Türkischer Fußball

EURO 2021: Senol Günes möchte mit attraktiver Spielweise weiterkommen

Nationaltrainer Senol Günes beantwortete im Interview mit der türkischen Tageszeitung „Sabah“ die Fragen zur bevorstehenden Europameisterschaft. In der Gruppe A der EM 2021 gemeinsam mit Italien, Wales und der Schweiz erhoffen sich die Türken mindestens das Weiterkommen in die K.-o.-Runde. Der aus Trabzon stammende Fußball-Lehrer erklärte darüber hinaus, dass die lange Verletzungspause von Cenk Tosun sogar zu Veränderungen im Spielsystem führen könnte.

„Es könnte sogar Italien treffen“ – Weiterkommen durch schönes Spiel

Zunächst äußerte sich der 68-jährige Übungsleiter zu seinen Erwartungen bezüglich der EURO 2021: „Wenn man die FIFA-Weltrangliste näher betrachtet, kann man sehen, dass alle unsere Gruppengegner besser als wir sind. Auch wir versuchen im Ranking noch höher zu kommen. Italien ist ist im Vergleich zu den anderen beiden Teams ein Ticken stärker. Es ist eine interessante Gruppe und deshalb offen für alles. Das erste Spiel wird für alle entscheidend sein. Ein Remis oder gar ein Sieg für uns könnte zu Irritationen innerhalb der Gruppe führen. Hoffentlich kommt es auch so. Es werden drei schwierige Partien und keiner könnte die Frage beantworten, wer am Ende den letzten Platz belegt. Es könnte sogar Italien treffen. Wales ist auch eine gute Mannschaft. Sie haben gute Spieler in starken Ligen. Und auch die Schweiz spielt genau wie wir einen unterhaltsamen Fußball. Der Dritte wird wohl auch weiterkommen. Somit könnte es schon ausreichen, wenn man vier Punkte holt. Natürlich möchte ich das Weiterkommen, aber dies soll durch ein attraktives Spiel geschehen. Im Fußball gibt es selbstverständlich Aufs und Abs. Allerdings möchten wir einen Fußball auf dem Platz spielen, der in den Köpfen hängenbleibt und von Leidenschaft und Spielfreude geprägt ist. Wir sehen uns selbst als eine sympathische Familienmannschaft und möchten auch so verstanden werden.“




Günes möchte die Spielerfamilien im Trainingslager

Danach verriet Günes die Planungen und den Ablauf des entscheidenden Trainingslagers vor der Europameisterschaft: „Eigentlich hatten wir unsere Planungen bereits vor einem Jahr abgeschlossen. Vor der Pandemie stand alles fest. Leider machte uns diese einen Strich durch die Rechnung, so dass wir alles über Bord werfen mussten. Aktuell arbeiten wir an einer ähnlichen Planung wie vor einem Jahr. An aller erster Stelle gilt es nach Ablauf der Saison am 18. beziehungsweise 19. Mai die Spieler zusammenzutrommeln. Einige werden ein paar Tage später dazustoßen, da die Süper Lig eine Woche früher als die europäischen Ligen endet. Wenn es klappt, möchten wir die Familien mit ins Trainingslager nehmen und gemeinsam sieben bis zehn Tage verbringen. Natürlich wird hier die aktuelle Situation entscheidend sein. Zwischen dem 27. und 30. Mai werden wir unsere Testspiele absolvieren. Am 02. Juni geht es nach Deutschland ins Quartier und am 10. geht es bereits nach Italien. Nach der Partie werden wir nach Aserbaidschan fliegen und die letzten beiden Spiele bestreiten. Aufgrund der Pandemie kann es immer wieder zu Änderungen kommen. Beispielsweise könnten sich noch die Austragungsorte der Begegnungen ändern.“

„Tosun kann solche Verletzungen überstehen“ – Veränderungen im Spielsystem

Im weiteren Verlauf erklärte Günes, dass er sich aufgrund der schwerwiegenden Verletzung von Cenk Tosun auch teilweise schuldig fühle: „Es hat mich wirklich sehr traurig gemacht. Aber nicht nur mich, sondern alle Türken haben sehr um ihn getrauert. Er ist ein sehr talentierter Spieler und hat einen starken Charakter. Er hat seinem Klub und der Türkei viele Verdienste erwiesen. Nach der OP habe ich ihn besucht. Er ist psychisch stabil und eine Person, die solche Verletzungen überstehen kann. Er blickt immer sehr hoffnungsvoll und positiv in diese Welt. Die OP verlief sehr gut, nun bereitet er sich auf seine Rückkehr vor. Bei dieser Verletzung wurde der Rasen sehr thematisiert. Allerdings sehe ich sogar bei mir eine Teilschuld. Nach seiner vorherigen Verletzung hat er nur ganz kurz wieder trainiert, ist in den Kader berufen worden und sich hier den Virus eingefangen. Neben den schlechten Platzverhältnissen könnten auch die Krankheit, die Ernährung und die fehlende Matchpraxis verantwortlich für die Verletzung sein. Natürlich müssen wir jetzt schauen, wie wir ohne Cenk zurechtkommen. Wir schauen uns auch im Ausland nach einem Ersatz um. Wir werden an unserem Spielsystem arbeiten müssen. Sowohl ein einzelner Stürmer als auch ein Doppelsturm ist möglich. Vielleicht werden wir ganz andere Veränderungen vornehmen.“


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