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Europapokal: Basaksehir hält die türkische Fahne oben

Und wieder erlebte der türkische Fußball eine Woche voller Enttäuschungen. Bei vier Europapokalteilnehmern in der Champions League und Europa League sprang am 4. Spieltag lediglich ein dreifacher Punktgewinn heraus. Die überaus magere Bilanz in diesem Jahr: In 16 Europapokalbegegnungen hagelte es bei drei Remis stolze elf Niederlagen. Die einzigen zwei Siege holte Basaksehir in der Europa League gegen den Wolfsberger AC (1:0, 3:0). Somit steht vor den jeweiligen letzten beiden Gruppenspielen bereits fest: Galatasaray (Champions League), Besiktas und Trabzonspor (Europa League) sind in ihren europäischen Wettbewerben sang- und klanglos ausgeschieden. Immerhin hat der türkische Rekordmeister noch die Chance auf das Sechzehntelfinale der Europa League.

Basaksehir ist Tabellenführer, hat aber ein schweres Restprogramm

Aber auch für Basaksehir wird es noch alles andere als einfach. Die Truppe von Okan Buruk ist zwar mit sieben Punkten Tabellenführer, doch in den letzten beiden Partien stehen noch die Duelle mit dem AS Rom und Borussia Mönchenglabdach an. Nichtsdestotrotz ist bei den „Eulen“ unschwer zu erkennen, dass nach der Ära Avci vor allem auf internationaler Ebene eine Weiterentwicklung erfolgt ist. „Das war ein sehr wichtiger Sieg heute. Wir widmen diesen Erfolg dem türkischen Fußball. Jetzt müssen wir aber auch gegen Rom gewinnen. Sonst war der Sieg wenig wert“, erklärte Basaksehir-Coach Buruk nach der Partie in Graz. „Wir haben gewusst, dass uns nach dem ersten Treffer vieles leichter fallen würde. Wir werden weiterkommen“, ergänzte Kapitän Edin Visca, der am Donnerstagabend den Foulelfmeter zum 1:0 für die Türken verwandelte.

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Desaster: Besiktas ohne Punkte nach vier Spieltagen

Ganz anders ist die Stimmungslage hingegen beim Lokalrivalen Besiktas. In der Liga so langsam aber sicher in der Spur, steht man in der Europa League nach vier Spieltagen ohne einen einzigen Punkt da. Für Diskussionen sorgte zudem auch die Kadernominierung von Abdullah Avci, der die Reise nach Portugal krankheitsbedingt nicht mal angetreten war. Ersetzt wurde Avci an der Seitenlinie von Recep Ucar, der nach der mehr als fragwürdigen Roten Karte für Jeremain Lens einen harmlosen Istanbuler Topklub sah. Dennoch versuchte der Avci-Assistent nach der Partie das Positive in der 1:3-Niederlage in Braga zu sehen. „Wir hatten unsere Chancen mit Güven [Yalcin] und [Tyler] Boyd. Doch mit zehn Mann ist es schwer eine so erfahrene Mannschaft zu verteidigen. Wir haben vielleicht verloren, dafür aber Spieler wie Kartal [Yilmaz] und Erdem [Secgin] für uns gewonnen.“

Auch Ünal Karaman gibt Fragezeichen auf

Ähnliche Aussagen hörte man von der türkischen Schwarzmeerküste nach dem 1:3 bei FK Krasnodar. Auch Trabzonspor hat mit nur einem Punkt aus vier Spielen keine Chance mehr auf den Sechzehntelfinaleinzug. Ünal Karaman setzte auf Grund der großen Verletztenliste größtenteils auf die jungen Spieler im Kader – gleich vier Akteure feierten in Russland dabei ihr Europapokaldebüt. Warum Karaman in einer solch wichtigen Partie etablierte Stammkräfte wie Novak, Sörloth und Anthony Nwakaeme draußen ließ, wird allerdings das Geheimnis des Trabzonspor-Coaches bleiben. Fakt ist: Die erste Europapokalteilnahme nach fünf Jahren wird für die Bordeauxrot-Blauen mit einer großen Enttäuschung enden. „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Nur so werden sich die Spieler weiterentwickeln. Auf Grund der fehlenden Qualität war das heute das Maximum“, so der 53-Jährige nach dem Schlusspfiff. Immerhin stellte Karaman im Winter Neuzugänge in Aussicht: „Wir müssen Vorkehrungen treffen. Alle im Verein.“

So gut wie sicher: Türkei verliert den direkten CL-Startplatz

Die schlechte Bilanz der türkischen Teams wirkt sich naturgemäß auch auf die UEFA-Fünfjahreswertung aus. Geschieht kein mittelgroßes Fußballwunder, ist die Süper Lig auf Platz elf der Rangliste ihren direkten Startplatz für die Champions League-Gruppenphase los. Stand jetzt darf sich der Meister der laufenden Saison nächstes Jahr noch auf die Gruppenphase freuen. Doch das Jahr darauf müsste der türkische Meister der Saison 2021/22 in die Meisterweg-Qualifikationsrunde. Dabei spielt es den Türken sicherlich nicht in die Karten, dass die vor der Türkei platzierten Nationen nicht gut, aber immerhin regelmäßig punkten. Ein Szenario, worauf die türkischen Fußball-Anhänger zumindest in dieser Spielzeit bis dato vergeblich gehofft haben.

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Erdem Ufak

Erdem Ufak

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol