Sportgeschichte in Tirana: Riza Kayaalp bricht den „unmöglichen“ Rekord
Die Sportwelt blickt ehrfürchtig nach Albanien, wo ein Nationalheld das Unmögliche wahr gemacht hat. Bei der Europameisterschaft 2026 im Ringen in Tirana bestieg der türkische Ringer Riza Kayaalp erneut den Olymp seines Sports. In einem nervenaufreibenden Finale im Grekoromen-Stil (Klasse bis 130 kg) traf der Ausnahmeathlet auf den starken Ungarn Darius Attila Vitek. Mit einer taktischen Meisterleistung und purer Willenskraft besiegte Kayaalp seinen Kontrahenten mit 7:1 und sicherte sich damit seine insgesamt 13. Goldmedaille bei Europameisterschaften. Damit ist er nun der alleinige Rekordhalter dieser prestigeträchtigen Organisation und ließ die Bestmarke des legendären Russen Aleksandr Karelin endgültig hinter sich. Nach seinem Triumph küsste der sichtlich bewegte Champion die türkische Flagge und feierte eine Meisterschaftsrunde, die als einer der emotionalsten Momente in die Annalen des Sports eingehen wird.
Der beschwerliche Weg zum 13. EM-Triumph
Dass dieser Erfolg alles andere als selbstverständlich war, zeigt der Blick auf die Statistik: Erst nach einer Pause von 610 Tagen kehrte Riza Kayaalp auf das Kissen zurück. Der Weg in das Finale von Tirana war gepflastert mit hochkarätigen Gegnern. In der Runde der letzten 16 demonstrierte er seine Dominanz, indem er den Armenier Albert Vardanian in nur 78 Sekunden mit einem Schlüsselgriff und 4:0 Punkten bezwang. Im Viertelfinale folgte ein wahrer Abnutzungskampf gegen den russischen Ranking-Series-Meister Marat Kamparov. Trotz einer blutenden Augenbrauenöffnung bewies Kayaalp enorme Resilienz und setzte sich in einem knappen 1:1-Match aufgrund des Vorteils des ersten Punktes durch. Das Halbfinale gegen den Weißrussen Pavel Hlinchuk verlief kurios, da dieser beim Stand von 4:0 für den Türken wegen eines illegalen Wechsels disqualifiziert wurde, was Kayaalp den Einzug in sein insgesamt 15. EM-Finale ebnete.

Eine Karriere der Superlative: Mehr als nur Europameister
Mit diesem Sieg zementiert Riza Kayaalp seinen Status als „lebende Legende“. Seine Bilanz bei Europameisterschaften ist nahezu beispiellos: Seit 2010 stand er fast ununterbrochen an der Spitze, mit Goldmedaillen in den Jahren 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2021, 2022, 2023 und nun 2026. Doch sein Hunger nach Erfolg erstreckt sich weit über den europäischen Kontinent hinaus. In seiner beeindruckenden Vita stehen zudem fünf Weltmeisterschaften, die er in Metropolen wie Istanbul (2011), Las Vegas (2015), Paris (2017), Astana (2019) und Belgrad (2022) errang. Insgesamt konnte er bei Weltmeisterschaften zehn Medaillen sammeln, darunter auch drei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Auch auf der größten Bühne des Sports, den Olympischen Spielen, hinterließ der Schwergewichtler bleibenden Eindruck. In seiner Karriere erkämpfte sich Riza Kayaalp bisher eine Silber- und zwei Bronzemedaillen bei Olympia. Mit dem jüngsten Erfolg in Albanien hat er bewiesen, dass er auch mit über 30 Jahren noch immer das Maß aller Dinge im Ringen ist. Sein Name ist nun untrennbar mit dem Wort „Rekord“ verbunden, da er als erster Mensch die Marke von 13 EM-Titeln erreichte. Die Fachwelt ist sich einig, dass dieser Meilenstein für Jahrzehnte unerreicht bleiben könnte. Für die Türkei bleibt er das Gesicht des Erfolgs, ein Athlet, der die Mondsternflagge auf der ganzen Welt mit Stolz und beispielloser Beständigkeit präsentiert.

🇹🇷RIZA KAYAALP, KARELİN’İN REKORUNU GERİDE BIRAKTI!
TÜRK GÜREŞİNİN EFSANESİ 13. KEZ AVRUPA ŞAMPİYONU! 🥇 pic.twitter.com/Cm6RFhg6s3
— TRT Spor Yıldız (@trtsporyildiz) April 21, 2026


