Besiktas

Besiktas gibt Schuldenstand bekannt – Orman attackiert Opposition

Während der ersten öffentlichen Ratssitzung von Besiktas im Jahr 2019 wurde der derzeitige Schuldenstand des Vereins offengelegt. Demnach belaufen sich die Verbindlichkeiten des 15-maligen türkischen Meisters auf 2.314.695.709 TL (circa 383,7 Millionen Euro). Die Einnahmen würden indes 234.899.833 TL (rund 38,93 Millionen Euro) betragen.

Zwei Kandidaten fordern Orman heraus

Während der Versammlung ging es neben den finanziellen Gegebenheiten des Klubs auch um die Präsidentschaftswahlen bei Besiktas im Mai. Neben Hürser Tekinoktay, der seine Kandidatur vor Kurzem bekanntgab, erklärte auch Aydogan Cevahir für den Posten des Vereinspräsidenten von Besiktas kandidieren zu wollen. Beide Herausforderer nutzen die Gelegenheit, um einige Worte an die anwesenden und wahlberichtigten BJK-Mitglieder zu richten.

Orman provoziert oppositionelle Kräfte

Zuvor hatte allerdings Amtsinhaber Fikret Orman das Wort und der 51-Jährige nutzte die Möglichkeit, um mit der Opposition abzurechnen: „Die Kandidaten für das Amt des Präsidenten sollen vortreten und erklären, dass sie der Anführer der Opposition sind. Seit wann gibt es eine Opposition ohne Leitfigur? 2012 seid ihr gegen mich angetreten und habt gerade einmal 152 Stimmen gesammelt. Es soll ein ernsthafter Kandidat gegen mich antreten. Wenn ich jetzt erklären würde, dass ich nicht antrete, würden sie behaupten, ich sei weggerannt“, so der energische Einstieg Ormans.

„Wo bleibt die Anerkennung?“

Anschließend warf der BJK-Boss den vorstandskritischen Stimmen Undankbarkeit und mangelnde Wertschätzung vor: „Es gab Zeiten, als wir nicht im Europapokal antreten konnten. Das habt ihr vergessen. Drei Jahre hatten wir keine Stadion-Einnahmen. Das habt ihr vergessen. Drei Jahre haben wir alle unsere Spiele auswärts bestritten. Das habt ihr vergessen. Trotz diesen denkbar ungünstigen Umständen haben wir investiert. Das habt ihr vergessen. Unsere Rivalen haben Gebäude und Grundstücke verkauft. Wir hingegen haben nichts von unserem Besiktas-Eigentum veräußert. Das habt ihr vergessen.“

Die Geldfrage

Auf die ständige Frage, wo das Geld geblieben sei, antwortete der Vereinsoberste wie folgt: „Als wir den Klub 2012 übernahmen, betrugen die Schulden 326 Millionen Dollar. Heute belaufen sich unsere Schulden auf knapp 400 Millionen Euro. Wir haben seit der Amtsübernahme in allen Sektoren des Vereins investiert. Aber das scheint niemand verstehen oder einsehen zu wollen. Als wir die Amtsgeschäfte aufnahmen, betrugen die Schulden unserer Rivalen gerade einmal die Hälfte von unseren. Ihre Einnahmen waren allerdings doppelt so hoch als unsere. Sie hatten beiden die Stadion-Projekte erfolgreich beendet. Um ihre Verbindlichkeiten zu tilgen, haben sie ihr Eigentum verkauft. Ich will nicht in die Geschichte von Besiktas eingehen als der Präsident, der das Eigentum des Klubs verkauft hat.“

Nie dagewesene Einnahmequellen

„Besiktas ist der stärkste Verein der Türkei. Wir haben an niemandes Tür geklopft und um Geld gebeten. Weder haben wir Kampagnen ins Leben gerufen, um aus dem Nichts Geld zu sammeln noch haben wir unsere Besitztümer verkauft. Um gewisse Verbindlichkeiten zu begleichen, muss man investieren und sich zuerst nochmals verschulden. Aber die umgesetzten Projekte kommen mit Einnahmen zu uns zurück, die wir zuvor nicht hatten. Man könnte denken, die 525 Millionen TL an Sponsor-Einnahmen sind dem Verein voll alleine zugeflogen. Niemand erwähnt, dass die Trikot-Verkäufe von 55.000 auf 400.000 Stück gestiegen sind. Wir sind in der UEFA-Wertung von Platz 66 auf Rang 24 geklettert und haben unseren Markenwert bewerten lassen. Wir haben 338 Millionen TL an Spieltagen in unserem Stadion erzielt, die es drei Jahre lang gar nicht und auch davor nicht auf solch einem Niveau gab.“

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

Stellvertretender Chefredakteur GazeteFutbol
Hürriyet.de-Redaktion

1 Kommentar

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    23. Februar 2019 um 23:01 —

    2.314.695.709 TL Schulden. 2 Mrd 314 Mio und paar zerquetschte TL.

    Unsere Vereine können Ihre Schulden nicht mehr abbauen. Das wird auch nicht passieren. Zum einen ist die Landeswährung ein hoffnungsloser Fall und zum anderen Leben unsere Vereine über Ihre Verhältnisse und das über mehrere Jahre hinweg, nur um Konkurrenzfähig zu sein. Wenn wir nicht wollen das unsere Vereine irgendwann Insolvenz anmelden und das Geschäft schließen, dann muss die TFF jetzt handeln. Es müssen klare finanzielle Regeln gesetzt werden. Beispielsweise darf ein Spieler der verpflichtet wird nicht mehr als 5 Mio TL verdienen. Zum anderen dürfen und sollten unsere Vereine nur in TL bezahlen, da mann auch nur in TL die größten Einnahmen hat, ist doch logisch oder ? In anderen Ligen siehst du so etwas nicht. Da bekommen die Euro und gegeben Euro, da bekomme die Pfund und geben Pfund. Es würde nicht nur die türkischen Währung verstärken, sondern unsere Vereine würden auf die Weise auch schulden abbauen.

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