Türkischer Fußball

Türkische „Gastarbeiter“ am Beispiel Hannover 96: Schlechtes Scouting, Pech oder gar System?

Im Oktober 1961 schloss Deutschland ein Anwerbeabkommen mit der Türkei. Die Migration von türkischen GastarbeiterInnen und deren Familien hat die Bundesregierung seitdem geprägt. Der Fußball ist die Nationalsportart in der Türkei, so dass die Vermutung nahe liegt, dass unter diesen Familien diverse Fußballtalente sein dürften. Zum 60-jährigen Bestehen des Anwerbeabkommens durchleuchtet GazeteFutbol die Transferpolitik bei Hannover 96 in Bezug auf türkischstämmige Fußballer.


Volkan Arslan

Das Eigengewächs schaffte den Durchbruch bei den Niedersachsen nicht. Über RW Essen führte sein Weg in der Saison 2000/01 zu Adanaspor in die Süper Lig. Arslan brachte es auf insgesamt 163 Spiele, wurde Meister und Pokalsieger mit Galatasaray. Außerdem trug er elfmal das Nationaltrikot der Türkei. Eine nennenswerte Ablöse generierte Hannover nicht.

Deniz Kadah

In der Saison 2013/14 schaffte es Kadah in den Profikader, nachdem er in der Vorsaison bei den Amateuren für Furore sorgte. Nach einer enttäuschenden Hinserie wechselte er in die Türkei zu Caykur Rizespor. Seitdem kickt der Stürmer ununterbrochen in der Süper Lig und bringt es auf bislang 178 Spiele. Eine nennenswerte Ablöse wurde ebenfalls nicht generiert.

Kenan Karaman

Der Stuttgarter wechselte in der Saison 2014/15 zu Hannover 96. Über die Fortuna aus Düsseldorf ging es für Karaman weiter in die Türkei. Der 28-Jährige spielt seit der Saison 2021/22 beim türkischen Spitzenklub Besiktas. Als aktueller Nationalspieler der Türkei bringt er es auf bislang 31 Spiele im Nationaltrikot. Der Wechsel nach Düsseldorf erfolgte ablösefrei.

Ceyhun Gülselam

Über Galatasaray wechselte Gülselam in der Saison 2014/15 ablösefrei zu Hannover 96. In zwei Saisons kam er in der 2. Bundesliga zu lediglich 33 Einsätzen. Der zweimalige türkische Meister spielt mittlerweile wieder in der Süper Lig und kommt auf bislang 270 Einsätze. Für die Nationalmannschaft lief er sechsmal auf. Seine Rückkehr aus Hannover in die Türkei erfolgte ablösefrei.

Mevlüt Erdinc

Erdinc ist zwar in Frankreich geboren, hat aber ebenfalls türkische Wurzeln. Für den Stürmer zahlte Hannover in der Saison 2015/16 eine Ablöse in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Nach seiner ersten Saison mit insgesamt 13 Einsätzen (null Tore) wurde er bereits wieder verliehen. Erdinc sollte nie wieder das Trikot der Niedersachsen überstreifen. Zur Saison 2017/18 wechselte er in die Türkei zu Basaksehir. In seiner Karriere bringt es der Angreifer auf 82 Spiele in der Süper Lig, 295 Spiele in der Ligue 1 und 35 Einsätze für die türkische Nationalmannschaft.


Dieser Artikel wurde verfasst von Ali Kara.





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