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Home»Trabzonspor»Jose Sosa: „Trabzonspor kann nur ein Ziel haben – Die Meisterschaft“
Trabzonspor 13. Januar 2020

Jose Sosa: „Trabzonspor kann nur ein Ziel haben – Die Meisterschaft“

Von Mikail Uzun07 Minuten Lesezeit
Jose Ernesto Sosa Süper Lig Trabzonspor UEFA Europa League
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Trabzonspor-Kapitän Jose Ernesto Sosa ließ gegenüber der vereinseigenen Zeitschrift die Hinrunde der laufenden Saison Revue passieren und äußerte sich neben den Zielen für die aktuelle Spielzeit auch über seine bisherige Zeit an der Schwarzmeerküste und zu seinen Plänen nach der aktiven Karriere.

„Yusuf Yazici und Hugo Rodallega waren wichtig für das Team“

Den Abgängen seiner ehemaligen Teamkollegen Yazici und Rodallega trauert der 34-Jährige noch hinterher. „Yusuf hat uns aufgrund seines unglaublichen Talents im vergangenen Jahr sehr geholfen. Wir waren uns alle über die ihm bevorstehende große Karriere bewusst. Solche Talente sind nicht leicht zu finden. Doch dieses Können muss er nun in großen Klubs unter Beweis stellen. Hugo war mit seinen wichtigen Toren und seiner enormen Erfahrung immer eine Hilfe für das Team. Solch wichtige Spieler zu verlieren beeinflusst jede Mannschaft der Welt. Allerdings haben unsere Neuzugänge mindestens genau so viel beigetragen und sich mit der Mannschaft identifiziert. Schließlich haben wir einen qualitativ sehr hochwertigen Kader, der den Erfolg der letzten Spielzeit übertreffen kann.“

„Die Verletzungen waren wie ein Albtraum“

In der aktuellen Saison hatten die Bordeauxrot-Blauen monatelang mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen. Sosa bedauert am meisten die Verletzung von Abdülkadir Ömür und hofft auf eine verletzungsfreie Rückrunde: „Die Verletzungen waren ein Albtraum. Besonders der Ausfall von Ömür hat mich sehr getroffen, da er mit seinem Talent und seiner Vorbildfunktion für junge Spieler eine wichtige Rolle im Team spielt. Da er jedoch noch jung ist, wird er noch stärker zurückkommen. Für das gesamte Team hoffe ich auf eine verletzungsfreie Rückrunde.“

„Ich hatte nie Angst davor Verantwortung zu übernehmen“

Vor Verantwortung fürchtet sich der ehemalige argentinische Nationalspieler nicht, ganz im Gegenteil: „Ich genieße es immer wieder, in den wichtigen Situationen im Spiel die Verantwortung zu übernehmen. Wenn ich zurück blicke, habe ich in wichtigen Mannschaften wichtige Erfahrungen gesammelt. Heute kann ich meinen Teamkollegen durch meine Erfahrungen weiterhelfen. Wenn ich ihnen auf und neben dem Platz bei ihrer Entwicklung helfe, ist das für mich sehr zufriedenstellend. Diese Rolle übernehme ich äußerst gerne.“

„Trabzonspor muss immer die Tabellenspitze anvisieren“

Der Kapitän definiert ein Double als Ziel für die laufende Saison. Dabei gilt sein Fokus vor allem der Süper Lig: „Die Liga muss ganz genau analysiert werden. Ich bin eine Person, die an die Kraft der Analyse glaubt. Wenn man einen Blick auf die Spiele wirft sieht man, wie die Teams mit den großen Namen überraschende Punktverluste erleiden. Dazu gehören auch wir. Daher gibt es zwischen den oberen und den unteren Tabellenplätzen keine große Punktedifferenz. Dadurch können wir uns durch eine Siegesserie nach oben katapultieren oder aber auch durch eine Sieglosserie nach unten abrutschen. In der Liga ist meiner Meinung nach alles möglich. Der Pokal wird ebenfalls hart umkämpft sein. Wir wollen in beiden Wettbewerben den Titel.“

„Die Platzierung in der UEFA Europa League haben wir nicht verdient“

Über den ernüchternden letzten Tabellenplatz in der Europa League-Gruppenphase mit nur einem Zähler ist der 34-Jährige verärgert: „Zunächst möchte ich klarstellen, dass uns die Platzierung in der Europa League sehr enttäuscht hat. Das hatten wir nicht verdient. Besonders die Ausfälle von Ömür und Caleb Ekuban haben uns negativ beeinflusst. Beide waren wichtig für das Team und sind langfristig ausgefallen. Es hat einige Zeit in Anspruch genommen, um uns als Mannschaft daran zu gewöhnen. Für mich steht es außer Frage, dass ein Verein wie Trabzonspor immer international vertreten sein muss und jedes Jahr Fortschritte aufweisen muss. Die jüngeren Spieler mussten aufgrund der zahlreichen Ausfälle sowohl in der Liga als auch in Europa spielen. Daher konnten sie den Unterschied nicht sehr gut feststellen. Dafür sind nämlich gewisse Erfahrungen notwendig. Wenn ich auf unsere Gruppe blicke, war keines der Teams besser als wir. Mit der Zeit werden wir erfahrener und bessere Ergebnisse einfahren.“

„Die jungen Spieler erinnern mich an meine Zeit“

Aufgrund der zahlreichen jungen Spieler, die regelmäßig bei den Profis mittrainieren, erinnert sich der 34-jährige Argentinier an seine eigene Zeit als Jungspund zurück: „In meinem damaligen Klub haben die 16-17-jährigen Spieler genau wie bei Trabzonspor ausreichend Einsatzzeiten bekommen. Bei den Profis hatte ich die Gelegenheit, mit Spielern die mehrere Jahre älter und erfahrener waren als ich, mitzuspielen. Für mich waren das lehrreiche Zeiten. Unsere jungen Spieler sollten nicht nur auf den Platz gehen um Einsatzzeiten zu bekommen, sondern mit der Absicht Spiele zu gewinnen. Nur auf diese Weise können sie sich weiter entwickeln. Sie dürfen keineswegs den Fehler begehen, sich auf ihrer aktuellen Situation auszuruhen und zu denken, nur weil sie aktuell spielen, bräuchten sie nicht mehr zu trainieren. Das Fußballgeschäft kennt kein Mitleid. Das würde nur dazu führen, dass sie wieder sehr schnell vom Schaufenster verschwinden.“

„Die Kapitänsbinde dieses Klubs ist eine große Ehre für mich“

Auf die Rolle als Mannschaftskapitän von Trabzonspor das Team auf den Platz zu führen ist der ehemalige argentinische Nationalspieler stolz: „Meiner Meinung nach reicht es nicht aus, als Spielführer den Teamkollegen auf und neben dem Platz Tipps zu geben oder diesen Job mit Worten zu erfüllen. Vielmehr gehört dazu das Auftreten auf dem Platz und der Respekt gegenüber der eigenen Arbeit. Nur wenn man die Vorbildfunktion erfüllt, verdient man den Respekt. Selbst wenn die schönsten Worte, die besten Sprüche gesagt werden, ist alles zwecklos, so lange man keine Taten folgen lässt. Ich versuche immer auf diesem Weg aktiv zu werden und sehe mich als diese Art von Kapitän. Mein Wissen bezüglich Stellungsspiel und Taktik leite ich vor allem an meine jüngeren Mannschaftskollegen weiter. Abseits des Platzes versuche ich mit allen Spielern zu reden, um ihre Meinungen, ihre Gedanken und Wünsche in Erfahrung bringen zu können. Dadurch tauschen wir uns aus und entwickeln neue Denkansätze und Ideen. Ich für meinen Teil hoffe, dass ich den Job als Kapitän gut erfülle, denn für mich ist es eine große Ehre, in dieser Stadt und in diesem Verein so eine Rolle einnehmen zu dürfen.“

„Wir haben große Träume mit diesem Team“

Während seiner gesamten Karriere glaubte Sosa an die Kraft der Arbeit und stellte klar, dass die Zuneigung der Fans ihn noch mehr dazu motiviert: „In meiner gesamten Laufbahn hatte ich immer große Träume und Ziele. Zwar bin ich nun am Ende meiner Karriere angelangt, doch ich genieße diese Zeit. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass mein aktueller Verein ebenfalls große Ziele verfolgt und wir die Qualität haben, diese zu verwirklichen. Dank der Zuneigung der Fans bin ich motivierter und genieße die Zeit hier. Lediglich zu Beginn hatte ich Probleme, eine Grundschule für meine Töchter zu finden. Manchmal laufe ich mit ihnen durch die Stadt und ich sehe das Interesse der Menschen, das sie meinen Kindern und mir entgegenbringen. An einem anderen Ort wäre man vielleicht davon genervt, doch hier sieht man die Gutmütigkeit der Leute. Wenn ich auf meine Zeit in diesem Verein ab dem ersten Tag an zurück blicke, kann ich bestätigen, dass ich die richtige Wahl getroffen habe.“

„Ich möchte dem Fußball treu bleiben“

Als 34-jähriger Profi macht sich der Argentinier natürlich auch Gedanken über die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn als Fußballer: „Für die Zeit nach meinem Karriereende hatte ich mich relativ früh festgelegt, dem Fußball treu bleiben zu wollen. Das könnte als Berater sein, indem ich einen jungen Spieler von den ersten Jahren an begleite und ihm dabei helfe, sich weiter zu entwickeln. Aber ich könnte mir auch einen Job als Manager oder Trainer vorstellen. Letzteres konnte ich mir vor einigen Jahren nicht vorstellen, doch in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass ich eventuell diesen Beruf ausüben könnte. Dem Fußball werde ich definitiv treu bleiben. So viel ist sicher.“

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