Besiktas

Transfers: Haben jetzt die Banken bei Besiktas das Sagen?

Eine für Fans schockierende Spekulation. Haben nach der Umschuldung die Banken bei den Besiktas-Transfers das letzte Wort? Vor wenigen Tagen erst unterzeichnete der 15-malige türkische Fußballmeister eine Vereinbarung zur Umschuldung seiner Verbindlichkeiten mit dem Konsortium bestehend aus Ziraat Bank, Aktif Bank, Denizbank und Halk Faktoring.

Banken: Erst Geldgeber und jetzt Entscheidungstreffer?

Demnach handelt es sich um eine fünfjährige Vereinbarung, im Zuge dessen Besiktas die ersten beiden Jahre keine Rückzahlungen des Stammkapitals zu leisten hat. Für die restliche Laufzeit ist ein spezieller Finanzierungsplan vorgesehen. Nach der Übereinkunft konnte der Besiktas-Vorstand über eine Summe von 290 Millionen TL (circa 45,6 Millionen Euro) frei verfügen, mit dessen Hilfe ausstehende Personalkosten und Spielergehälter, die sich seit Monaten angesammelt haben, endlich ausgezahlt werden konnten.

Die Kehrseite der Medaille könnte für Besiktas und die BJK-Anhängerschaft weitaus unerfreulicher aussehen. Denn wie diverse Berichte besagen, würden die Banken aufgrund der Schuldensituation und der gewährten Hilfestellung in Sachen Transfers womöglich das letzte Wort haben. Dies hieße, dass jeder Spielerwechsel vor dem Vollzug einem finalen, finanziellen OK der Banken bedarf. Sollten diese nicht zustimmen, müsste Besiktas die geplanten Transfers folglich abblasen.

Ahmet Ürkmezgils Statement wirft Fragen auf

BJK-Vorstandsmitglied befeuert Transferhemmnis-Theorie

Dieser Umstand würde dem Vorstand der Schwarz-Weißen erheblich den wirtschaftlichen Handlungsspielraum bei Verhandlungen nehmen und mitunter die Hände fesseln, da die entscheidende Beschlussfähigkeit nun nicht mehr beim Präsidium liegen würde. Diese Spekulationen wurden von Vereinsseite bislang weder kommentiert noch dementiert.

Schlimmer noch. Die Aussagen von BJK-Vorstandsmitglied Ahmet Ürkmezgil unter der Woche im Rahmen der Spielplan-Auslosung der Süper Lig-Saison 2019/20 (GazeteFutbol berichtete) heizten die Spekulationen noch viel mehr an und stützten direkt die Banken-These: „Ich sage, dass andere Transfers schwer werden. Es ist nicht leicht Transfers in solch einer angespannten finanziellen Situation zu tätigen. Nach der Vereinbarung, die wir mit der Banken-Vereinigung unterzeichnet haben, denke ich nicht, dass wir solch einen Luxus haben werden. Unsere Transferaktivitäten könnten nach den Verpflichtungen von Boyd und Vitor Hugo beendet sein. Eventuell holen wir noch einen jungen Spieler. Aber einen spektakulären Transfer wird es nicht geben“, sagte Ürkmezgil gegenüber “TRT Spor”.

Warum lehnen Galatasaray und Fenerbahce die Vereinbarung ab?

Diese Aussagen von Ürkmezgil bekommen noch mehr Gewicht, wenn man weitere Medienberichte berücksichtigt. Demnach hat nur Trabzonspor von den “vier großen türkischen Klubs” ebenfalls einer Umschuldungsvereinbarung zugestimmt und diese unterschrieben. Galatasaray und Fenerbahce haben jedoch abgelehnt. Grund sei eben diese Transfer-Beschränkung durch die Banken, der man sich dann ebenfalls ausgesetzt gesehen hätte. Bis dato fehlt es an offiziellen Statements, die diese Spekulationen bestätigen oder zurückweisen. Die Indizien und Aussagen hingegen unterstreichen die Meldungen recht deutlich.

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Anil P. Polat

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Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

3 Kommentare

  1. Avatar
    22. Juli 2019 um 15:30 —

    Game Over Türk Futbolu.

    GS wirft jedes Jahr seine Champions League Einnahmen aus dem Fenster und wird nur noch europäisch abgeschlachtet, Sikret Orman kann nur Sprüche klopfen und sucht die Nähe zu Holtby, Ali muss zum ersten Mal Verantwortung in seinem Leben tragen und gründet den ersten legalen Bettelklub der Welt.

  2. Avatar
    22. Juli 2019 um 14:33 —

    Dieser Artikel zeigt einfach, was in der Türkischen Sport Berichterstattung schief läuft.
    Wenn ein Verein, Gelder die sich nicht haben mit beiden Händen aus den Fenser wirft, wird dies durch die Türkischen Medien gefeiert.
    Arbeitet ein Verein aktiv daran ihre Schulden zu senken, Personalkosten zu verringern und schwarze Zahlen zu schreiben, hauen die Medien auf einen drauf.

    “Denn wie diverse Berichte besagen, würden die Banken aufgrund der Schuldensituation und der gewährten Hilfestellung in Sachen Transfers womöglich das letzte Wort haben. Dies hieße, dass jeder Spielerwechsel vor dem Vollzug einem finalen, finanziellen OK der Banken bedarf. Sollten diese nicht zustimmen, müsste Besiktas die geplanten Transfers folglich abblasen.”

    Diese Aussagen hier sind so dämlich, man kann sich da nur an den Kopf fassen.
    So, es gab eine Umschuldung, die dafür sorgt, dass die Zinslast für uns verringert wird, plus ein Auszahlung von 45 mio Euro, bei denen wir zu moderaten Konditionen nach 2 Jahren mit dem Abbezahlen anfangen müssen.
    Zum Thema, dass die Banken das letze Wort bei den Transfers haben,..
    Es geht hier nur darum, dass nur Gelder ausgegeben werden, die man auch vorher erwirtschaftet hat. Beispiel, hast du ein Transferbudget von 8 mio, kannst du keine Spieler für 20 mio kaufen, da legt die Bank ihr Veto ein. Was vollkommen in Ordnung ist, jeder Verein sollte so wirtschaften. Besiktas mach seit Jahren nichts anderes.

    Eine Sache, die hier nicht erwähnt wird, was lustigerweise tatsächlich die Größte Einschränkung bei Besiktas sein wird, ist dass wir die gesamten Personalkosten auf ca. 45 mio beschränken dürfen. Ich kenne jetzt nicht exakt die Personal Kosten, aber das ist auf jeden Fall machbar.

    “Ahmet Ürkmezgils Statement wirft Fragen auf”

    Was für Fragen, werden denn die Aussagen auf?
    Alles was Herr Ürkmezgil gesagt hat war, dass aufgrund der begrenzten Personalkosten, Transfers wie die von z.B. Pepe oder Negredo, die jeweils knapp 5 mio verdient haben in Zukunft nicht mehr möglich sein werden.
    Wisst ihr was, ich finde das super. Ich will keine spektakulären Transfer haben. Wir brauchen diese spektakulären Transfers nicht.
    Ich will Spieler wie Kerim Alici (21, Altinordu), Mert Müldür (20, R.Wien), Umut Meras (23, Bursaspor) Salih Özcan (21, Köln) Mehmet Özcan (20, Eskisehir), Ferdi Kadioglu (19, Fenerbahce) Anderson Esiti (25, KAA Gent), Bryan Dabo (27, AC Florenz) …
    und das höhste der Gefühle wäre ein Trezeguet Transfer.
    Das sind alles Spieler die nicht viel kosten, relativ jung sind und in Zukunft gewinnbringend weiter verkauft werden kann.
    Wir haben letzen Sommer keinen Altstar verpflichet und haben trotzdem die meisten Trikots in der Süper Lig verkauft. Es geht auch ohne diese alten Geldfresser.

    Zur Thematik, dass Galatasaray und Fenerbahce hier abgelehnt haben. Das war keine Sache von wollen, eher eine Sache von können.
    Sowohl Galatsaray und Fenerbache haben, im Gegensatz zu Besiktas FFP-Strafauflagen.
    Beide Vereine sind nicht in der Lage ihre Auflagen zu erfüllen. Galatasaray musste letzen Sommer knapp 40% ihrer Champions League Einnahmen an die Uefa abtreten. Wie sollten diese Beiden Teams zusätzlich noch die Bank Auflagen erfüllen?
    Galatasaray schafft es nichtmal die von der Uefa geforderten 65 mio Euro Personalkosten einzuhalten, da wäre eine Senkung auf 45 mio einfach im Bereich von Science Fiction.

    Jetzt müsst ihr mal überlegen, mit diesen Bank-Auflagen wären für Fener und Galatasaray nicht mal mehr FFP Konforme Transfer, die zwar ablösefrei, jedoch durch große Handgelder realisierten Transfers mehr möglich.
    Ein Babel mit seinem Millionen Handgeld, oder ein Max Kruse, der 6 mio Euro (!!!) auf dei Hand kassiert hat, wären nicht möglich gewesen.

    Besiktas ist in der Türkei, der einzige Verein der seine Schuldenstand senkt. Nochmal für all die Ahnungslosen, die fragen, was unser Yönetim mit den Gewinnen macht.
    Schuldenstand Sommer 2018: ca. 400 mio Euro
    Schuldenstand Sommer 2019: ca. 360 mio Euro
    Man darf auch nicht vergessen, dass man erstmal die Zinsen abbezahlen muss, bevor man überhaupt was für den Schuldenberg noch übrig hat.
    Durch solch eine Umschuldung, wird der Prozess des Schuldenabbaus für die Zukunft noch beschleunigt.
    Ich persönliche finde es gut. Dieses ganze mehr ausgeben, als man eigentlich besitzt, führt nur dazu, dass der Türkische Fußball langsam am sterben ist.

  3. Avatar
    21. Juli 2019 um 15:37 —

    Derjenige der das Geld hat hat das Sagen, das war in der gesamten Menschheitsgeschichte schon immer so, warum sollte das bei BJK plötzlich anders sein?

    Der Spruch “Geld regiert die Welt” kommt doch nicht von ungefähr oder?

    Wenn BJK so einen Knebelvertrag mit den türkischen Finanzinstituten abgeschlossen hat, dann müssen sie finanziell in einer äußerst aussichtslosen und prikären Situation sein, anders kann ich mir das nicht erklären.

    Ich schreibe es hier nochmal rein, was ist den mit den vielen CL Millionen passiert Hr. Orman, gibts dazu auch mal eine Antwort oder was?

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