Fenerbahce

Präsident Koc stellt klar: Pereira bleibt Fenerbahce-Coach – Özil soll sich mehr auf Fußball fokussieren


Am Donnerstagnachmittag war Fenerbahce-Präsident Ali Koc zu Gast beim vereinseigenen TV-Sender „FBTV“ und äußerte sich zu den aktuellen Themen rund um die Gelb-Marineblauen. Hierbei kamen spektakuläre Statements bezüglich Kapitän Mesut Özil, Coach Vitor Pereira und den Rücktrittsforderungen zustande. Zwar sagte der 54-jährige Geschäftsmann gleich zu Beginn, dass man nicht allzu viel Zeit in Anspruch nehmen und vielleicht in den nächsten Tagen ein etwas umfassenderes Treffen benötigen werde. Jedoch waren es am Ende doch 40 Minuten, in denen der Sportsmann das Gespräch mit folgenden Sätzen beendete: „Grüße an diejenigen, die Fenerbahce nur Schaden zufügen wollen, damit ich zermürbt werde. Ich hoffe, Sie können Ihre Träume nicht erreichen.“ Allein anhand dieser Schlussworte sorgte der Talk für viel Aufsehen in den sozialen Netzwerken. GazeteFutbol mit den zusammenfassenden Aussagen des Vereinsoberhauptes der „Kanarienvögel“. Koc über …

… die späten Transfers, den erfolgreichen Saisonstart und den Kader:

„Zunächst hatten wir ein schönes Trainingslager. Wie schon seit einigen Jahren wurden einige unserer Transfers aus Gründen, die wir nicht zu vertreten haben, sehr spät über die Bühne gebracht. Wir hatten aber insgesamt eine gute Saisonvorbereitung und im Anschluss einen guten Auftakt in die neue Spielzeit. Es wurde versucht, das beste Klima und die besten Bedingungen in Samandira zu schaffen. Zudem haben wir versucht eine homogene Struktur und familiäre Atmosphäre aufzubauen, in der jeder das Team an die erste Stelle stellt. Gemeinsam kämpfen, einer für alle und alle für einen, den Wert der Gemeinschaft erfüllen und sowohl sein privates als auch berufliches Leben in Einklang mit diesen Motiven bringen, das waren unsere Mottos. Während wir versuchten ein Team zu bilden, haben wir trotz Gründen, die außerhalb unserer Kontrolle lagen, wie zum Beispiel das Financial Fairplay, den besten Kader zusammengestellt. Auf dem Papier ist der Kader von Fenerbahce unserer Meinung nach der beste. Zehn Punkte können einem viel vorkommen. Aber es handelt sich nur um ein Team. Unsere beiden Rivalen befinden sich auf Augenhöhe.“

… die zerbrechliche Community:

„Wir haben Schritte unternommen, um die toxischen Hindernisse aus der Welt zu schaffen. So sind wir mit einem frischen Wind in die Spielzeit gestartet. Gutes Wetter wird allerdings an schlechten Tagen vor die Prüfung gestellt und getestet. Siege sind leicht zu verarbeiten. Das Wichtigste ist, auch bereit zu sein mal zu verlieren. Es ist wichtig, wie schnell man dann eine Reaktion zeigen kann. Bis zum siebten Spieltag war alles gut. Sowohl die Mannschaft als auch der Trainer wurden gelobt. Während alles gut gelaufen ist, hat das, was wir in den vergangenen vier Wochen erlebt haben, Zweifel in unserer ohnehin zerbrechlichen Gemeinschaft aufkommen lassen, dass diese Saison erneut vergeudet wird. Als Vereinsführung werden wir in Samandira mehr Überstunden machen. Große Veränderungen sind nicht nötig. So wie wir vor vier Wochen in einer anderen Verfassung waren und es uns in den darauffolgenden vier Wochen schlechter ging, können wir in den nächsten vier Wochen wieder besser werden. So wie wir in der Saison zuvor bis zum 22. Spieltag der Favorit waren und dann auch durch Schiedsrichterfehler gehindert wurden. Fairerweise muss man sagen, dass es auch Fehler auf dem Platz gab. Wir gerieten in sinnlose Panik. Es ist aktuell noch der Saisonanfang und nicht schon Halbzeit, wie in den vergangenen beiden Spielzeiten. Wir haben die Hoffnung nicht verloren und die Community sollte die Hoffnung auch nicht verlieren. Wenn wir diese Energie missbrauchen, werden wir den Ast abschneiden, auf dem wir sitzen.“

… den Rückhalt zu Coach Pereira:

„Wenn die Gegner einmal hinterfragt werden, werden wir zehn Mal hinterfragt. Vitor Pereira ist seit der ersten Ankündigung die Zielscheibe aller. Es gab Situationen, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinde, deren Begeisterung noch größer wird, wenn es uns schlecht geht. Da Vitor Pereira Ausländer ist, kann man Ausländer nicht dulden. Leider ist der Rückhalt für Pereira kaum bis gar nicht vorhanden, da er sowohl Ausländer als auch Fenerbahce-Trainer ist. So musste er mit einem 0:1 starten. Pereira ist nicht wegen des Geldes hierhergekommen. Schauen Sie sich das Geld an, was er in den letzten drei Jahren in China verdient hat. Sie können es sich gar nicht ausmalen. Der Mann kam hierher, um eine unvollendete Geschichte zu Ende zu bringen. Wir glauben, dass er aufgrund seiner Zeit in der Türkei, seiner Trainer-Performance nach uns, seiner Erfahrung im Jugendbereich und seiner Wertschätzung gegenüber den jüngeren Spielern hierher passt. Ich denke immer noch, wir haben es richtig gemacht. Auch nach dem Derby gegen Galatasaray wird sich meine Meinung nicht ändern. Wir werden unseren Rivalen dort besiegen. Auch bei einem negativen Ergebnis werden wir keine radikalen Änderungen vornehmen. Ich werde nicht hinter dem Rücken unseres Coaches mit anderen Namen verhandeln. Das passt nicht zu uns. Zudem stimmen die Gerüchte nicht, dass wir seine Abfindung nicht stemmen können würden. Es gibt überhaupt keine Abfindung. Geschweige denn, dass wir in einer finanziellen Situation wären, um Abfindungsgespräche zu führen. Hier geht es auch nicht um Pereira, sondern man versucht mich zu zermürben.“

… Kapitän Özil und sein „problematisches“ Verhältnis zu Pereira:

„Seit Beginn der Saison wird versucht, eine Story wie bei Robin van Persie zu kreieren. Wenn man bei Fenerbahce ist, ist das Leben etwas schwieriger. Özil will zu Recht öfter spielen und ist hungrig. Unser Coach weiß, zu was Özil in der Lage ist, wir alle wissen es. Wir alle kennen die Magie, die ein guter Özil an den Tag legen kann. Über Özils Fähigkeiten muss nicht gesprochen werden. Das Spielsystem und das, was Özil tun kann, überschneiden sich von Zeit zu Zeit miteinander. Der Trainer hat allerdings keine Vorurteile gegenüber Özil. Er weiß, wie man ihn einsetzen kann. Özil kam in das Land, das er liebt und in das Team, das er verehrt. Jeder liebt Özil hier. Özil muss sich jetzt auf seine Arbeit konzentrieren. Er sollte kommerzielle Angelegenheiten beiseitelegen und sich darauf konzentrieren, wie er Fenerbahce am besten helfen kann. Seine körperliche Verfassung verbessert sich, aber leider erlitt er eine zehntägige Verletzung. Vor dem Kayseri-Match konnte er nur einmal mit der Mannschaft trainieren. Er kam erst später rein und wir sahen alle, was er draufhat. Unser Übungsleiter sollte sich jedoch vielleicht auch noch einmal überlegen, wie er Özil und die gesamten Spieler im Kader optimal nutzen kann. Wie erstellt er das für ihn und dem Team am besten geeignete System? Er arbeitet bereits daran und weiß, dass er den besten Kader zur Verfügung hat. Es herrscht definitiv kein so großes Problem wie in der Presse beschrieben wird. Özil ist unglücklich, weil er nicht spielt und das bringt er hin und wieder zu Wort.“

… die Rücktrittsforderungen an seiner Person (1):

„Ich respektiere die Meinung aller, aber stimme ihnen nicht zu. Die Geschichte wird die Bedingungen niederschreiben, unter denen wir versucht haben, dieser heiligen Pflicht nicht nur in dieser Saison, sondern seit unserer Ankunft nachzugehen. Es gibt Dinge, die nicht bekannt sind, und es gibt Dinge, die man weiß, aber nicht anspricht. Wir werden sie zu gegebener Zeit zum Ausdruck bringen. Was sie wissen sollten: Wir müssen uns im Gegensatz zu unseren Gegnern fünf Mal mehr anstrengen, um Meister zu werden. Warum passieren Dinge, die bei Fenerbahce passieren, nicht in anderen Gemeinden? Das frage ich unsere Fans. Dies muss sehr gut erörtert werden. Warum verhalten sich die ehemaligen Vorstandsmitglieder der Rivalen nicht wie die ehemaligen Vorstandsmitglieder von Fenerbahce? Warum sind ehemalige Sportler, die jetzt als Kommentatoren tätigt sind, so kritisch gegenüber ihrem Ex-Klub? Warum passiert das nicht bei den Ex-Sportlern der anderen Teams? Die Fans sollten das hinterfragen. Es gibt Namen, die beim Verband arbeiten. Funktionäre, die Mitglieder anderer Teams sind, wo sie sich um die Angelegenheiten ihrer Klubs kümmern. Auf der anderen Seite haben wir niemanden ernannt. Aber es soll auch Funktionäre geben, die uns angeblich repräsentieren. Tatsächlich fügen uns aber genau diese Menschen den größten Schaden zu. Ich verstehe unsere Fans. Genauso wie bei den anderen Mannschaften, herrscht in den sozialen Netzwerken eine große Kluft. Bei Fenerbahce geht der Erfolg nur über die Fans. Die Fans sind der Wirt und die restlichen Akteure nur Reisende. Ich habe großen Respekt vor jeder konstruktiven Kritik.“

… die Rücktrittsforderungen an seiner Person (2):

„Nichtsdestotrotz kann ich die Geschehnisse im Ülker-Stadion weder nachvollziehen noch tolerieren. In der Geschichte des Klubs gab es keinen einzigen Moment, in dem der Gegner unterstützt und die eigene Mannschaft ausgepfiffen wurde. Es kann doch nicht sein, dass man trauert, wenn der Gegner eine Großchance verpasst. Seid wütend auf euren Präsidenten so sehr ihr wollt, aber wartet bis zum Ende des Spiels. Es ist nicht die Schuld der Spieler. Wenn wir gewinnen, werden wir mit diesem Team gewinnen. Es gibt auch einen Personenkreis in diesen Protesten, der den Präsidenten völlig leersaugen möchte, damit er keine Kraft mehr findet, um wieder aufzustehen. Das tut dem Team mehr weh als mir. So lange man uns nicht versucht zu bremsen, werden wir ein Teil des Meisterschaftsrennens sein. Ich habe keinen Zweifel daran. Meine einzigen Zweifel sind die Reaktionen der Fans. Wir haben ohnehin schon mit Problemen in Heimspielen zu kämpfen. Während wir auswärts Rekorde über Rekorde brechen, tun wir uns in den eigenen vier Wänden sehr schwer. Wir wussten bereits seit den Neuwahlen, dass es auf den Tribünen zu Protesten und Schwierigkeiten kommen würde. Bereits am vierten Spieltag hat diese Kampagne angefangen. Und das zu einem Zeitpunkt, als wir mit zehn Punkten und nur einem Gegentreffer die Tabelle anführten. Diese paar Menschen verstehen aber eines nicht: Ich habe diese Ausdauertests bereits erfolgreich überstanden und hinter mir gelassen. Entsprechend handeln werde ich lediglich, wenn ich daran glaube, dass unsere Anwesenheit Schaden anrichtet. Wenn ihr die Meisterschaft tatsächlich wollt, dann dürft ihr nicht jetzt schon das Handtuch werfen. Fenerbahce wird zu alter Stärke zurückfinden. Wir werden die nötigen Schritte dazu einleiten.“





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3 Kommentare

  1. 12. November 2021 um 15:37 —

    Immer wenn man versagt sind die Schiedsrichter schuld kann das echt nicht mehr lesen Fenerbahce hat ganz andere Probleme angefangen bei der Kaderplanung bis hin zur Ausendarstellung.
    Der Herr Koc wirkt auf mich sehr charakterschwach und nicht reflektiert genug für den Job wobei man auch sagen muss das tun die wenigsten Türken in der Branche steckt uns wohl in der DNA oder was auch immer….

  2. 12. November 2021 um 11:11 —

    Die Trainersuche unter Ali Koc hat vor Saisonbeginn monatelang gedauert, am Ende waren wir doch alle heilfroh, dass er überhaupt einen Trainer für FB finden konnte, ich meine bei ihm ist ja eine schnelle und vor allem qualitativ gute Lösung nach einer Trainerentlassung auch nicht gerade selbstverständlich wenn man an solche Gestalten wie Emre Belözoglu, Volkan Demirel oder Tahir Karapinar auf der FB Trainerbank denken muss oder?

    Und jetzt nach gerade mal 12 Spieltagen wollen sie den FB Trainer schon wieder entlassen und als Ersatz irgend so eine weitere Pfeife auf die FB Trainerbank setzen und dass das nichts werden kann brauche ich hier ja wohl nicht explizit zu erwähnen oder?

    Für mich ist V.P. momentan sportlich gesehen genauso gut oder schlecht wie Terim oder Yalcin, wenn man den Tabellenstand betrachtet, nur weil die türkische Inlandspresse gegen ausländische Trainer hetzt bedeutet das noch lange nicht, dass wir unseren Trainer auch entlassen müssen, vor allem dann nicht, wenn wir alle im voraus wissen, dass dieser Ali Koc als Alternative nur einen viel schlechteren Trainer zu FB holen kann oder?

    Übrigens glaube ich persönlich nicht daran, dass TS unter Avci türkischer Meister wird, egal wieviel Punkte Vorsprung sie momentan auch in der Tabelle haben mögen, da die Süperlig wie wir alle wissen erst in der Rückrunde richtig beginnt und deshalb würde ich nach wie vor BJK oder GS als Favoriten für den Titel in der Liga ansehen.

  3. 12. November 2021 um 10:47 —

    Ich stehe weiterhin hinter Vitor , er soll mal bis Ende der Saison tun und dann sehen wir weiter…

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