Süper Lig

Fatih Karagümrük: Das einzige Süper Lig-Team ohne Trainingsgelände!


Fatih Karagümrük, das nach 36 Jahren wieder zurück in der Süper Lig ist und gleich zum Auftakt BtcTurk Yeni Malatyaspor mit 3:0 besiegte, erlebt trotz seiner Erfolge viele Unmöglichkeiten. Die rot-schwarze Mannschaft, die in der vergangenen Saison seine meisten Zweitligaspiele in anderen Stadien bestritt und später nach Verbesserung des Rasens wieder zurück ins eigene Karagümrük-Stadion durfte, hat große Schwierigkeiten bezüglich einer Trainingsanlage. Damit die Mannschaft ihre Übungseinheiten absolvieren kann, wurde das Leichtathletikfeld neben dem Istanbuler Olympiastadion gemietet. Wenn dieses allerdings besetzt sein sollte, weicht die Mannschaft ins eigene Karagümrük-Stadion aus.

Seit Jahren ohne Trainingsgelände

Seit Jahren sind die Verantwortlichen von Karagümrük bereits auf der Suche nach einem Trainingszentrum mit mehr als einem Spielfeld, das speziell für den Jugendbereich benötigt werden würde. Die Bemühungen um das Trainingsgelände in Balat/Istanbul haben sich noch nicht bezahlt gemacht. Karagümrük, das in der vergangenen Saison im Istanbuler Olympiastadion trainierte und zeitweise auch die Einrichtungen von Meister Medipol Basaksehir nutzte, erreichte unter diesen Schwierigkeiten die Playoff-Meisterschaft in der zweiten Liga und stieg in die Süper Lig auf. Karagümrük ist tatsächlich der einzige Verein in der Liga, der ohne ein eigenes Trainingsgelände dasteht. Präsident Süleyman Hurma wird voraussichtlich in den kommenden Tagen erneut sein Glück bezüglich der Einrichtung in Balat bei der Stadtverwaltung von Istanbul versuchen. Dieses Mal könnte tatsächlich grünes Licht erteilt werden, wenn man den Worten des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu glauben schenken möchte: “Es müssen einige Vorkehrungen getroffen und Renovierungen durchgeführt werden. Wir werden bald eine Lösung für diese Einrichtung finden, wenn wir unsere Vorhaben in die Tat umgesetzt haben.”

Verein mit langer Tradition

Nach der Gründung im Jahre 1926 konnte sich der Istanbuler Verein neben Besiktas, Galatasaray, Fenerbahce, Kasimpasa sowie Vefa Istanbul und Beykozspor einen Namen machen. Lange Zeit war Fatih Karagümrük nicht aus dem türkischen Fußball wegzudenken und sogar eines der 16 Gründungsmitglieder der 1959 eingeführten Süper Lig. Der Erfolg in den kommenden Jahrzehnten blieb allerdings aus, so dass man bis heute lediglich sieben Spielzeiten in der höchsten türkischen Spielklasse verbrachte. Eingeleitet wurde der neu eingeschlagene Weg von Süleyman Hurma, der zur Saison 2018/2019 als Präsident das Ruder beim Traditionsverein übernahm und seither insbesondere mit einem Mittel die Rückkehr in die Süper Lig geplant und erreicht hat: Geld.

Hurma kopiert Altstars-Konzept der türkischen Elite

Während die türkischen Spitzenklubs insbesondere Spieler aus dem Ausland in einem fortgeschrittenen Alter ablösefrei transferieren und teilweise mit astronomischen Gehältern ausstatten, nutzt Fatih Karagümrük unter Hurma, seinerzeit Sportdirektor bei Trabzonspor zwischen 2014 und 2015, das gleiche Prinzip für alteingesessene Süper Lig-Akteure. So sorgte man als Drittligist unter anderem mit den Transfers von Erkan Zengin, Turgut Dogan Sahin und Mehmet Batdal den Umständen entsprechend für großes Aufsehen. Auch nach dem geglückten Aufstieg hielt der Verein zunächst an seiner Strategie fest. So konnte man sich in der vergangenen Transferphase unter anderem mit Alparslan Erdem, Stefan Silva, Zeki Yildirm, Koray Altinay, Mervan Celik oder Brahim Darri erneut namhaft verstärken. Der letztjährige Kader von Fatih Karagümrük ist unter normalen Umständen für keinen Zweit- oder Drittligaklub ohne private Geldgeber zu finanzieren gewesen. Auch in der Süper Lig, wo man nach 36 Jahren wieder zuhause ist, erregt man mit teilweise großen Transfers die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. So konnte man den aktuellen Kader mit Namen wie Lucas Biglia (AC Mailand), Jure Balkovec (Hellas Verona), Erich Lichaj (Hull City), Ervin Zukanovic (SPAL), Emiliano Viviano (Ex-Nationalspieler Italiens), Aatif Chahechouhe (Ex-Fenerbahce-Spieler), Enzo Roco (Besiktas) und Mevlüt Erdinc (Fenerbahce) verstärken.

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M. Cihad Kökten

M. Cihad Kökten

2 Kommentare

  1. Avatar
    16. September 2020 um 11:07

    Wow, die haben ja einiges an Spielern geholt. Soweit ich weiß haben sie auch Lawal (Eskisehir usw.). Ich mochte Lawal damals richtig. Er war mega aktiv, seine Ballkontrolle war mega und und und. Wollte den immer bei uns als Back-up sehen. So einen ZDM könnten wir gebrauchen. Der Physis war auch immer Mega. Und finanziell wäre es nicht so schlimm. Nur heute ist er vielleicht nicht mehr so gut wie damals. Und hat bestimmt schon ein hohes Alter erreicht.

    Ich habe nur das Gefühl, dass die jetzt 2-4 Jahre in der Süper Lig bleiben und irgendwann plötzlich einsacken. Und dann sehen wir die nie wieder.

    Ich finde es immer noch Schade mit Antep, Eskisehir usw.

  2. Avatar
    16. September 2020 um 8:06

    Ich kann mir eine erfolgreiche Saison von Fatih Karagümrük vorstellen. Mir erfolgreich meine ich die Tabellenplätze 7-12. Rein von den Spielern her haben sie schon gute Transfers getätigt. Dieser Verein wird GS, FB, BJK, TS und Basak mächtig ärgern, davon können wir ausgehen.
    Generell finde ich alle Aufsteigen ganz schön stark. Diese Saison wird eine komplett andere ohne Fans. Und bekanntlich sind die Fans bei solchen Spielen der wichtigste Rückhalt.