Türkischer Fußball

Coronavirus zerstört die Sportwirtschaft!

Der professionelle Sport hat sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt. Insbesondere die “wahren” Fußballfans verfolgen entsetzt die fortschreitende Kommerzialisierung ihres Sports und hätten gerne die guten alten Zeiten wieder zurück. Beispielweise beträgt das Gesamtvolumen des europäischen Fußballs aktuell 15 Milliarden Euro. Den Großteil der Einnahmen in den großen europäischen Ligen, darunter der Süper Lig, bildeten der Verkauf von Medienrechten und die Erlöse aus dem Sponsoring. Während im Jahre 2019 der globale Wert der Sportindustrie auf 620 Milliarden Euro geschätzt wurde, erhöhte man diesen Wert in diesem Jahr durch die EURO 2020 und die Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio auf 700 Milliarden Euro. Allerdings hat keiner mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) gerechnet, der auch die Sportwirtschaft direkt ins Herz stach. Allein durch die Absetzung der US-amerikanischen NBA-Saison (National Basketball Association) könnte der Verlust 500 Millionen Dollar betragen.

EURO 2020 im Dezember?

Die Zukunft des Sports ist in diesen Tagen so unklar wie noch nie. Das Schicksal des Fußballs wird die Videokonferenz der UEFA am 17. März besiegeln. An der Krisensitzung werden alle 55 Mitgliedsländer, die Vorstände der Europäischen Klubvereinigung ECA und die Vereinigung der europäischen Ligen sowie die Spielergewerkschaft FIFPro teilnehmen. Auf dem Programm steht eine mögliche Absetzung sowohl der inländischen Ligen als auch der vorzeitige Abbruch der laufenden Europapokalsaison. Zudem wird beschlossen ob die paneuropäische EURO in diesem Jahr noch stattfinden wird oder erst im nächsten Jahr. Laut der englischen Tageszeitung “Daily Telegraph” steht auch eine Austragung zum Ende des Jahres im Raum. Hierfür soll der europäische Fußballverband einen Masterplan entwickelt haben.

Verlegung wäre ein Vorteil für die Türkei

Es wäre zudem ein Testlauf für die zwei Jahre später stattfindende WM in Katar, die ebenfalls im Winter ausgetragen werden soll. Die Verlegung an sich würde für die türkische Nationalmannschaft aufgrund der Verletzungsmisere um Yusuf Yazici, Merih Demiral, Cenk Tosun, Ozan Kabak, Dorukhan Toköz und Nazim Sangare von Vorteil sein. Der eigentliche Termin für die EURO 2020 würde den Ligen nicht die Möglichkeit geben, diese zu Ende zu bringen. Zudem ist noch unklar, ob der Spielbetrieb im April wie gewohnt weitergehen wird. Fast alle europäischen Ligen, bis auf die türkische, russische, ukrainische und weißrussische, haben aufgrund der Corona-Pandemie ihren Spielbetrieb bis auf weiteres eingestellt.

Absage von Tokio 2020 lässt die Sportindustrie zittern

Olympia 2020 in Tokio bereitet der Sportindustrie jedoch am meisten Kopfschmerzen. Bei den Olympischen Spielen gibt es nämlich keine Begrenzung. Aus über 200 Ländern werden zehntausende von Sportlern, Trainern, Schiedsrichtern, Vorstandsvorsitzenden und Medienvertretern in der Hauptstadt von Japan sein. Viel bedeutender sind die japanischen Fans, die bisher 4,48 Millionen Tickets gekauft haben. Es wurden zudem fünf Millionen Tickets für die Gäste aus aller Welt reserviert. Wenn dieses Sportereignis tatsächlich stattfinden sollte, würde es für über 200 Länder Risiken mit sich bringen. Risiken, die die IOC (International Olympic Commitee) wohl nicht in Kauf nehmen wird. Es wurden viele Olympia-Qualifikationsturniere bereits abgesagt und somit stehen noch nicht einmal die Sportler fest, die teilnehmen sollen. Wir können also fest davon ausgehen, dass Tokio 2020 in Tokio 2021 umgeändert wird. Dies wiederum bringt Probleme beim Spielplan für alle Sportbranchen mit sich. Eines steht aber fest: Die Sportfunktionäre stehen vor ihrer größten und zugleich schwierigsten Aufgabe überhaupt.


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M. Cihad Kökten

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