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Fatih Terim: „Wieso gibt es in der Europa League den Videobeweis nicht?“

Im Hinspiel des Sechzehntelfinales der UEFA Europa League verlor Galatasaray zuhause überraschend gegen ein ersatzgeschwächtes Benfica Lissabon mit 1:2 (zum Spielbericht). Die Gesamtleistung der „Löwen“ stimmte nicht, so dass man sich letztendlich mit dem Ergebnis abgeben musste. Ein Sinnbild für dieses Resultat war zweifelsohne Deadline Day-Transfer Mbaye Diagne. Mit zwei Schüssen, welche außerhalb des Tores landeten, konnte der Senegalese fast keine Akzente im Strafraum setzen. Sein Gegenüber Haris Seferovic war sichtlich erfolgreicher und jubelte bei seinem Tor zum 2:1-Sieg der Portugiesen. Nun ist der Schweizer Stürmer in diesem Kalenderjahr in sechs Partien, wo er von Beginn an spielen durfte, an zwölf Treffern beteiligt gewesen (neun Tore- drei Assists). Während die Schützlinge von Fatih Terim nach der Begegnung voller Hoffnung für das Rückspiel am kommenden Donnerstag waren, konnte sich der “Imparator” einen kleinen Seitenhieb Richtung UEFA aufgrund des kritischen Strafstoßes nicht verkneifen. GazeteFutbol mit den Reaktionen aus dem Türk Telekom-Stadion.

Der „Imparator“ kritisiert die UEFA

„Der Elfmeter, der für meine Begriffe keiner war, ist definitiv spielentscheidend gewesen. Bis zu dem Zeitpunkt war es ein gutes Spiel und dann kam der Pfiff. Ich kann es nicht nachvollziehen, wieso es in der Champions League den Videobeweis gibt, aber in der Europa League nicht. Die UEFA behandelt diesen Wettbewerb als wäre es sein Stiefkind“, so Fatih Terim nach der Partie. Bezüglich dem Weiterkommens sagte der 68-jährige Übungsleiter: „Ich habe noch nie meinen Glauben verloren und Galatasaray darf das auch nicht. Wir sind in der Lage zu jeder Zeit an jedem Ort Außergewöhnliches zu schaffen. Natürlich wird Benfica im Estadio da Luz noch stärker aufspielen, aber wir werden unser Bestes geben.“ Zuletzt nahm er seine jungen Schützlinge um Marcao und Luyindama aufgrund der Kritik seitens Presse in Schutz: „Sie haben beide sehr gut gespielt, aber natürlich werden sie auch mal Fehler machen. Sie sind noch jung. Trotz ihrer persönlichen Fehler war das Mittelfeld vor ihnen heute problematischer“, sagte Terim.

Fernando über Benficas Youngsters überrascht – Luyindama glaubt an Weiterkommen

Ein weitere Enttäuschung des Tages war der eigentliche Rückhalt des Mittelfelds, Fernando Reges, welcher auch noch eine unnötige Verwarnung aufgrund des Wegschießens des Balls bekam und somit für das Rückspiel gesperrt ist. Nach der Partie lobte der erfahrene Brasilianer die Leistung der jungen Akteure im Gäste-Team: „Für uns war es eine Überraschung, dass Benfica mit so vielen jüngeren Profis im Kader nach Istanbul gereist ist. Sie haben zudem auch noch ein sehr gutes Spiel gemacht. Natürlich schmerzt solch eine Niederlage. Auch wenn ich nicht dabei sein kann, werden meine Kollegen in Portugal alles dafür tun, um die nächste Runde zu erreichen.“

Christian Luyindama, der den einzigen Treffer für die Gelb-Roten erzielen konnte, fiel auch mit guten Statistikwerten innerhalb der Mannschaft auf, so zum Beimspiel mit den meisten gewonnenen Zweikämpfen sowohl am Boden (elf) als auch in der Luft (acht). Außerdem konnte der Innenverteidiger die meisten Torschüsse innerhalb seines Teams abgeben (zwei). „Der Elfmeter hat uns selbstverständlich nicht in die Karten gespielt, aber wir haben nichtsdestotrotz alles versucht. Nun müssen wir uns auf das zweite Spiel konzentrieren. Wenn Benfica hier als Sieger den Platz verlassen kann, dann sind wir auch in der Lage, dort das gleiche zu veranstalten.“

Die Reaktionen aus dem Benfica-Lager

Benfica-Coach Bruno Lage war über das positive Ergebnis durchaus zufrieden und ergänzte: „Heute kamen sechs junge Spieler zwischen 19 und 22 Jahren zum Einsatz. Es ist ein unglaublich tolles Gefühl mit ihnen heute als Sieger vom Platz zu gehen. Dies ist ein sehr gutes Beispiel für unsere Vereinskultur.“ Siegtorschütze Seferovic hingegen unterstrich die Bedeutung des Rückspiels; „Teilweise haben wir nicht die Kontrolle über die Partie gehabt, aber in diesen Minuten gut verteidigt. In solch einer Atmosphäre zu gewinnen, ist mehr als zufriedenstellend. Dennoch ist trotz des Riesenschritts Vorsicht im Rückspiel angesagt.“ Bezüglich der Frage, wie er seine aktuelle Leistungssteigerung bewerte, antwortete der Ex-Frankfurter mit den Worten: „Ich bin in einer sehr guten Form und unglaublich glücklich diesbezüglich. Ich möchte noch weitere Tore erzielen. Dafür werde ich hart arbeiten.“

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