Süper Lig

GazeteFokus auf Gökdeniz Bayrakdar: Antalyas aufstrebender Angreifer

Er selbst wurde in Kocaeli geboren, seine Familie stammt aus Trabzon und seine Onkel sind glühende Fans von Trabzonspor. Das ist auch der Grund, warum er nach dem früheren Profi der Bordeauxrot-Blauen, Gökdeniz Karadeniz, benannt ist. Die Rede ist von Fraport TAV Antalyaspor-Senkrechtstarter Gökdeniz Bayrakdar, der in dieser Saison bei den “Skorpionen” für Furore sorgt. In der laufenden Spielzeit kommt der 19-jährige Linksfuß für Antalya auf sieben Treffer in 28 Pflichtspielen und bietet sich Woche um Woche als mögliche Offensivalternative auf dem Flügel für die türkische Nationalmannschaft an. Torgefährliche Flügelspieler sind immer eine besondere Option für jedes Angriffsspiel.

Antalya statt Istanbul

Antalyaspor holte Bayrakdar im vergangenen Sommer für 115.000 Euro von Kocaelispor und stach dabei sogar Besiktas aus, wie der Spieler im Interview in der 196. Ausgabe des TFF-Magazins “Tam Saha” verriet: “Zuerst hat Antalyaspor Interesse an mir gezeigt und den ersten Kontakt bezüglich eines Transfers hergestellt. Danach wurde es eine Weile ruhig. Aber ich wusste, dass sie mich weiterhin beobachten. Danach kam ein Angebot von Besiktas. Die Einigung wurde in jeglicher Hinsicht erzielt und es fehlte nur noch die Unterschrift. Antalyaspor trat zu diesem Zeitpunkt nochmal energisch an den Verein heran und machte Kocaelispor seinerseits ein Angebot. Die Summe, die Kocaelispor forderte, wollte Besiktas in Raten zahlen, Antalya hingegen sofort zur Gänze überweisen. Über dieses Angebot habe ich mich sehr gefreut, denn ich wollte ohnehin bei Antalyaspor spielen”, so der Angreifer.

Auch Fenerbahce hatte Bayrakdar auf dem Radar

Bayrakdar erregte bereits früh das Interesse großer türkischer Klubs. So schon im Jahr 2016, als er im September begann in der Jugendabteilung von Kocaelispor zu spielen und in dieser Saison 16 Treffer in der Akademie-Liga markierte. Fenerbahce wurde damals aufmerksam auf den jungen Außenbahnstürmer, der auch in der Sturmspitze spielen kann. Der Klub aus Kadiköy habe sich um den zu jener Zeit erst 14-Jährigen bemüht, doch der Kocaeli-Vorstand habe die damalige Offerte der Istanbuler abgelehnt: “Für das Team lief es in der Akademie-Liga nicht gut, aber ich konnte 16 Tore erzielen. So kam es sogar dazu, dass Fenerbahce mich verpflichten wollte. Aber Kocaelispor-Präsident Bahri Yavuz gab mich nicht an Fenerbahce ab und ließ mich stattdessen einen Profivertrag unterschreiben. Denn zu dieser Zeit war Kocalispor mit einer Transfersperre belegt und man war im Klub der Ansicht, dass ich im Team bleiben müsse. Aufgrund des Transferverbots bekam ich sofort Einsatzchancen in meinem ersten Profijahr, die ich meiner Meinung nach gut nutzen konnte.”

2019 schießt sich Sturmtalent ins Scheinwerferlicht 

Nachdem Bayrakdars Wechsel zu Fenerbahce scheiterte, durfte er später mit 16 Jahren in der dritten Liga für Kocaelispor ran und kam dabei auf 20 Einsätze und drei Treffer. Mit 17 waren es bereits 36 Spiele, in denen er fünf Tore schoss. Im Jahr 2019 war es dann schließlich soweit, dass sich Bayrakdar endgültig auf die Transferlisten der Süper Lig-Vereine katapultierte. In 29 Drittliga-Partien traf das junge Offensivass stolze 13 Mal. In der Folge klopften, wie beschrieben, Antalyaspor und Besiktas mit offiziellen Offerten bei Kocaelispor an.

Lob für Coach Yanal

Doch Antalya und vor allem Trainer Ersun Yanal scheinen die richtige Adresse für Bayraktar zu sein: “Ersun Yanal gehört zu den herausragendsten Trainern der Türkei. In meinen Augen ist er eine Marke. Seitdem ich mit ihm arbeite, hat sich mein Spiel enorm entwickelt. Seine Trainingsmethoden sind völlig anders. Er versucht alle wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisse und Möglichkeiten einzusetzen. Vor jeder Trainingseinheit wird eine Drohne gestartet, die das Training auch von oben aufnimmt. Er hat ein Trainerteam aufgebaut, das auf die modernste Technik setzt. Und das hilft uns sehr stark bei unserer Entwicklung. Wenn man dann noch sieht, welche Spieler Ersun Yanal dem türkischen Fußball geschenkt hat, sagen wir uns, warum sollten wir nicht auch dazugehören?”




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