal vor.
    Richtig ?

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      12. Juni 2019 um 10:25 —

      Nein, die Passkontrolle und Klobürste hatten nichts mit der Niederlage zu tun.
      Die Schuld liegt eindeutig bei Senol Günes. Er gibt die Taktik vor. Man hat gesehen welche Taktik gewählt wurde… Hohe Bälle ausm Mittelfeld zum Stürmer… bei allem Respekt, gegen die Isländer kann sowas nicht klappen! Die sind viel zu Zweikampfstark…
      Der müsste aufs Mittelfeld setzen. Was ein Ozan Tufan da zu tun hatte verstehe ich nicht…
      Die Türken waren einfach viel zu schwach…

      Naja, wir sind dennoch im Vorteil… haben die zwei wichtigen spiele gegen Albanien und Island schon auswärts gespielt und spielen gegen diese Teams nun Heim. Island muss nach Albanien und zu uns, von daher sind wir klar im Vorteil, was aber nicht viel heißen muss…

      Ich bin gegen eine lange passkontrolle, sonst wird wieder viel zu viel Hass geschnürt, und zu viel Emotion kann bei den Türken nach hinten los gehen und die Isländer zusätzlich motivieren…

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        12. Juni 2019 um 12:37 —

        Sehe ich auch so, das wäre viel zu einfach das jetzt alles auf die Passkontrolle zu schieben. Man hat gestern eindeutig die falsche Taktik gewählt. Diese hohen langen Bälle waren total falsch die Isländer sind sehr Kopfball stark, außerdem hat man in den Begegnungen gemerkt das die Isländer insbesondere gegen schnelle quirlige Spieler ihre Probleme haben und diese oft nur durch Fouls stoppen können. Man hätte mit schnellen Flügelspielern beginnen müssen außerdem hätte ich einen Burak viel früher ausgewechselt.ein Hakan Çalhanoğlu war gestern total fehl am Platz zudem ist er kein Flügelspieler er ist am besten aufgehoben im OM wo er freiräume hat und auch mal zum Abschluss kommt.

        Neben der falschen Taktik wirkten die Spieler aber auch nicht wirklich auf der Höhe denke da war man immer noch auf Wolke 7 wegen dem Sieg gegen Frankreich. Und nicht wirklich bei der Sache nun muss man aufjedenfall zuhause gegen Island und Albanien gewinnen auch die Spiele gegen Moldawien und Andorra dann haben wir den 2.platz sicher

  3. Avatar
    11. Juni 2019 um 23:09 —

    Richtig schlecht gespielt, ideenlos und einfallslos. Man weiß doch genau was einen in Island erwartet, dass man da einfach nicht adäquat auftreten kann erschließt sich mir einfach nicht. Man wusste überhaupt nichts mit dem Ball anzufangen. In meinen Augen war der Sieg gegen Frankreich Augenwischerei weil uns die Franzosen nicht ernst genommen haben. Heute kam man wieder auf den Boden der Tatsachen.

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