Türkischer Fußball

Das sagen Özil, Podolski, Wenger, Klopp und Co. zur Super League

Die neu gegründete Super League erhitzt weiter die Gemüter. Immer mehr Spieler, Trainer und Fußball-Funktionäre in Europa, aber auch in der Türkei äußern sich zur aktuellen Fußball-Krise. Der Großteil hat eine klare Meinung. So auch unter anderem die beiden Süper Lig-Profis Mesut Özil von Fenerbahce und Lukas Podolski von Fraport TAV Antalyaspor, die beide viele Jahre in der UEFA Champions League gespielt haben.

Mesut Özil: „Kinder wachsen mit dem Traum auf, die Weltmeisterschaft und die Champions League zu gewinnen, nicht die Super League. Große Spiele sind etwas Besonderes, weil sie nur einige Male im Jahr und nicht jede Woche stattfinden. Für Fußball-Fans ist diese Entwicklung sehr schwer zu verstehen.“

Lukas Podolski: „Das ist eine Beleidigung meines Fußballglaubens. Fußball bedeutet Glück, Freiheit, Leidenschaft und Anhängerschaft. Fußball ist für alle. Dieses Projekt ist ekelhaft, ungerecht und meine ehemaligen Vereine involviert zu sehen, ist enorm enttäuschend. Wichtig ist es dagegen anzukämpfen“

Jürgen Klopp: „Ich habe meine Meinung zur Super League nicht geändert. Ich habe erst gestern davon erfahren. Ich verstehe die Enttäuschung der Menschen. Wir sind an keinen einzigen Prozess beteiligt, weder ich noch die Spieler.“

Reiner Calmund: „Wenn ich daran denke, dass die Geldhaie unseren schönen Fußball kaputt machen, bekomme ich wirklich Tränen in den Augen. Das sind Kriminelle. Das sind Dreckssäcke. Das sind Verbrecher, die unseren Fußball kaputt machen.“

Eric Cantona: „Die Fans sind das Wichtigste im Fußball. Man muss sie respektieren. Haben die großen Vereine ihre Anhänger nach ihrer Meinung gefragt? Nein haben sie nicht, leider ist das beschämend.“

Nihat Özdemir: “Wir die Türkei stehen geschlossen an der Seite der UEFA. Wir möchten nicht, dass der Fußball im Chaos versinkt. Keine einzige türkische Mannschaft wird an der Super League teilnehmen. Sollte doch ein Klub an diesem Turnier teilnehmen, werden wir die Strafen der UEFA anwenden. Wir alle der 55 Länderverbände stehen hinter der UEFA”

Luis Figo: „Dieses gierige und empathielose Verhalten ist eine Katastrophe für den Frauen-Fußball und den Fußball im Allgemeinen. Das ist etwas, was für die Klubbesitzer designed wurde, die schon vor langer Zeit aufgehört haben, ihre Anhängerschaften wertzuschätzen.“

Stale Solbakken: „In den vergangenen Jahren ist Juventus gegen Lyon, Ajax und Porto ausgeschieden. Warum wollen sie in so einer Organisation teilnehmen. Tottenham und Arsenal gehören aktuell nicht einmal zu den besten 20 oder 30 Vereinen Europas.“

Gary Lineker: „Fußball ist nichts ohne die Fans. Das haben wir in den vergangenen zwölf Monaten klar und deutlich gesehen. Sollten die Fans sich in einem Pyramidensystem gegen diese Entwicklung stellen, kann sie aufgehalten werden.“

Mircea Lucescu: „Die Amerikaner wollen mit der Super League das gleiche tun, was sie in den USA machen. Es ist offenkundig, dass die Gewinne an die Anteilseigener verteilt werden sollen. Ich glaube nicht, dass diese Gelder an die gesamte Fußballindustrie fließen werden. Sie vergessen, dass dies ein Sport ist. In England wurde dieses Spiel von Arbeitern ins Leben gerufen und wuchs mit jedem Tag. Es ist weiterhin der Sport der Massen. Das schöne am Fußball war, dass kleine Klubs gegen die großen Vereine spielen. Es ist ein Projekt, das die Entwicklung aller anderen Länder behindern wird. Es gibt Nationen, die es niemals dorthin schaffen werden. Es steht im absoluten Widerspruch zum Geist des Fußballs.“




Marcelo Bielsa: „Warum wundert Ihr Euch? Was den Fußball auf den Beinen hält, ist die Hoffnung des Kleinen stärker zu werden und nicht des Starken noch stärker zu werden. Ich wundere mich nicht über die Super League, denn es gibt den tiefen Gedanken auf der Welt, dass der Starke noch reicher und der Rest noch ärmer wird. Auch wenn die Klubs Eigentümer haben, so sind doch die Fans die wahren Eigentümer der Vereine. Ohne sie gibt es keinen Fußball. Was ich bisher auf Twitter gesehen habe, zeigt mir, dass es keinen Fußball-Fan gibt, der sich über diese Super League-Gründung freut. Fußball ist für die Fans. Hätte es die Anhänger nicht gegeben, wären die Klubs ein Nichts.“

Ander Herrera: „Ich habe mich in den Fußball verliebt mit dem Traum, dass das Team, dessen Fan ich bin, gegen die besten Vereine antritt. Sollte diese Liga aktiv werden, stirbt dieser Traum. Ich glaube an ein ausgereiftes und reformiertes Champions League-System. Aber ich glaube nicht an die Arbeit, die Reiche für Reiche betreiben.“

Arsene Wenger: „Die europäische Super League ist eine schlechte Idee. Der Fußball muss zusammenbleiben, das ist das wichtigste. Man muss die sportlichen Rechte und den geschichtlich gewachsenen und aufgebauten europäischen Fußball respektieren. Ich persönlich glaube nicht, dass diese Idee weiter voranschreiten wird.“

Pinto Da Costa: „Wir als portugiesischer Verband sind dagegen und als Teil der UEFA werden wir nach den Grundsätzen und Regeln der Europäischen Union und UEFA nicht daran teilnehmen. Sie müssen akzeptieren, dass die Wettbewerbe der UEFA offizielle Turniere sind. Wir beschäftigen uns nicht damit Teil dieser Organisation zu sein. Wir gehören zur Champions League und hoffen noch viele Jahre daran teilzunehmen.“

Liverpool Fangruppe KOP: „Gemeinsam mit den anderen Fangruppen werden wir alle vorbereiteten Plakate und Banner aus dem Stadion entfernen. Wir glauben nicht, dass wir noch weiter einen Klub unterstützen können, dessen Geldgier sich vor den Fußball als gesellschaftliches Gut stellt.“

Gary Neville: „Ich bin seit 40 Jahren Manchester United-Fan. Um ehrlich zu sein, müssen mein Verein und alle anderen an der Spitze dieser Liga davon zurücktreten. Es ist reine Habgier. Die (Klub-Eigentümer, Präsidenten) haben nichts für den englischen Fußball getan. Es gibt Millionen Fans, die diese über hundert Jahre alten Vereine lieben. Liverpool singt ‚You never walk alone“. Sie sind also ein Verein des Volkes ja? Manchester United wurde vor über hundert Jahren durch Arbeiter gegründet. Ist das noch immer so? Es ist die größte Sportveranstaltung der Welt und dieses Landes. Es ist ein Verbrechen.“

Rainer Koh: „Es reicht jetzt. Ich unterstütze zu 100 Prozent die Haltung der UEFA. Seit einer langen Zeit hat man sich die Aktionen einzelner großer Vereine in Europa angesehen. Wer das nicht akzeptiert, Fans, Spieler, die Teams und der Weltfußball müssen sich davon distanzieren.“

Sir Alex Ferguson: „In den 60er Jahren mit einem kleinen Ortsverein wie Dunfermline als Spieler oder als Trainer mit Aberdeen den Pokal der Pokalsieger zu gewinnen, war für einen kleinen schottischen Verein als würde man den Mount Everest besteigen. Everton baut für 500 Millionen Pfund ein neues Stadium, um in der Champions League zu spielen. Alle Fans lieben die Champions League. Mit United haben vier vier Endspiele in der Champions League bestritten und jede dieser Nächte war besonders. Ich bin dagegen, dass Manchester United ein Teil dieser Initiative ist.“


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4 Kommentare

  1. 20. April 2021 um 22:52

    Ich habe gerade gelesen, dass sich mit City, Chelsea und Atletico Madrid die ersten 3 Vereine aus der geplanten Super League schon wieder zurückziehen, auch bei Man. Utd soll sich was tun.

    Lange hat diese Super League ja nicht gehalten, ich bin dafür, dass man diese 12 Putschisten trotzdem bestrafen und sie mit sofortiger Wirkung aus allen UEFA Wettbewerben verbannen sollte.

    Man sollte sie auch für die kommende Saison nicht mehr in den UEFA Wettbewerben mitspielen lassen, es wäre nicht schlecht wenn die richtige Süperlig in der Türkei ein bis zwei CL Plätze dieser Putschisten dazugewinnen würde.

  2. 20. April 2021 um 18:39

    Ach, kommt und weint alle wegen der Super League. Ist die Champions League denn besser? Spielen seit Jahren die gleichen Mannschaften vorne mit.

    Fussball muss sich generell was einfallen lassen. Es gibt kaum noch gute Spiele. zu viele 1: 1 und 0:0

  3. 20. April 2021 um 18:26

    Natürlich ist der Fußball ein Multimilliardengeschäft geworden, doch genau deswegen tragen diese „großen“ Vereine so eine große Verantwortung in der Gesellschaft.
    Man kann ja deutlich erkennen, dass diese Vereine sich klar gegen diese Verantwortung richten wollen, indem sie ihre generierten einnahmen alleine verwalten und von Nachhaltigkeitsaktivitäten absehen. Kosten für Jugendarbeit, Nachhaltigkeit, Förderung, Entwicklung, Soziale Projekte, Verbände, Krisenhilfe und und und soll in Zukunft von den anderen getragen werden. Hoffentlich reagiert die UEFA kranken Transferzöllen und verteilt diese Gelder dann wieder in die Nationalen Ligen und weitere derartige Maßnahmen.

    Diese gesamten genannten SL-Clubs haben Jahrelang beschissene Arbeit geleistet und sich vollkommen verspekuliert und genau deswegen wollen sie jetzt auf einmal ein neues System, weil sie merken dass sie nicht intelligent sind um unter regeln zu spielen.
    Das einige Fans der türkischen Vereine mit ihren utopischen Forderungen und fragwürdigen Auffassungen von Fandasein und Fußballliebe diesem Konzept zustimmen war ja klar. Nur so lässt sich die beschissene Arbeit, die Galatasaray, Fenerbahce und Besiktas geleistet haben auch zukünftig kaschieren bis der Kollaps darstellt und die Fans ihren Verein verlieren. Die Investoren wüten dann einfach im Striplokal nebenan. Genau da liegt der Punkt!
    Manchen Fans vor allem in der Türkei geht es gar nicht darum sich am eigenen Verein zu erfreuen und Sympathien zu entwickeln, sondern den Fußball als Basis für Feindseligkeit und Provokationen zu nutzen. Der Spalt zwischen humorvoll und aufheizend wird vor allem im Internet in den meisten Fällen vollkommen verfehlt.

    Sollte einer meiner Vereine an diesem System teilnehmen, endet genau mit diesem Eintritt meine Sympathie und Unterstützung für diesen Klub, dann distanziere ich mich eben vollständig von diesen Betrügern.

    Juventus hat vor nicht mal 15 Jahren noch durch Betrug in der 2. Liga gespielt. Wer weiß wie sie sich wieder in diesen Kreis „erarbeitet“ haben. Arsenal und Tottenam sind ein Witz, genau wie Chelsea und ihr oligarch. Milan hat seit über 12 Jahren international nichts mehr gerissen und Inter ist nur wieder oben, weil sie dank Investoren sowieso schon gerissen die Regularien umgehen. Gleiches gilt für ManCity. Barcelona verkauft junge Spieler, weil sie sich ihre Gehälter nicht mehr leisten können. Nachdem real die erstem 100 Mio Transfers gemacht hatte, musste Barca das natürlich zur Tagesordnung machen. Wozu das geführt hat sehen wir ja. Pjanic gegen Arthur und evtl. geht dembele und ein Agüero kommt nur dank gehaltseinbußen.

    Am meisten enttäuscht es mich bei all den Vereinen von Liverpool. Hoffentlich haut Klopp dort ab und setzt ein Zeichen! Er ist einer der einzigen Männer, die ich im Fußball sehe, die noch halbwegs Ehre, Respekt und Realitätsnähe zeigt.

  4. 20. April 2021 um 15:15

    Ich kann mich den Aussagen nur anschließen. Natürlich weiß ich, dass der Fußball mittlerweile ein Milliarden-Geschäft geworden ist und man ohne politischen und finanziellen Druck die Super League nicht aufhalten kann.

    Man siehe nur die Euroleague und den Konflikt mit der FIBA mit den Drohungen im Zuge der CL.

    Jedoch weiß ich, dass sehr viele Fans (gerade in der Türkei) sich denken, nimmt uns auf.

    Das Geld ist für meinen Verein, Schulden abbauen, dadurch deutlich stärker als die Konkurrenz sein. Der Rest und was mit den Klubs geschieht ist mir egal. Lieber auf die leichte (unfaire) Art Geld machen, statt vernünftig geleitet zu werden und sportlich aufzusteigen.

    #HaziraKonmak #EgoismusDeineNameIstMeinVerein

    Dass dadurch der Wettbewerb in den nationalen Ligen unfairer wird, die kleinen Nationen enorm darunter leiden und die großen Spiele aufgrund der schieren Masse an Reiz und Aufregung verlieren und eben nicht mehr Teams aus 55 Verbänden gegeneinander antreten, David mal den Goliath ärgert und der Fußball, wie wir ihn kennen, zerstört wird. Das vergessen die meisten warum???

    Galatasaray gitsin ahahahha bakin Fener ve BJK batsin mantigi. Und umgekehrt.

    Die Lösung ist für mich klar und plötzlich scheint es ja auch für die UEFA zu gehen: Mehr Prämien und Gelder in der UCL und UEL ausschütten und fairer verteilen. Das ist Anreiz genug.

    Vlt wollen das die SL-Vereine auch erzwingen und es ist ein Teil-Bluff. Entweder mehr Geld oder eben Super League.

    Ich verweise auf JP Morgan und nun den Bloomberg-UEFA-6 Mrd-Bericht.

    Hat GF gut eingefangen in den News zuvor!