Besiktas

Besiktas: Fikret Orman tritt als Präsident zurück

Paukenschlag bei Besiktas. Nach der sportlichen Talfahrt hat Präsident Fikret Orman die Konsequenzen gezogen und auf einer Pressekonferenz angekündigt, sein Amt niederzulegen: „Seit 7,5 Jahren habe ich jede Sekunde für Besiktas aufgewendet und Tag und Nacht für den Erfolg dieses Vereins gearbeitet. Ich bin nicht durch die Fans zu diesem Posten gekommen. Ich habe an keiner Tür geklopft und um Geld gebeten oder Kampagnen organisiert. Als ich das Amt des Klubpräsidenten übernahm, haben uns die Anhänger nicht unterstützt. Die Ränge bei den Spielen waren leer“, so der 51-Jährige einleitend.

Schwere Zeiten durchlebt

Die Zeit ohne eigenes Stadion sei dabei besonders schwer für den BJK-Vorstand und die Spieler gewesen: „Zwei Jahre haben wir wie Nomaden verbracht, um unsere Spiele auszutragen. Aufgrund des FFP konnten wir nicht am Europapokal teilnehmen. Besiktas hatte keine Einnahmen. Wir hatten eine schwere Zeit der Entbehrungen. Ich habe dafür gekämpft, dass wir die Genehmigungen für den Bau eines neuen Stadions erhalten und habe mehr Orte in der Türkei besucht, um die Besiktas-Gemeinde zusammenzubringen, als sonst ein Besiktas-Präsident zuvor.“

„Besiktas braucht eine Veränderung“

Zuletzt erklärte Orman, dass ihm die Energie fehle, weiterzumachen: „Die Menschen sind unglücklich. Ich habe immer versucht, das Beste für Besiktas zu bewirken. Wenn ich mit jemanden im Streit lag, dann für das Wohl von Besiktas. Aber ich habe mich zu fragen begonnen, warum ich das überhaupt noch tue. Schon bei der letzten Wahl hatte ich überlegt, ob ich nicht kandidiere. Die Reaktionen der Fans sind enttäuschend. Schon kleine Kinder beginnen mit negativen Ausrufen, egal wohin ich gehe. Ich habe den Zusammenhalt der Besiktas-Gemeinde einfach nicht erreicht.

Meine Energie reicht nicht mehr dafür. Ich bin verletzt und traurig. Ich frage offen, was habe ich gemacht? Was habe ich Schlechtes getan? Besiktas braucht eine Veränderung und frisches Blut. Ich schade Besiktas in dieser Situation nur. Morgen versammele ich den Vorstand und beende meine Arbeit bei Besiktas“, zitierte das vereinsnahe Newsportal “Duhuliye.com” den scheidenden Klubchef der Schwarz-Weißen.

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

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Hürriyet.de-Redaktion

10 Kommentare

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    25. September 2019 um 10:19

    Dann muss doch Orman auch als Präsident der Klubvereinigung zurücktreten oder und wer macht hier die Nachfolge? Ich tippe mal auf Gümüsdag oder Koc!

    Falls die den Ali Koc als neuen Präsidenten der Klubvereinigung als Nachfolger von Orman wählen sollten werden insbesondere die GS’li auf die Barrikaden gehen.

    Ich meine Nihat Özdemir beim TFF und Ali Koc als Klubpräsident sind für die gelbrote Seele einfach zuviel, deshalb würde ich Koc davon abraten Ormans Nachfolge anzutreten wir brauchen hier nicht nochmehr Stress mit den gelbroten Brüdern vom anderen Ufer….

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    24. September 2019 um 13:04

    “Ich habe an keiner Tür geklopft und um Geld gebeten oder Kampagnen organisiert.”

    Meint er damit den Ex-Präsi Demirören? Kim kapi kapi dolanip para dilendi? Wer das gemacht hat, hat definitiv keinen Stolz.

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      24. September 2019 um 13:10

      Er meint damit Ali Koc mein Freund.
      Ali Koc hat um Geld gebeten und eine Kampagne gestartet und den kleinen Kindern das Geld aus der Tasche genommen.

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      24. September 2019 um 13:14

      @ultraaslan1905

      Danke für die Info. Krasse Sache.

      Stell dir mal vor, Watzke parkt seinen Porsche vor der Grundschule und fragt die Kids, ob sie ihr Taschengeld für Millionäre spenden. Das ganze Land würde ihn auslachen.

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      24. September 2019 um 15:29

      Er hat niemanden das Geld weggenommen. Jeder, der wollte, hat freiwillig Geld gespendet, um den Verein zu unterstützen. Das Geld hat sich Ali Koc auch nicht selber in die Taschen gesteckt.

      Soweit ich weiß, konnte man auch nur mit Handy spenden, in dem man eine SMS schreibt. Somit sollten viele Grundschüler rausfallen, wenn sie achtsame Eltern haben.

      Bild (boulevard presse) ist auch der Türkei nicht fremd. Und bei Gazetefutbol schon garnicht.

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    24. September 2019 um 13:01

    Finde ich sehr undankbar von den eigenen Anhängern wie sie ihren Präsidenten so behandeln. Man erinnere sich an die grauenvolle Zeit mit Demirören, wo man fast bankrott war. Ein Orman hat wie jeder andere Präsident den Verein zur schlechtesten Zeit übernommen. Gleiches gilt für Ali Koc, Mustafa Cengiz und Ahmet Agaoglu.
    Man wurde zwei mal Meister, hat zwei mal in der CL sehr gute Leistungen gezeigt und hat tollen Fußball gespielt. Man wurde mit 34 Auswärtsspielen Meister, was für mich schon eine beeindruckend ist. Ohne Stadion musste man die Hürde schaffen.
    Jetzt wo es etwas bergab geht, kehren die Fans direkt den Rücken zum Vorstand und fordern den Rücktritt. Kein Zeichen der Dankbarkeit oder ähnliches.
    Mir bleibt da nur eine Frage: Wo ist das ganze Geld hin? Ich mein man hat so viel Geld durch die CL bekommen und dann noch die Ablöse von Cenk..
    Für die Schulden wurden diese offensichtlich nicht eingesetzt. Es wurden kaum teure Spieler geholt bis auf Ljajic.

    Noch mal ein kleiner Nachtrag an die ständig wechselnden Präsidenten in der Türkei: Ich finde es echt traurig, dass fast alle 4 Jahre der Präsident sich ändert. So kann man doch nichts aufbauen oder? Schaut euch die Bundesliga an, dort sind die Präsidenten seit Jahrzehnten anwesend und gehen ihrer Arbeit nach und bauen sich was auf. Hier werden Vereine eher als Spielzeuge verwendet. Wenn man keine Lust mehr hat, hört man einfach auf und lässt einen Trümmerhaufen zurück. Man nimmt das ganze nicht ernst, entweder man hört selber auf weil man keine Lust mehr hat oder weil die Ergebnisse nicht stimmen und die Fans die Barrikaden stürmen…

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      24. September 2019 um 13:18

      Es gibt keine Dankbarkeit mehr, selbst unter Familienmitgliedern nicht.

      Und du erwartest Dankbarkeit im Milliardengeschäft Fußball? Hayirina mi yapti Orman baskanligi? Jeder Baskan wird Baskan, um seinen eigenen Nutzen daraus zu schlagen!

      Wie Dankbarkeit endet, haben wir bei Aziz Yildirim gesehen.

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      25. September 2019 um 9:49

      Also sooo einfach ist das nicht. Fikrets Aussagen sind nur eine Seite der Medaille.
      Ein Stadion gebaut, immer Auswärts gespielt, keine Einnahmen gehabt nach der “Ära” Demirören, und trotzdem haben sie es geschaftt, 2 mal hintereinander Meister zu werden und in der CL gute Leistungen abzuliefern. Ja, das waren die Zeiten wo Fikret mit Recht behaupten kann, dass er etwas in dieser Situation Aussergewöhnliches erreicht hat.
      Aber in den letzten 2 Jahren hat er es irgendwie geschafft, BJK herunter zu Wirtschaften. Und das ist die andere Seite der Medaille. Zum Glück klammert er sich nicht an den Sessel…

  4. Avatar
    24. September 2019 um 12:37

    kann ihn gut verstehen, sehr undankbar die BJK “Fans”.

    Ich finds auch total komisch, dass in der Türkei die Club-Präsidenten so im Focus stehen… In den meisten anderen Ländern wissen die Leute nicht mal wer Club-Präsident ist…