Abrechnung am Bosporus: Sadettin Saran wütet gegen Schiedsrichter-Chaos
Auf der jüngsten Vorstandssitzung der Ratsversammlung des Fenerbahce Klubs in den Faruk Ilgaz-Einrichtungen herrschte eine hochelektrisierte Atmosphäre. Präsident Sadettin Saran nutzte sein Podium für eine flammende Rede, die einer Generalabrechnung mit dem aktuellen Zustand des türkischen Fußballs gleichkam. Sichtlich gezeichnet von einer schlaflosen Nacht nach dem dramatischen Punktverlust, wandte sich der Clubchef direkt an den TFF-Präsidenten Ibrahim Haciosmanoglu. „Genug! Wir können nicht zulassen, dass die Arbeit von irgendjemandem, unser Stirnschweiß, so leicht ignoriert wird!“, rief Saran den Mitgliedern zu. Besonders die Entstehung des Gegentores und das Schweigen des VAR erzürnten ihn maßgeblich. Er betonte, dass man einen sehr hohen Preis für Fehlentscheidungen bezahlt habe, die nichts mit einem Foul zu tun hatten, und forderte ultimativ eine Erklärung vom Schiedsrichterausschuss MHK.
WhatsApp-Beichte und Tränen in der Kabine: Saran enthüllt Details
Trotz der sportlichen Enttäuschung hob Saran den Charakter seiner Mannschaft hervor. Er berichtete von einem bewegenden Moment in der teaminternen WhatsApp-Gruppe: „Unser Torwart kam gestern heraus und schrieb: ‚Die gesamte Verantwortung liegt bei mir, ich entschuldige mich bei euch allen.‘“ Im Gegensatz zu früheren Generationen, in denen Spieler nach Niederlagen lachten, sehe er heute ein Team, das tiefen Schmerz empfinde und vor Ehrgeiz brenne. In seinen Gesprächen mit den Profis habe er eine Traurigkeit und Entschlossenheit wahrgenommen, die ihn weiterhin an die Meisterschaft glauben lässt. „Dieses Team hat uns beigebracht, zu träumen, wenn wir fallen. Fußball ist so. Wenn du sagst, dass es vorbei ist, gibt dir das wieder die Chance“, so Saran, der versicherte, dass der Kampf bis zur letzten Minute der letzten Runde fortgesetzt werde, während man zeitgleich im türkischen Pokal angreifen wolle.

Offener Appell an TFF-Boss Haciosmanoglu: „Zeigen Sie, dass Sie der Besitzer sind“
Der wohl schärfste Teil der Rede galt der Verbandsspitze. Sadettin Saran forderte Ibrahim Haciosmanoglu dazu auf, endlich Verantwortung für die Liga zu übernehmen, statt sich im Hintergrund zu halten. Wie aus den Erklärungen des Präsidenten hervorgeht, habe der Verein seit Saisonbeginn bewusst versucht, Schiedsrichterdiskussionen zu meiden, doch das Maß sei nun voll. „Es reicht nicht aus zu sagen, dass Sie direkt im Hintergrund stehen. Jetzt müssen Sie zeigen, dass Sie der Besitzer dieser Liga sind“, forderte er unmissverständlich. Es müsse der gesamten Türkei bewiesen werden, dass der Sieger auf dem Platz wirklich durch sportliche Leistung gewinnt. Die MHK stehe tief in der Schuld der Fenerbahce-Gemeinde, eine nachvollziehbare Erklärung für die jüngsten Ereignisse zu liefern.

Saran stellt Machtfrage: „Ich bin nicht für den Sitz hier“
Auch intern schlug der Präsident kritische Töne an und warnte vor der Selbstzerfleischung innerhalb des Vereins. Er rief die „Vereinsgemeinde“ dazu auf, die interne Energie nicht durch Machtkämpfe zu verschwenden. Fenerbahce sei kein Ort, an dem man sich gegenseitig dominieren müsse, sondern an dem man Seite an Seite wachsen solle. Mit Blick auf seine eigene Position fand Saran deutliche Worte: „Wir sind gekommen, um diesen Verein zum Meister zu machen. Wenn wir diese Aufgabe nicht bewältigen können, sind wir nicht hier, um durchzuhalten, sondern um den Weg freizumachen.“ Er sei kein „Liebhaber von Sitzplätzen“ und werde am Ende der Saison über alles reden. Nach 206 Tagen im Dienst räumte er auch eigene Fehler ein, betonte jedoch, dass jede Entscheidung im Glauben an das Beste für den Klub getroffen wurde.

Vier Finalspiele bis zum Ziel: Glaube an das Wunder lebt
Abschließend schwor Saran die Anhängerschaft auf die letzten vier Partien der Saison ein. Trotz der vier Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Galatasaray sehe er die Chance auf den Titel noch nicht als vertan an. Es sei Zeit, mit Verstand zu handeln statt mit sofortigen Reaktionen. Die Gemeinschaft müsse versuchen, ruhiger zu bleiben und gemeinsam zu gehen. „Niemand muss Fenerbahce zerstören, um recht zu haben“, mahnte er und versprach, dass er und seine Mitstreiter ihren Teil bis zum Ende erfüllen werden. Das Ziel sei es, die Saison ohne Zerfall zu Ende zu bringen und dann gemeinsam Bilanz zu ziehen. Der Kampfgeist, den er in den Augen seiner Spieler bei seinen jüngsten Treffen gesehen habe, stimme ihn für die verbleibenden Aufgaben im Meisterschaftsrennen und im Pokal optimistisch.



2 Kommentare
Nach der Saison wird abgerechnet Hr. Saran da bin ich dann nicht mehr so nett und freundlich….
Saran du hänger du hast die Saison bereits im winter transfer verloren