Besiktas

Besiktas-Coach Senol Günes: „Sie wollten, dass ich gehe!“

Ein letztes Mal auf der Besiktas-Bank Platz nehmen, hieß es am gestrigen Freitagabend für den scheidenden Chefcoach Senol Günes. Mit dem 3:2-Sieg über Kasimpasa (zum Spielbericht) verabschiedet sich der zweimalige Meistertrainer von den Schwarz-Weißen. Nach vier Jahren verlässt Günes die Istanbuler und übernimmt die türkische Nationalmannschaft. Trotz der weniger erfreulichen vergangenen zwei Spielzeiten im Ligabetrieb bleiben die Back-to-Back Meisterschaften und etliche Erfolge in Europa in Erinnerung. Serdal Adali (Vizepräsident) überreichte ihm noch vor der Begegnung eine Plakette für seine Verdienste. Nach der Partie drehte der erfahrene Coach eine Ehrenrunde im Vodafone-Park und verabschiedete sich von den Fans: „Die Fans standen stets hinter mir und haben mich als ein Familienmitglied angesehen. Ich hoffe, dass mein Kollege nach mir auch so aufgenommen wird. Die Besiktas-Anhänger sind das Wahrzeichen und der ganze Stolz des Vereins“, so Günes nach dem Sieg.

Senol Günes: „Sie wollten, dass ich gehe!“

In der Pressekonferenz sprach der Neu-Nationaltrainer offen über seinen Abgang, welcher ihm sicherlich nicht leicht fiel: „ Besiktas ist für mich eine ganz besondere Geschichte. Ich habe in meinem Leben versucht, immer stark zu wirken und nicht emotional. Meine Liebe und meine Kritik führten Hin und Wieder zu Fehlern. Mir wurde gesagt, dass es für alle Beteiligten das Beste sei, wenn ich Besiktas Richtung Nationalmannschaft verlasse. Ich weiß, wie ich damals gekommen bin in einem blauen Anzug. Und heute ist der Anzug schwarz-weiß. Die Menschen, die von Anfang an versucht haben uns zu trennen, sind erfolgreich gewesen und haben ihr Ziel erreicht. Am Ende haben wir aufgegeben. Ich lasse mein Herz hier bei Besiktas und gehe nicht weit weg. Die Freuden und Tränen von Besiktas sind unsere gemeinsamen Werte.“

Zu den Spekulationen bezüglich der Nationalmannschaft entgegnete der erfahrene Übungsleiter mit den Worten: „Ich bereue keinen einzigen Moment in den letzten vier Jahren. Niemals habe ich Besiktas verraten und wollte stets das Beste für diesen Klub. Man kann viel Geld verdienen im Leben, aber Anerkennung und Respekt zu bekommen ist viel wertvoller! Das habe ich hier in dem Alter bei Besiktas erfahren. Wir hatten durch die Punktverluste zum Ende der Hinrunde an Selbstvertrauen verloren. Da nehme ich auch die ganze Verantwortung auf mich. Es wäre nicht korrekt gewesen, noch hier zu bleiben, wenn Besiktas nicht Meister wird. Ich konnte das vorhersehen und habe zuvor gehandelt. Es benötigte einfach einer Veränderung.“

Senol Günes: Keine Reue, aber viel Trauer beim Abschied

Güven Yalcin: „Wir werden Senol Günes sehr vermissen!“

Güven Yalcin, der im letzten Saisonspiel seinen zweiten Hattrick in dieser Saison schnürte, widmete seine Treffer seinem Coach: „Der Sieg heute war sehr wichtig, um in der nächsten Saison in der UEFA Europa League ohne Umwege dabei sein zu können. Dafür haben wir gekämpft und gehen als Sieger vom Platz. Für mich war es eine erfolgreiche Spielzeit (acht Tore und vier Assists) und hierbei hatte mein Trainer einen ganz großen Anteil. Für mich ist er eine ganz besondere Persönlichkeit. Wir werden ihn sehr vermissen.“

Innenverteidiger Nicolas Isimat-Mirin sprach hingegen schon über die nächste Saison: „Ich bin erst in der Rückrunde dazugestoßen und trotzdem hat mir Senol Günes sein Vertrauen geschenkt. Wir haben auch eine tolle Rückrunde mit nur zwei Niederlagen hinter uns. Die Meisterschaft ging leider in den letzten Wochen verloren. Wir sind nun Dritter geworden und müssen uns bestens auf die neue Saison vorbereiten. Ich bin diesbezüglich sehr motiviert und wir werden alles geben, um nächstes Jahr Meister zu werden.“

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