Süper Lig

Schiebung in der Süper Lig? Erzurum suspendiert Leihspieler Ackah nach Platzverweis gegen Stammverein Kayseri

Der türkische Erstligist BB Erzurumspor wittert eine Spielmanipulation durch Leihspieler Yaw Ackah gegen dessen Stammverein HES Kablo Kayserispor. Der Vorstand der „Dadaslar“ reagierte mit voller Härte und suspendierte den 21-jährigen Profi aus Ghana. Zudem kündigte die Vereinsführung von Erzurum an, den Vertrag von Ackah direkt wieder aufzulösen, da der Klub eine klare Schiebung im Abstiegskampf zugunsten von Kayseri sieht. Auch ein Strafverfahren sei eingeläutet worden.

Was war passiert?

Erst am Deadline Day hatte Erzurumspor Mittelfeldspieler Yaw Ackah vom Ligakonkurrenten Kayserispor bis zum Saisonende ausgeliehen. Nach einem Kurzeinsatz gegen Demir Grup Sivasspor folgte bereits im zweiten Spiel für Erzurum das Duell gegen Kayseri, das im Kampf um den Klassenerhalt von größter Bedeutung für beide Vereine war. In diesem wichtigen Match ging Erzurum in der 28. Minute durch einen Strafstoßtreffer von Aatif Chahechouhe mit 1:0 in Führung. Ein Spielstand, der für Erzurum natürlich kritischen Charakter hatte. Doch nur sechs Minuten später trat Ackah seinen Gegenspieler überhart und unnötig von hinten um, woraufhin er die Gelbe Karte sah.

Erzurum-Vorstand stellt Strafanzeige – Ackah-Verhalten hinterlässt Fragezeichen

Doch statt die Verwarnung einfach hinzunehmen und weiterzuspielen, reagierte der Kicker aus Accra extrem aggressiv. Er reklamierte wild, schubste Gegenspieler und Mitspieler weg und war einfach nicht zu beruhigen, so dass Schiedsrichter Yasar Kemal Ugurlu keine andere Wahl blieb, als den Spieler innerhalb von 60 Sekunden mit der zweiten Gelben, was gleichbedeutend mit Gelb-Rot war, vom Platz zu stellen. Damit musste Erzurumspor folglich knapp 60 Minuten in Unterzahl auskommen. Als in der 72. Minute Ilhan Parlak den 1:1-Ausgleich erzielte, musste Erzurum zudem auch noch bangen, die Partie zu verlieren. Hätte Erzurmspor das Match gewonnen, hätte man Kayseri in der Tabelle überholt und die Abstiegsränge verlassen. Ein Detail, das den Vereinsverantwortlichen genauso wie das zumindest sehr fragwürdige Verhalten von Ackah sehr sauer aufstieß.

Einen Beweis für das Fehlverhalten des Spielers ist schwer zu erbringen, doch das Auftreten hinterließ bei vielen objektiven Beobachtern einen mehr als faden Beigeschmack. Für Erzurumspor Anlass genug, den TFF-Ethikrat anzurufen und beim zuständigen Gericht eine Strafanzeige wegen Schiebung einzureichen. Der Verein kündigte an, alle juristischen Schritte zu verfolgen, um seine nach eigenem Wortlaut „berechtigten“ Zweifel nicht ungestraft zu lassen.





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4 Kommentare

  1. 9. Februar 2021 um 14:30

    Hab mir die Szene jetzt auch mal angeschaut muss sagen das sieht schon sehr verdächtig aus schon allein beim Foul merkt man das er überhaupt nicht versucht an den Ball zu kommen und alles danach war einfach nur das betteln nach einer gelb roten Karte.

    Aber wie hier schon erwähnt eine Manipulation nachzuweisen ist eigentlich unmöglich.

  2. 9. Februar 2021 um 12:45

    Hab mir die Szene angeschaut, also entweder hat er einen Hass auf den Gegenspieler (Rechnung offen), anders kann ich mir das Foul sowie vorallem die darauffolgende „Eskalation“ nicht vorstellen, außer natürlich, dass es Absicht war, oder die dritte Variante : er ist einfach total blöd.
    Ich denke der Trainer würde ihn sofort nach der gelben auswechseln, aber der Spieler scheint die rote ja provozieren zu wollen, guckt euch doch mal an, obwohl seine Teamkameraden ihn alle festhalten brüllt er weiter…
    Ich mein, nach so einem Foul muss man damit rechnen ein zwei schubser von dem gegner zu kassieren, aber derart trotz 100%iger Schuld auszurasten? Passiert doch eher nur wenn der Gegner absichtlich eine Schwalbe macht und schreit als ob ihn was gebrochen wäre.

    Trotzdem blöd von Erzurum ihn gegen sein Verein einzusetzen…

  3. 9. Februar 2021 um 12:18

    Hier eine Manipulation nachzuweisen wird fast nicht möglich sein. Klingt alles aber schon sehr unsauber.
    Früher wurden bei Leihspielern immer Klauseln in die Verträge eingefügt, die verbieten, dass diese Spieler gegen ihre Arbeitgeber auflaufen dürfen. Ich hielt diese Klauseln immer für sinnvoll, versteh nicht warum man das seit einigen Jahren nicht mehr macht.

  4. 9. Februar 2021 um 10:18

    Es ist ein ziemlich komisches Verhalten von Yaw Ackah nach einem groben und klaren Foul ohne irgendwelche Interpretationen zusätzlich um die rote Karte zu betteln insbesondere wenn man das im Spiel gegen seinen Stammverein tut.

    Dem Spieler hier Manipulation zu unterstellen wird trotzdem schwer zu nachweisen sein, wie will man das denn beweisen?

    Man hätte den Spieler erst gar nicht gegen seinen Stammverein in so einer wichtigen Partie auf den Platz schicken sollen, das wäre m.M.n. die beste Entscheidung gewesen.