FIFA-Arena-Projekt in der Türkei offiziell eröffnet: Infantino, Bak und Haciosmanoglu setzen starkes WM-Signal
Die offizielle Eröffnung der Türkei-Phase des FIFA-Arena-Projekts ist unter Beteiligung von FIFA-Präsident Gianni Infantino, Jugend- und Sportminister Osman Askin Bak und TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu erfolgt. Ziel des Projekts ist es, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Spielfeldern zu erleichtern und den Fußball in einem sicheren Umfeld breiter zugänglich zu machen. Besonders in den vom Erdbeben betroffenen Regionen soll das Projekt weit über den Sport hinaus Wirkung entfalten.
Bereits 11 Standorte fertiggestellt
Im Rahmen des Projekts sind in der Türkei bislang 11 Standorte fertiggestellt worden. Die offizielle Eröffnung betraf das in Riva fertiggestellte Feld auf dem Gelände der Sports Toto Organization Mittelschule. Nach den bisherigen Planungen sollen zunächst insgesamt 60 Felder in der Türkei entstehen.
Die FIFA hatte das Projekt im Jahr 2025 gestartet und verfolgt das Ziel, bis 2031 weltweit mindestens 1.000 Spielfelder in 100 Ländern zu realisieren. Die Türkei gehört zu den Ländern, in denen dieses Vorhaben nun sichtbar Gestalt annimmt.
Osman Askin Bak verbindet das Projekt mit der WM-Euphorie
Jugend- und Sportminister Osman Askin Bak stellte die Eröffnung in einen größeren sportpolitischen Zusammenhang und lobte zugleich die Rückkehr der Nationalmannschaft auf die Weltbühne. „Wir gratulieren unserer Nationalmannschaft, die 24 Jahre später an der Weltmeisterschaft teilnehmen wird.“ Er sprach von einem stolzen Moment und betonte, dass im Land große Vorfreude auf das Turnier herrsche.
Zugleich hob Bak die infrastrukturelle Arbeit in der Türkei hervor. Nach seinen Angaben wurden auf Anweisung des Präsidenten bereits 3.984 Teppichplätze errichtet, weitere 850 Standorte seien im Bau. Das FIFA-Arena-Projekt passe damit in eine breitere Strategie, Sportanlagen in Schulhöfen und Wohnvierteln auszubauen.

Bak kündigt große internationale Fußballjahre an
Der Minister nutzte die Veranstaltung auch, um die internationale Rolle der Türkei im Fußball zu unterstreichen. Er verwies darauf, dass die Türkei gemeinsam mit Italien die EURO 2032 organisieren werde. Außerdem erinnerte er daran, dass das Europa-League-Finale 2026 und das Conference-League-Finale 2027 in der Türkei stattfinden sollen.
Bak zeigte sich dabei ausgesprochen optimistisch mit Blick auf die Nationalmannschaft. Sinngemäß stellte er in Aussicht, dass die Türkei nach 24 Jahren nicht nur zur Weltmeisterschaft zurückkehre, sondern dort auch besser abschneiden wolle als bei der historischen WM 2002 in Japan und Südkorea.
Infantino: „Mein Herz schlägt mit der Türkei“
Gianni Infantino gratulierte der Türkei zunächst zur Qualifikation für die WM 2026. „Sie haben Ihr ganzes Land stolz gemacht.“ Der FIFA-Präsident erklärte, die Rückkehr der Türkei auf die Weltbühne habe nicht nur im Land selbst, sondern bei Fußballliebhabern weltweit Aufmerksamkeit erzeugt.
Besonders emotionale Töne schlug er an, als er über seine Verbindung zur Türkei sprach. „Mein Herz schlägt mit der Türkei.“ Er betonte, dass er sich sehr auf die Spiele der türkischen Nationalmannschaft freue und der Mannschaft zutraue, weit über die Gruppenphase hinaus im Turnier zu bleiben.
FIFA-Boss Infantino in Istanbul emotional: „Mein Herz schlägt definitiv mit der Türkei“
Istanbul und die Türkei als Symbol für Kultur und Fußball
Infantino stellte die Türkei nicht nur sportlich, sondern auch kulturell besonders heraus. „Wenn es eine Stadt gibt, die diese Kultur repräsentiert, dann ist es Istanbul, und wenn es ein Land gibt, dann ist es die Türkei.“ Mit dieser Formulierung unterstrich er die internationale Bedeutung des Landes als Brücke zwischen Kulturen und als traditionsreiche Fußballnation.
Gleichzeitig dankte er früheren TFF-Präsidenten, würdigte Senes Erzik als Legende des türkischen Fußballs und sprach auch Vincenzo Montella Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit mit der Nationalmannschaft aus.
Aus 60 könnten sogar 100 Standorte werden
Ein weiterer wichtiger Punkt in Infantinos Rede war die mögliche Ausweitung des Projekts in der Türkei. Zwar seien derzeit 60 Standorte geplant, doch der FIFA-Präsident schloss eine deutliche Aufstockung nicht aus. „Wir haben 60 Standorte in der Türkei geplant, aber vielleicht 100.“
Der Hintergrund ist klar: Besonders in den Erdbebengebieten soll Fußball nicht nur Bewegung und Alltag, sondern auch Stabilität und ein Stück Normalität zurückbringen. Infantino erklärte, man wolle Kindern mit diesen Feldern eine gesunde Umgebung bieten, in der sie spielen, träumen und sich entwickeln könnten.

Haciosmanoglu sieht die WM als nächste große Bühne
TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu knüpfte an diese Linie an und stellte die WM 2026 in den Mittelpunkt seiner Rede. „Wir sehen die Weltmeisterschaft als eine Chance, unsere Erfolgsgrenze noch weiter nach oben zu verschieben.“ Noch deutlicher wurde er mit Blick auf die Rolle der Nationalmannschaft: „Wie schon 2002 wird unsere Nationalmannschaft auf dieser großen Bühne erneut Geschichte schreiben.“
Für den Verbandspräsidenten ist das FIFA-Arena-Projekt deshalb nicht nur ein Infrastrukturprogramm, sondern auch ein Investitionssignal in die Zukunft des türkischen Fußballs. Die neuen Felder sollen Kinder und Jugendliche an den Sport heranführen und langfristig die nächsten Vorbilder und Nationalspieler hervorbringen.
Die ersten acht Standorte entstanden in den Erdbebengebieten
Haciosmanoglu hob hervor, dass die ersten acht Standorte in jenen Provinzen eröffnet wurden, die besonders stark vom Erdbeben vom 6. Februar betroffen waren. Diese Anlagen seien nicht nur Spielfelder, sondern auch sichere Treffpunkte für junge Menschen geworden. Damit bekommt das Projekt eine soziale und gesellschaftliche Dimension, die über den Fußball hinausgeht.
Sein Fazit fiel entsprechend klar aus: Die Türkei werde mit solchen Projekten den Zugang junger Menschen zum Sport weiter ausbauen und die verbindende Kraft des Fußballs für eine breitere Masse nutzbar machen.

Ein Projekt mit sportlicher und symbolischer Wirkung
Die offizielle Eröffnung der Türkei-Phase des FIFA-Arena-Projekts war damit weit mehr als ein gewöhnlicher Termin auf einem neuen Kleinspielfeld. Die Reden von Bak, Infantino und Haciosmanoglu machten deutlich, dass hier Infrastruktur, Nachwuchsförderung, soziale Verantwortung und die Euphorie rund um die WM 2026 bewusst miteinander verbunden wurden.
So steht das Projekt nicht nur für neue Plätze, sondern auch für ein größeres Selbstverständnis des türkischen Fußballs: Kinder sollen leichter zum Spiel finden, die Nationalmannschaft soll auf der Weltbühne glänzen, und die Türkei will sich zugleich als eines der wichtigsten Fußballländer der Region und darüber hinaus präsentieren.


