Türkischer Fußball

3. Liga: Vom Aufstieg zum Aufstieg? – Starkes Türkgücü München marschiert


Aufsteiger Türkgücü München sorgt in der 3. Liga weiter für Furore und fährt Erfolg um Erfolg ein. Kann das Team in die 2. Bundesliga durchmarschieren? Das ist natürlich noch Zukunftsmusik und ein schweres Unterfangen. Aber die Formkurve des türkischstämmigen Vereins aus Bayern zeigt steil nach oben. Aus den letzten vier Ligaspielen, die verschobene Partie gegen Hansa Rostock ausgeklammert, hat Türkgücü drei Siege und ein Remis geholt und folglich zehn Punkte gesammelt. Dadurch schob sich die Truppe von Trainer Alexander Schmidt mit insgesamt 16 Zählern aus neun Partien zumindest vorläufig auf Platz fünf in der Tabelle vor, hat allerdings lediglich einen Punkt Rückstand auf den Relegationsplatz (aktuell FC Ingolstadt 04) bei einem Spiel weniger auf dem Konto.

Türkgücü-Stars im Rampenlicht

Doch auch die Profis von Türkgücü München drücken der 3. Liga derzeit ihren Stempel auf. Sowohl als Vollstrecker als auch als Vorbereiter spielen sich die Kicker von Türkgücü mit herausragenden Leistungen in den Vordergrund. So führt Stürmer Petar Sliskovic mit acht Saisontoren aus neun Begegnungen die Torschützenliste mit zwei Treffern Vorsprung vor der Konkurrenz an. Außerdem legte der 29-Jährige Kroate zwei weitere Treffer vor. Auch bei den Assists führt mit Sercan Saraer ein Spieler von Türkgücü die 3. Liga an. Der zwölfmalige türkische Nationalspieler und Kapitän der Münchener steuerte bislang sieben Torvorlagen zum Erfolg seines Klubs bei. Zusätzlich erzielte der gebürtige Nürnberger selbst drei Tore, unter anderem den wichtigen 1:0-Siegtreffer gegen den FSV Zwickau am 4. November.

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Wermutstropfen DFB Pokal-Urteil

Der vielleicht einzige sportliche, wie emotionale Rückschlag in der bisher sehr erfolgreichen Saison für Türkgücü München ereignete sich im Rahmen des DFB Pokals. Als bester bayrischer Amateurklub stand Türkgücü als Tabellenführer der Regionalliga Bayern vor der Corona-Zwangspause die Teilnahme am Pokalwettbewerb zu. Schließlich wurde Türkgücü München als klarer Spitzenreiter der Aufstieg in die 3. Liga zugesprochen. Als Folge wurde jedoch der bis dahin Zweitplatzierte 1. FC Schweinfurt 05 im Gegenzug für den Nicht-Aufstieg für den DFB Pokal gemeldet und als Gegner des FC Schalke 04 ausgelost. Türkgücü reichte Klage beim Bayrischen Fußballverband ein und es kam zunächst zu einer Widerrufung dieser Entscheidung, die Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny folgendermaßen kommentierte:„Ich würde das Urteil als Teilerfolg bezeichnen. Es war richtig, dass wir auf die Umsetzung der Spielordnung vom 5. Mai 2020 gepocht haben, nachdem das Gericht bestätigt hat, dass wir laut dieser am DFB-Pokal teilnehmen müssten. Die kurzfristige Änderung der Spielordnung am 01. September hält einer kartellrechtlichen Prüfung nicht stand und ist dementsprechend nichtig. Das hat das Gericht so bestätigt.“

Allerdings sollte ein späteres Urteil des BFV-Schiedsgerichts die Träume von Türkgücü München am DFB Pokal teilzunehmen auf nicht nachvollziehbare Art und Weise für den Klub jäh beenden. Schweinfurt durfte antreten und unterlag am 3. November Schalke mit 1:4. In München war man mit dieser Entwicklung alles andere als glücklich und einverstanden, wie der Verein in einem offiziellen Statement später auch mitteilte.




Das Statement von Türkgücü München zum DFB Pokal-Schiedsspruch:

Türkgücü München hat die Entscheidung des BFV-Schiedsgerichts vom vergangenen Dienstag mit größter Irritation zur Kenntnis genommen. All unsere Versuche, das Schiedsgericht dazu zu bewegen, den Parteien und sich selbst ausreichend Zeit für das Schiedsverfahren zu geben, wurden vom Schiedsgericht aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgeblockt. Heraus kam nun ein sichtlich übereilter Schiedsspruch, der nicht ansatzweise den Ansprüchen genügt, die an eine gerichtliche Entscheidung zu stellen sind.

Der Schiedsspruch übergeht wesentliche Teile des Sachverhalts und ist in seiner Begründung nicht nur rechtlich unvertretbar, sondern im Vergleich zur ausführlichen rechtlichen Würdigung des Landgerichts München auch geradezu grotesk oberflächlich. Vor allem verneint das Schiedsgericht, das über keine erkennbare Expertise im Kartellrecht verfügt, in einem einzigen Absatz die von der Kartellrechtskammer des Landgerichts München festgestellte Kartellrechtswidrigkeit der Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 e. V. – dieses Ergebnis erreicht das Schiedsgericht nur dadurch, dass es sämtliche Entscheidungen des Bundesgerichtshofs ignoriert, auf die sich das Landgericht München auf den Seiten 16 und 17 seiner Entscheidung stützen konnte.

Damit sich die Öffentlichkeit ein eigenes Bild davon machen kann, auf welcher Grundlage der BFV entgegen der Entscheidung des Landgerichts München an seiner Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 e. V. festhalten will, veröffentlichen wir hiermit sowohl das Urteil des Landgerichts München als auch den Schiedsspruch des BFV-Schiedsgerichts.

Da der BFV anscheinend um jeden Preis an der laut Landgericht München rechtswidrigen Meldung des 1. FC Schweinfurt 05 e. V. festhalten will, haben wir leider keine andere Wahl, als gegen diesen Schiedsspruch des BFV-Schiedsgerichts vorzugehen und den uns hierdurch entstehenden Schaden ersetzt zu verlangen.”

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Anil P. Polat

Anil P. Polat

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Hürriyet.de-Redaktion

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