Besiktas

Besiktas-Kapitän Atiba Hutchinson: „Türkei und Istanbul sind mein Zuhause!“

Atiba Hutchinson spielt seit fast genau sieben Jahren für Besiktas. Mittlerweile ist der Mittelfeldmotor der Türken 37 Jahre alt. Dennoch besticht der Kanadier durch viel Laufbereitschaft und konstant gute Leistungen. In der laufenden Spielzeit kommt der Mann aus Brampton/Ontario auf 25 Partien, in denen dem 84-maligen kanadischen Nationalspieler vier Treffer und fünf Torvorlagen gelangen. Vieles deutet auf ein weiteres Jahr am Bosporus hin, sofern man sich bei der Gehaltsfrage einigen kann. Dies dürfte womöglich dann auch das letzte Jahr des Vorzeigeprofis werden, der schon jetzt als lebende Legende für die schwarz-weißen Fans gilt. Im Interview mit der TFF-Zeitschrift “TamSaha” sprach der Kanadier unter anderem über seinen Wechsel zu Besiktas und seinen Chefcoach Sergen Yalcin. Hutchinson über…

… seinen Spielstil und seine Familie

„Schon als kleines Kind konnte ich es nicht ausstehen den Ball zu verlieren. Dementsprechend habe ich mein Spiel so entwickelt, dass die Mannschaft so oft wie möglich am Ball bleibt. Wenn ich die Kugel verliere werde ich echt sauer. Damit mir das nicht passiert versuche ich stets die richtige Passstation zu finden und nicht so zerstreut auf dem Platz aufzutreten. Ich denke nicht, dass es ein Geheimrezept dafür gibt. Ich habe lediglich mein Spielstil so entwickelt. […] Um mir, meiner Schwester und meinem Bruder ein besseres Leben zu ermöglichen, sind wir nach Kanada gezogen. Unsere Verwandten und meine Cousins kamen auch mit uns. Mein Vater war Schweißer und meine Mutter Bibliothekarin an einer Universität. Wegen meinem Vater, dessen Lieblingssport der Fußball ist, hatte ich sehr früh Kontakt zum Fußball. Er hat mich mit vier Jahren in einer Fußballschule eingeschrieben und so hat sich letztendlich alles entwickelt.“


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… seine Karriere in Europa

„Östers IF war der erste professionelle Verein, bei dem ich gespielt habe. Ich habe bei etlichen Mannschaften Probeeinheiten absolviert, damit mir der große Sprung gelingt, aber ich hatte kein Glück. Danach hat mir Östers IF einen sechsmonatigen Vertrag mit Kaufoption angeboten. Ich konnte überzeugen, so dass sie von der Option Gebrauch machten. Dies war eine großartige Möglichkeit für mich, da ich zuvor so oft gescheitert war. Das war der Anfang und ich gab meinen Traum vom Profifußballer nie wieder auf. Ich hatte nicht viel Ahnung über Schweden und wusste lediglich, dass es eine professionelle Liga war, was mir im Grunde vorerst gereicht hatte. […] Die taktischen Seiten des Spiels habe ich erst beim FC Kopenhagen gelernt. Es war unglaublich, dass ich in Dänemark als Kanadier zum Fußballer des Jahres gewählt wurde. Dies passiert nicht immer und ich war sehr glücklich. Der Transfer danach zur PSV Eindhoven war der größte Schritt in meiner Karriere. Ich wusste vieles über den Klub und sie waren vor meinem Transfer vier Jahre hintereinander Meister in den Niederlanden geworden. Bereits durch das Interesse seitens der PSV war ich sehr aufgeregt und überlegte nicht lange. Meine Zeit in den Niederlanden hat mein Spiel sehr geprägt und mich auf ein ganz anderes Niveau gebracht. Ich habe viel dazu gelernt und mich taktisch weiterentwickelt. Ich bin glücklich, dass ich bei der PSV mit solch talentierten und erfahrenen Fußballern spielen durfte.“

… seinen Wechsel zu Besiktas

„Mein Spielerberater kam zu mir und sagte, dass Besiktas interessiert sei. Ich habe daraufhin mit unserem damaligen Coach Slaven Bilic gesprochen. Er hat mir gesagt, dass er mich unbedingt haben möchte. Über die Stadt und das Team hatte ich nur Positives gehört. Nach all den Gesprächen kam ich zu der Entscheidung, dass ich den Vertrag unterschreibe. Für mich war es ein tolles Ereignis. Ich hatte gehört, dass man in der Stadt vieles unternehmen kann und sie zudem sehr modern ist. Außerdem wusste ich, dass sie eine sehr interessante Kultur inne hat. Als ich ankam war ich sehr aufgeregt. Es hat nicht lange gedauert bis ich die hilfsbereite und zuvorkommende Art der Menschen kennengelernt habe. Seit meiner Ankunft fühle ich mich in der Türkei und Istanbul wie zuhause. Das hat natürlich einiges für mich leichter gemacht und ich hatte keine Probleme bezüglich der Akklimatisierung. Meine Frau und ich möchten hier nicht mehr weg.“

… Chefcoach Sergen Yalcin und seinen weiteren Karriereverlauf

„Er hat Besiktas die Identität zurückgegeben. Seit Tag eins hat er sich dem Kampf durch viel Arbeit hingegeben. Die Unterstützung der Fans ist hierbei unglaublich. Für meine Begriffe laufen die Dinge in die richtige Richtung. Es gibt noch Spiele zu absolvieren und die Mannschaft ist positiv gestimmt. Wir freuen uns dementsprechend schon auf die nächsten Spiele und vor allem auf die nächste Saison. […] Mein Vertrag läuft zum Saisonende aus, aber ich fühle mich noch gut und denke, dass ich noch mindestens eine weitere Spielzeit spielen kann. Wir haben uns mit dem Klub bereits ein paar Mal ausgetauscht. Wir werden sehen was dabei rauskommt. Nach meiner aktiven Karriere möchte ich weiterhin im Fußball tätig sein. Vielleicht als Trainer. Ich denke, dass es mir gut tun wird, im Fußballgeschäft zu bleiben.“


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