Türkischer Fußball

Senol Günes: „Unser gemeinsamer Traum ist das Finale“

In einer Pressekonferenz äußerte sich Nationaltrainer Senol Günes zu seinen Zielen bei der kommenden Europameisterschaft, zudem auch zu den Personalien rund um Merih Demiral, Cenk Tosun und Oguzhan Özyakup.

Senol Günes über …
… sein Ziel bei der Europameisterschaft:

„Ich kann nicht sagen, ob wir die Gruppe überstehen oder nicht. Allerdings habe ich einen Traum, den viele andere sicherlich mit mir teilen. Und zwar das Erreichen des Finales. Das sollte unser gemeinsamer Traum sein. Wir haben uns gemeinsam auf diesen Weg begeben, zusammengearbeitet und haben es zusammen geschafft, die EM-Endrunde zu erreichen. Ein Ende beziehungsweise ein Ergebnis bedeutet auch gleichzeitig ein Neuanfang. Wir sind wegen des Endes der Qualifikation hier, gleichzeitig beginnt aber auch der nächste Schritt.“

… Yildirim Demirören und Fikret Orman:

„Wir haben hier angefangen, als Yildirm Demirören Verbandspräsident war. Nun arbeiten wir mit Nihat Özdemir zusammen. Ich danke dem vorherigen Vorstand dafür, dass sie mir diesen Posten gegeben haben. Damals waren viele dagegen, dass ich zwei Mannschaften gleichzeitig trainiere, dennoch hat alles gut funktioniert. Ich bedanke mich auch beim damaligen Besiktas-Präsidenten Fikret Orman.“

… die Probleme zu Beginn seiner Amtszeit:

„In der Nations League waren wir von der Liga B in die Liga C abgestiegen, in der FIFA Weltrangliste befanden wir uns auf dem 41. Platz. Das türkische Volk wollte nicht mehr zu den Länderspielen kommen, die Nationalmannschaft hatte keine positive Ausstrahlung mehr. Ich denke, dass wir dies nun alles bewältigt haben. Wir standen im nahen Kontakt zu den Vereinen, haben uns alle Meinungen angehört. Das werden wir weiterhin machen. Wir haben neue und alte Spieler zusammengetan. Emre [Belözoglu] und Burak [Yilmaz] haben sich hier wie echte Vorbilder verhalten. Sie haben Lösungen für die Probleme gesucht, statt ständig nur auf diese zu zeigen. Wenn man sich auf der Lösungssuche nur beschwert, kommt man nicht weiter.“

… Recep Tayyip Erdogan, die türkischen Fans und Anatolien:

„Auch unser Präsident ist ein Anhänger. Wir haben seine Emotionen beim Andorra-Spiel gesehen. Auch der mächtigste Mann der Türkei teilt in so einem Moment die selben Gefühle wie wir. Er hat für mich einen besonderen Platz. Unser Ministerpräsident, ich und auch sie sind alle Anhänger. Jeder hat Applaus verdient. Sie haben uns drinnen sowie draußen unterstützt. Die Zuschauer in Anatolien haben uns enorm unterstützt. Wir werden dahin zurückkehren. Das ist der Ort, an dem wir geboren sind. Wir haben auch in Istanbul gespielt. Es waren schwierige Spiele, aber die Anhänger haben uns nicht enttäuscht. Ich habe gesehen, dass die Leute auf den Tribünen das gleiche gedacht und gefühlt haben wie ich in diesen Momenten. Das 1:1-Remis im Stade de France hatte einen ganz besonderen Stellenwert für mich, da die Hälfte der Leute im Stadion Türken waren.“

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… die Bedeutung des Fußballs:

„Manchmal irritiert einen das Ergebnis. Wir haben versucht, das Land zusammenzuhalten. Fußball kann uns zusammenschweißen. Wir hatten viele Probleme und mussten unsere Defizite ausgleichen. Wir versuchen weiterhin, den Horizont des türkischen Fußballs zu erweitern. Die heutigen Ergebnisse stellen keine Garantie für morgen dar. Wir werden weiterhin versuchen, den jungen Spielern Chancen und Zeit zu geben und diejenigen, die uns unterstützen, auch unterstützen. Wir müssen noch näher zusammenrücken und einander besser verstehen. Wir möchten an allen Turnieren teilnehmen.“

… die Gegner in der EM-Gruppenphase:

„Unsere Gegner sind Italien, Schweiz und Wales. Die Schweiz hat sich als Gruppenerster, Wales als Gruppenzweiter qualifiziert. In der Gruppe gibt es keine schwache Mannschaft. Ich denke, wir können gegen alle erfolgreich sein. Selbst wenn wir eine Todesgruppe erwischt hätten, würde ich das selbe fühlen und denken. Unsere Gegner haben einen Altersdurchschnitt von 25 Jahren. Petkovic und Roberto Mancini kennen wir, sie kennen uns aber auch. Ich denke, dass es schöne Spiele sein werden. Das Eröffnungsspiel stellt eine besondere Chance dar, uns zu beweisen. Ich werde nichts machen, die Spieler werden von sich aus motiviert genug sein.“

… die Vorbereitung auf das Turnier:

„Wir werden im März zwei Spiele gegen Slowenien und Österreich bestreiten. Schließlich folgen noch jeweils zwei Spiele im Mai und im Juni. Das Trainingscamp beginnt mit dem Saisonende Mitte Mai. Selbst wenn dies meine letzte Zeit als Nationaltrainer sein sollte, möchte ich versuchen, der Nationalmannschaft langfristige Impulse mitzugeben. Ich denke, dass wir bei der Europameisterschaft erfolgreich sein werden, wir denken positiv. Es muss das Jahr der Nationalmannschaft werden. Dafür ist ein Kuchen mit meiner Figur darauf vorbereitet worden. Es gibt keine schönere Prämie als das, dennoch gibt uns der Präsident eine Prämie.”

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… die Gründe für die schwache Leistung gegen Island:

„Im Vordergrund steht der Wille. Ich habe mir einige Aussagen von mir angesehen und manchmal wirken die Sachen, die ich sage, sehr dumm. Man muss kein Wahrsager sein, Frankreich ist das bessere Team als wir. Wir werden analysieren, wie wir gegen Frankreich gespielt haben. Der Grund wieso wir gegen Island so schlecht gespielt haben, sind die Reisen. Wenn man beispielsweise das Heim- mit dem Rückspiel gegen Albanien vergleicht, sieht man den Unterschied. Auch wenn das Wetter gut war, hat sogar der spätere Sonnenuntergang unsere Leistung beeinflusst. Es gibt Spiele, in denen wir Fehler gemacht haben, aber das waren Spiele, in denen wir das Spiel gemacht haben. Den Punktverlust gegen Island akzeptiere ich. Die Leistung unseres Teams passt sich dem Gegner an. Aber wenn wir uns schwer mit einem Gegner tun, bleiben wir diszipliniert. Das ist wichtig für den türkischen Fußball.“

… die Favoritenrolle Italiens:

„Manchmal verlieren die Favoriten. Wir haben zwei schwierige Spiele gegen Albanien und Andorra gehabt. Die Freude über den Treffer gegen Andorra war größer als der zweite Treffer gegen Frankreich.Das Spiel gegen Italien müssen wir differenziert betrachten. Das kann man gewinnen, aber auch verlieren. Dies wird sicherlich so sein wie das Spiel gegen Brasilien. Die anderen beiden Spiele sind umso wichtiger, da dies Gegner in unserem Kaliber sind. Wir haben alle eine Aufgabe. Das Wichtige ist, die Gruppe zu überstehen.“

… die Zusammenstellung des Kaders:

„Gegen tiefstehende Teams müssen wir gefährlicher vor dem gegnerischen Tor sein. Dafür haben wir einen Kader, der gut genug ist. Ich werde versuchen, auf die Spieler zurückzugreifen, die in einer guten Form sind. Es gibt keine Garantien. In den Jugendnationalmannschaften gibt es interessante Spieler. Einige haben sich aber für eine andere Mannschaft entschieden, aber bisher nur Testspiele bestritten. Vielleicht entscheiden sich einige noch um.“

… die Wichtigkeit des Spiels gegen Wales:

„Der Gegner muss vom gespielten Fußball überrascht werden. Natürlich werden wir gegen Italien alles versuchen, aber das Spiel gegen Wales ist für uns viel wichtiger. Schauen Sie sich an, wie Andorra uns gefordert hat und wie schwer wir uns getan haben. Hoffentlich holen wir alle Punkte. Ich denke, dass sechs Punkte zum Überstehen der Gruppe reichen werden.“

… die Tatsache, dass viele Teams sich vor der Türkei in ihrer Gruppe gescheut haben:

„Wenn sie denken, dass wir guten Fußball spielen, dann zeigt dies, dass wir gute Arbeit geleistet haben. Wir versuchen unsere eigene Spielphilosophie in jedem Spiel aufzuzeigen. Dafür haben wir das nötige Talent. Wir können auf vieles zurückgreifen, allerdings herrscht bei uns auch ein Chaos. Manchmal verlieren wir das Wesentliche aus den Augen. Wir sind im Fußball und auch in vielen anderen Bereichen hinter den europäischen Staaten anzusiedeln. Wenn wir organisierter an die Sachen herangehen und uns in einigen Punkten verändern würden, würde jeder uns als Gegner vermeiden wollen.“

… die Ungeduld der türkischen Fußballwelt:

„Wir werden unsere Jugendabteilungen verbessern. Ich möchte alle folgenden Testspiele gewinnen und anschließend die Gruppenphase überstehen. Das gleiche hatte ich damals auch bei der WM gesagt. Man warf mir vor, dass ich keine Vision und keine Ziele hätte. Ich habe damals schon gesagt, dass, wenn man eine Stufe der Leiter auslässt, hinfällt. Es gibt niemanden, der ständig nur aufsteigt. Das ist ein Auf- und Ab. Dafür braucht man Geduld. Zunächst ist es wichtig, die erste Stufe der Leiter zu meistern. Anschließend können wir es nach ganz oben schaffen.“

… die fehlende Spielpraxis von Merih Demiral, Cenk Tosun und Oguzhan Özyakup:

„Obwohl Merih einer der besten Spieler bei uns ist, spielt er fast nie bei seinem Klub. Caglar [Söyüncü] hat vorher ebenfalls nie gespielt und ist jetzt auch einer der besten. Bei Ozan Kabak werden wir sehen, was sich ändern wird. Diese Spieler zeigen Fortschritte und entwickeln sich weiter. Auch Cenk Tosun ist einer von ihnen. Oguzhan Özyakup kann ich aber nicht verstehen. Man muss dort spielen, wo man in Ruhe spielen kann. An dem Ort, an dem man spielt, muss man glücklich sein. Mit der Denkweise, sein Geld zu verdienen und nicht zu spielen, kommt man nicht weiter. Caglar spielt jetzt in jedem Spiel. Ich war ein Jahr nicht im Kader, anschließend habe ich 19 Jahre am Stück gespielt.“

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Burak Aras

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