Süper Lig

Immer weniger TV-Gelder: Türkische Klubs könnten große finanzielle Probleme bekommen

Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Klubs aus der Türkei in nächster Zeit akute finanzielle Probleme bekommen könnten. Neben dem Verfall der türkischen Lira gegenüber anderer Währungen und der hohen Inflation des Bosporusstaats droht das Ausbleiben von Fernsehgeldern die Klubs und die ganze Liga in Schieflage zu bringen.

In den Medien wird schon vom finanziellen Ruin der Topmannschaften gesprochen. Dieser könnte die Folge der Annullierung der Ausschreibung der Fernsehgelder sein. Diese wurde kürzlich zurückgezogen, nachdem die Gebote deutlich unter den Erwartungen der türkischen Fußballföderation (TFF) blieben. Die aktuellen Inhaber der Rechte, BeIN Media Group und Digiturk, hatten etwa 150 Millionen US-Dollar für die Rechte geboten.

In einem offiziellen Statement der TFF heißt es, „da die gebotene Summe geringer als die für Übertragungsrechte der Saison 2021-2022 sei, könne das Angebot nicht angenommen werden“. Die türkischen Klubs bestätigen die Aussagen ihres Fußballbundes und stehen hinter der Entscheidung ihres Dachverbandes, obwohl diese den Vereinen im schlimmsten Falle viel Geld kosten könnte.

Medienberichten zufolge soll das katarische Unternehmen BeIN Media Group nun erwägen, für die Übertragungsrechte von etwa der Hälfte der Spiele der Saison 2022-2023 ein Gebot abzugeben. Im Raum stehen ungefähr 810 Million Lira, was beim aktuellen Kurs der türkischen Landeswährung etwas mehr als 57 Millionen US-Dollar entspräche. Dieses wäre natürlich nur ein Bruchteil des vom Verband anvisierten Geldes, könnte dem türkischen Fußball aber vor dem Ausverkauf bewahren.

In den letzten Jahren ist der türkische Fußball im internationalen Vergleich etwas abgerutscht. Während zu goldenen Zeiten der Süper Lig die Topteams immer wieder mit hoch dotierten Angeboten alternde Topstars mit viel Strahlkraft in die Liga locken konnten, sitzt das Geld aktuell nicht so locker. So wird aktuell vermehrt auf junge einheimische Profis gesetzt. Zwar könnte die Nationalmannschaft, die es unter dem deutschen Trainer Stefan Kuntz in die WM-Playoffs geschafft hat, davon profitieren, doch stehen die Vereine dadurch im internationalen Vergleich etwas schwächer dar. Auch dieses Jahr ist keiner der Topvereine weit gekommen. Tabellenführer Trabzonspor, dem laut Sportwettenexperten bwin die Meisterschaft kaum noch zu nehmen ist, flog schon früh aus dem Europapokal. Nur noch Galatasaray ist in der Europa League vertreten, muss aber in der nächsten Runde mit dem FC Barcelona gegen einen der Topfavoriten antreten. So ist es auch schon einige Jahre her, dass ein türkischer Verein in der Champions League oder Europa League für Furore gesorgt hat.

Bleiben die Fernsehgelder für die kommende Saison aus oder weit unter der von den türkischen Vereinen erwarteten Summe, könnte dies zu großen Problemen und einer Neuordnung im türkischen Fußball führen. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch Unternehmen finden, die gewillt sind, die Rechte zu kaufen und somit dem türkischen Fußball durch eine schwere Zeit zu helfen.


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2 Kommentare

  1. 6. März 2022 um 15:13

    Das letzte Angebot von 500 Millionen Dollar von beINs Sports war für die türkischen Süperlig viel zu hoch und zu keinem Zeitpunkt gerechtfertigt, das hat auch der Rechteinhaber irgendwann mal eingesehen und seine Zahlungen in den letzten Jahren Stück für Stück gekürzt.

    Das Produkt türkische Süperlig ist total überhyped, in allen Bereichen wie Spielfluss, Tempo, Attraktivität, Schiedsrichterentscheidungen und etc. im Vergleich zu allen anderen europäischen Ligen hinken sie um Lichtjahre hinterher, also wer soll dafür noch freiwillig soviel Geld bezahlen?

    In der türkischen Süperlig gibts keine guten Fussballer, mir fällt jedenfalls kein einziger Name dazu ein, also gibts für 0815 Fussballer auch kein Geld mehr. Und die Entscheidung die AR im nächsten Jahr zu verschärfen trägt doch auch nicht gerade dazu bei einen höheren TV Vertrag auszuhandeln oder?

  2. 6. März 2022 um 10:18

    Macht einfach den gesamten türkischen Fußball zu