Türkischer Fußball

Kein Fußball mehr nach Corona? Arzt warnt Spieler vor gefährlichen Langzeitfolgen

Prof. Dr. Ates Kara erläuterte im Gespräch mit dem TV-Sender “NTV”, dass die Infizierung mit dem Coronavirus auch für junge Menschen sowie Sportler ein ernstes Risiko birgt. Es sei keine einfache Grippeerscheinung und die Erkrankung dürfe nicht auf die leichte Schulter genommen werden: „Wir dürfen diese Krankheit nicht unterschätzen. Diese Erkrankung verläuft wirklich sehr schwerwiegend. Viele Erkrankte erholen sich zwar von der Infizierung, doch es bleibt ein Schaden an ihren Lungen zurück. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass ein Fußballer, der diese Krankheit durchlebt, sein restliches Leben kein Fußball mehr spielen kann“, warnte Kara.

Langzeitfolgen sind beunruhigend

Das Virus greife nicht allen die Lunge an, sondern könne auch einen erheblichen Schaden an anderen Organen, wie dem Herzen und den Nieren, anrichten. Die Langzeitfolgen seien zum jetzigen Stand der Forschung noch gar nicht absehbar. Ob man sich von den Schäden jemals vollständig erholt, konnte Kara nicht bejahen. Aktuell gebe es keine Forschungsergebnisse, die diese Hoffnung stützen würden. Man habe lediglich die aktuellen Fälle und deren Verläufe zur Hand, die ein anderes Bild zeichnen würden.

Krankheit wurde enorm unterschätzt

Der Mediziner unterstrich nochmals, dass diese Krankheit extrem unterschätzt wurde und von vielen weiterhin nicht ernst genug genommen werde: „In Italien sagte man, dass ist eine leichte Erkrankung. Es gibt keinen Unterschied zu einer Grippe. Man übersteht die Ansteckung und die Krankheit recht einfach. Und dementsprechend wird es wenige Tote geben“. Doch dies war eine komplette Fehleinschätzung, wie die jüngsten Zahlen vom Stiefel auf erschreckende Art zeigen. So starben an einem Tag knapp 800 Menschen. „Wir dürfen solche Aussagen einfach nicht leichtfertig treffen, sondern müssen schauen, was zum Beispiel Singapur gemacht hat“, erklärte das Mitglied des türkischen Wissenschaftsausschusses.

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Nur wer radikal durchgreift, hat richtig reagiert

Sowohl der Stadtstaat südlich von Malaysia als auch China, wo das Virus voraussichtlich seinen Ursprung nahm, hätten richtig reagiert. An diesen Nationen müsse man sich bei der Bewältigung der Gesundheitskrise orientieren: „In Singapur gab es klare und unmissverständliche Maßnahmen. Das Virus ist in unserem Land. Wer hatte Kontakt? Alle müssen zuhause bleiben. Ist man als Ausländer draußen unterwegs, wird die Aufenthaltsberechtigung entzogen. Ist man Staatsbürger Singapurs, dann verliert man durch diese Handlung selbige. Dies sind die Konsequenzen des Ungehorsams einer staatlichen Anweisung, die dem Schutz der öffentlichen Gesundheit dient. Sie sind radikal an die Sache herangetreten und hatten damit großen Erfolg. Dies gilt auch für China.“

Zum Ende appellierte Kara an die Öffentlichkeit, bedachter mit der Corona-Krise umzugehen: „In Italien dachte man nicht, dass die Krankheit einen derart verheerenden Verlauf nehmen wird. Viele junge Menschen würden es ja überstehen und es würde nicht viele Tote geben. Weil sie das permanent gesagt haben, stehen wir am heutigen Punkt. Vielleicht sterben wenige junge Menschen und wir sollten die Bevölkerung nicht in Angst versetzen. Wir sollten uns vielleicht nicht fürchten, doch wir müssen unbedingt Maßnahmen ergreifen und das Fortschreiten verhindern.“

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Hürriyet.de-Redaktion

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