Türkischer Fußball

Senol Günes hofft auf sechs Punkte gegen Andorra und Moldawien

Nächste Woche trifft die türkische Nationalmannschaft in der EM-Qualifikationsgruppe H binnen weniger Tage auf Andorra und Moldawien. Vor den wichtigen Partien stand Nationaltrainer Senol Günes vor der Presse Rede und Antwort. Die Devise des erfahrenen Lehrmeisters ist klar: Sechs Punkte. Im Anschluss soll dann ein weiterer Dreier gegen Albanien her, damit Mond und Stern ein entscheidendes Endspiel um den Gruppensieg gegen Frankreich im Oktober bestreiten kann. Das Urgestein bekundete zu Beginn seiner Pressekonferenz den Nationalteams im  Herrenbasketball und Frauenvolleyball seine Erfolgswünsche für die aktuellen Turniere: „Sport und Kunst sind die Bereiche des Lebens, in welchen eine Gesellschaft atmen kann. Deshalb wünsche ich allen Mannschaften mit dem Mond und Stern auf der Brust, dass sie den Erwartungen gerecht werden können.“

Günes: „Okay Yokuslu ist verletzt!“

Grundsätzlich stehe der Einheitsgedanke für den 67-Jährigen im Vordergrund: „Wir wollen erfolgreich sein und den Erfolg teilen. Egal was wir erreichen, wir müssen es gemeinsam tun. Schließlich haben alle Parteien um Spieler, Trainerstab Verband und Volk dieselben Zielvorstellungen.“  Was die Personalsituation angeht, teilte Günes eine Hiobsbotschaft um Legionär Okay Yokuslu von Celta Vigo mit. Demnach werde Yokuslu sehr wahrscheinlich verletzungsbedingt ausfallen. Zusätzlich seien Hasan Ali Kaldirim, Burak Yilmaz, Mahmut Tekdemir und Abdülkadir Ömür aufgrund ihrer Verletzungen nicht einberufen worden. Zudem wurde verletzungsbedingt bereits Oguzhan Özyakup aus dem Aufgebot gestrichen. Auch wenn die Türkei auf dem Papier stärker eingestuft werde als Andorra und Moldawien, dürfe man die Gegner keineswegs unterschätzen. Die Mannschaft ziele in Anbetracht dessen darauf ab, schönen Fußball zu zeigen.

Günes: „Wir haben Probleme in der Linksverteidigung“

Vor allem die erfolgshungrige Defensivabteilung um Söyüncü, Demiral, Kabak, Ayhan & Co. bereitet dem Meistercoach große Freude: „Viele von ihnen haben im jungen Alter den Sprung nach Europa geschafft. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bei der Besetzung der Innenverteidigerposition ein großes Luxusproblem habe.“ Ganz im Gegenteil sorge die Außenverteidigung aktuell für Bauchschmerzen. Mit Kaldirim steht ein gesetzter Spieler nicht zur Verfügung. Die Torhüter bekamen ebenfalls viel Lob von ihrem Trainer ausgesprochen: „Ugurcan Cakir ist ein sehr guter Keeper. Altay Bayindir folgt ihm hinterher. Hinzu komen Mert Günok und Sinan Bolat mit all ihrer Erfahrung. Wir werden nach den Trainingseinheiten entscheiden, wer von Beginn an ran darf.“

Günes: „Früher waren es zu viele Spiele, heute sind es zu wenige“

Auf die Vorwürfe, dass in letzter Zeit von den vier „Großen“ des Landes zu wenige Spieler nominiert werden, antwortete Günes gelassen: „In der Vergangenheit wurde ich dafür kritisiert, dass ich zu viele Spieler aus Istanbul nominiert hatte. Heute stellen mich die Leute an den Pranger, weil es zu wenige sind.“ Es ginge nicht darum, alle Klubs zufriedenzustellen. Günes treffe die Auswahl an Spielernominierungen nach Bedürfnissen.

Günes: „Falcao ist ein Transfererfolg“

Auf der anderen Seite bezog sich Günes auch über die aktuellen Transfers der türkischen Teams. Auf der Agenda standen natürlich Radamel Falcao und Luiz Gustavo. Es erfreue ihn, dass Spieler mit einem hohen Markenwert in die Türkei gewechselt sind. Jedoch käme es bei solchen Kickern auch oft vor, dass viele das Land mit wenig Nutzenstiftung verlassen: „Das größte Ziel muss sein, Spieler ins Ausland zu vermarkten. Leider werden große Namen immer wieder mit einem Wertverlust weitergegeben. So können wir die Finanzlage der Teams nicht verbessern.“ In Summe sei die Verpflichtung von Radamel Falcao ein wichtiger Erfolg von Galatasaray. Nun liege es am Spieler, ob seine Leistungen auf dem Platz mit dem Gehalt in Einklang stehen werden.

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Hüseyin Yilmaz

Hüseyin Yilmaz

Wirtschaftswissenschaftler, Freier Sportjournalist, Kosmopolit, Hürriyet Gücer-Fan und Spor Toto Süper Lig-Liebhaber

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