Süper Lig

Kommentar: Die Süper Lig – die Liga der ständigen Trainerwechsel


Die Süper Lig, bekannt für viele Trainerwechsel und Entlassungen nach ein paar erfolglosen Spielen. Allein bis zu diesem Zeitpunkt gab es bereits 28! (achtundzwanzig) Trainerwechsel und das in einer Liga mit 21 Mannschaften. Es ist sogar gut möglich, dass die türkischen Fußballfans dies schon als normal empfinden, da diese Trainerwechsel in der Türkei beinahe zur Tagesordnung gehören. Um zu verdeutlichen, wie extrem diese Zahl ist, betrachten wir im Folgenden die Top-Ligen.

Der Vergleich mit den europäischen Top-Ligen

Natürlich ist die Süper Lig nicht mit den folgenden Ligen zu vergleichen. Aber wahrscheinlich macht dies auch deutlich, weshalb unsere Liga nicht erfolgreich wird. In der Premier League (3) und der La Liga (5) kam es in dieser Saison nur zu einer Handvoll Trainerwechsel. Die Serie A konnte auch nur sieben Trainerwechsel aufweisen, während man in der Ligue 1 zwölf Mal den Trainer wechselte. In der Bundesliga kam es zu elf Trainerwechsel, wobei Schalke  mit vier Mal fast schon mit der Süper Lig mithalten kann.

Wieso sticht die Süper Lig heraus?

Es gibt aktuell noch fünf Vereine (Besiktas, Galatasaray, Alanyaspor, Hatayspor und Sivasspor), die seit Saisonbeginn mit demselben Coach weitermachen. Es gibt aber noch elf Spieltage, weshalb die 28 Trainerwechsel mit Sicherheit noch nicht das Ende vom Lied sind. Aber zu der Frage, wieso es in der Türkei zu so vielen Trainerwechsel kommt: Natürlich ist es die fehlende Vision, die mangelnde Kompetenz der Vereinsführung und das Streben nach sofortigem Erfolg. Es ist immer einfach einen Sündenbock zu finden und das sind in der Türkei die Trainer. Die meisten Vereine werden schlecht geführt, stehen finanziell am Abgrund und versuchen nur den “Tag” zu retten, anstatt in die Zukunft zu planen und somit auch die Zukunft des Vereins zu sichern bzw. zu retten. Dabei ist es am einfachsten den eigenen Fehlern aus dem Weg zu gehen, indem man den Trainer wechselt, wobei sich am Ergebnis meistens nichts ändert.

Darum läuft die Liga nicht über die Taktik und das System

Die vielen Trainerwechsel sind auch ein Grund dafür, weshalb es in der Süper Lig nicht viele Teams mit einem klaren System gibt. Dem Trainer in der Türkei fehlt es neben dem fehlenden Know-How auch an Zeit, um Systeme und Strukturen aufzubauen. Die wenigen Mannschaften, die das schaffen, sind meistens oben dabei. Gute Beispiele hierfür sind aktuell Vereine wie Alanyaspor mit Cagdas Atan und Hatayspor mit Ömer Erdogan, die sogar oben um eine europäische Platzierung mitspielen. Auch Gaziantep FK war ein gutes Beispiel dafür. Sie standen nach einer 1,5-jährigen Zusammenarbeit mit Marius Sumudica am Ende der Hinrunde auf dem vierten Platz, doch nach dem Trainerwechsel haben die Leistungen im Vergleich zu den vorherigen Spielen nachgelassen. Zudem ist es auch  für die jungen Spieler nicht leicht sich jedes Mal aufs Neue zu beweisen. Der 17-jährige Emre Demir trainiert nun seit zwei bis drei Jahren mit der A-Mannschaft und kam bislang auf 28 Einsätze, davon zehn von Anfang an. Das erstaunliche ist, dass er schon mit 15 verschiedenen Trainern trainiert hat.





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1 Kommentar

  1. Avatar
    29. März 2021 um 18:04 —

    Die Süperlig ist für mich die lächerlichste Fussballliga der Welt, das ist doch der reinste Affenzirkus. Diese ganzen Trainerwechsel kommen auch deshalb zustande, weil hier der türkische Fussballverband diesem ganzen Treiben keinen Riegel vorschiebt.

    Würde die TFF hier klare Regeln und Vorschriften schaffen, würde es in der Süperlig auch nicht so oft zu Trainerwechseln kommen. Wieso kann und darf denn eine Süperlig Mannschaft überhaupt 5 mal in einer einzigen Saison den Trainer wechseln?

    Yilmaz Vural z.B. hat seit 1986 in der Türkei schon 37 Trainerstationen hinter sich, einige Male war er sogar öfters beim selben Verein, aber niemals hat er länger als 2 Jahre bei einem Verein gearbeitet.

    Würden türkische Fussballvereine nur genauso oft den Rasen austauschen wie sie ihre Trainer wechseln, könnten wir in türkischen Fussballstadien vielleicht auch mal ein besseres Geläuf oder gar eines Tages sowas ähnliches wie einen Fussballrasen sehen.

    Übrigens ist es den türkischen Trainern scheißegal wie oft sie gefeuert werden, da sie genau wissen, dass ihnen nach dem Rauswurf der nächste Job in der Süperlig so gut wie sicher ist, da woanders in kürzester Zeit wieder eine neue Trainerstelle frei wird.

    Ich würde diesen Zirkus in der Süperlig deshalb nicht als Rauswurf sondern eher als Trainerrotation unter den türkischen Vereinen bezeichnen, da die Trainer in der Süperlig immer die selben Vögel sind die sich aus einem vorhandenen und unveränderbarem Trainerpool zusammensetzen.

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