Die Türkei hat im WM-Playoff-Halbfinale den sogenannten Angstgegner Rumänien nach einer intensiven und lange umkämpften Partie verdient mit 1:0 besiegt und damit das Playoff-Finale erreicht. Die „Milli Takim“ ist damit nur noch einen Schritt vom großen WM-Traum und der ersten Teilnahme an einer Endrunde seit 24 Jahren entfernt. Im Finale am 31. März wartet nun der Sieger der Paarung zwischen der Slowakei und dem Kosovo.
Starke Atmosphäre im Besiktas Park
Der Rahmen für dieses Halbfinale war eines K.-o.-Spiels absolut würdig. Im Besiktas Park (Tüpras-Stadion) waren die Tribünen komplett gefüllt, dazu sorgte eine besondere Choreografie vor dem Anpfiff für zusätzliche Emotionen. Auf Bannern wurde der Bogen von der aktuellen Nationalmannschaft zur WM-Mannschaft von 2002 geschlagen. Der Satz „Aynı ruh, aynı hava“ (dt.: „Der gleiche Geist, die gleiche Atmosphäre“ sorgte für zusätzliche Gänsehaut. Währenddessen lief mit Tarkans Lied „Bir oluruz yolunda“ die passende musikalische Untermalung.
Für die Nationalmannschaft war es zugleich ein besonderes Spiel an diesem Ort. Nach langer Pause trat die Türkei wieder im Besiktas Park an und bestritt dort ihr erstes Länderspiel seit 1.667 Tagen. Entsprechend groß war die Erwartungshaltung, aber auch die Energie auf den Rängen.

Rumänien verteidigte tief, die Türkei drückte
Die Partie begann mit einer aktiven und aggressiven türkischen Mannschaft, während die Gäste von Beginn an auf maximale Absicherung setzten. Rumänien zog sich mit einer äußerst kompakten Formation weit zurück, verteidigte phasenweise fast mit einer doppelten Abwehrreihe und lauerte konsequent auf Konter.
Die Türkei hatte dadurch früh viel Ballbesitz, musste sich aber gegen eine tief stehende und körperlich robuste Defensive immer wieder gedulden. Der Plan der Rumänen war klar zu erkennen: Räume eng machen, das Tempo brechen und die anlaufenden Türken mit ihrer Spielweise zermürben.
Die ersten Chancen blieben ungenutzt
In der 17. Minute sorgte Hakan Calhanoglu erstmals für Gefahr, als er einen Freistoß aus aussichtsreicher Position knapp über das Tor setzte. Nur zwei Minuten später versuchte es Abdülkerim Bardakci aus der Distanz, doch Rumäniens Keeper Ionut Radu war aufmerksam und griff sicher zu.
Die nächste gute Aktion folgte in der 32. Minute. Kenan Yildiz setzte sich auf der linken Seite durch, drang in den Strafraum ein und legte den Ball klug zurück an die Strafraumgrenze auf Arda Güler. Der Jungstar schloss direkt ab, verfehlte das Ziel jedoch knapp. So ging es trotz türkischer Überlegenheit torlos in die Pause.
Güler und Kadioglu lassen das Stadion explodieren
Die zweite Halbzeit begann dann aus türkischer Sicht nahezu perfekt. In der 53. Minute zeigte Güler seine ganze Klasse und schlug mit viel Übersicht einen sensationellen langen Ball in den Lauf von Ferdi Kadioglu. Der Außenverteidiger startete im richtigen Moment, lief allein auf Radu zu und vollendete im Eins-gegen-Eins eiskalt zum 1:0.
Mit dem Treffer explodierten die Ränge im Tüpras-Stadion förmlich. Die ohnehin schon große Spannung entlud sich in pure Euphorie, und die Türkei hatte endlich die verdiente Führung, auf die sie lange hingearbeitet hatte.
Die Türkei blieb am Drücker
Auch nach dem Führungstor blieb die Mannschaft von Vincenzo Montella gefährlicher und druckvoller. In der 61. Minute setzte Kadioglu direkt die nächste starke Aktion. Wieder lief er klug hinter die Abwehr, legte diesmal überlegt zurück auf Yildiz, dessen technisch feiner Abschluss nur an der Latte landete.
Kurz darauf versuchte es Ismail Yüksek in der 63. Minute mit einem wuchtigen Distanzschuss, der jedoch über das Tor segelte. Die Türkei blieb damit klar näher am zweiten Treffer als Rumänien am Ausgleich.
Rumänien wurde nur kurz wirklich gefährlich
In der 72. Minute prüfte Güler den rumänischen Torhüter noch einmal mit einem harten Schuss aus halblinker Position, den Radu mit Mühe zur Ecke abwehrte. Erst in der Schlussphase schafften es die Gäste, die türkische Defensive ernsthaft zu beschäftigen.
Die brenzligste Szene aus rumänischer Sicht folgte in der 77. Minute. Nach einer Ecke klatschte der Ball an den linken Pfosten des türkischen Tores. Es war der gefährlichste Moment der Gäste, die nun nach mehreren Standards ihre beste Phase der Partie hatten. Doch die Türkei blieb insgesamt das bessere Team, verteidigte die knappe Führung konzentriert und brachte den Vorsprung schließlich souverän über die Zeit.
Nur noch ein Schritt bis zur Weltmeisterschaft
Damit hat die Türkei das erste von zwei entscheidenden Spielen gewonnen und das große Ziel weiter fest im Blick. Nach dem 1:0 gegen Rumänien geht es nun am 31. März im Playoff-Finale um das so wertvolle WM-Ticket.
Die Mannschaft hat gegen ein tief stehendes und unangenehmes Rumänien Geduld, Spielkontrolle und Qualität bewiesen. Der WM-Traum lebt also nicht nur weiter, er ist für die Türkei nach diesem Abend in Istanbul greifbar nah.
Aufstellungen
Türkei: Cakir – Müldür, Akaydin, Bardakci, Kadioglu – Yüksek, Calhanoglu (90. Kabak), Yilmaz (78. Kökcü), Güler (90. Kahveci), Yildiz – Aktürkoglu
Rumänien: Radu – Ratiu, Dragusin, Burca, Bancu – Marin (66. Tanase), Hagi (71. Stanciu), Dragomir, Man, Mihaila (88. Baiaram) – Birligea (88. Miculescu)
Tore: 1:0 Kadioglu (53.)
Gelbe Karten: Kahveci, Aktürkoglu (Türkei) – Dragomir, (Rumänien)



7 Kommentare
Kommen wir zum positiven,
Arda und Ferdi waren der Lichtblick, Hakan hat geackert und viele Bälle erobert. Alles in allem hatte man den Gegner gut unter Kontrolle.
Nun das Negative
Baris war heute schlechte und hätte uns mit seiner halbherzigen Verteidigung beinahe ein Tor eingebrockt, Kerem war ebenfalls schlecht.
Alles in allem hätten wir 2-3 Dinger machen müssen, leider fehlt uns ein Stürmer. Bis zur WM muss man sich noch ein wenig steigern ansonsten kann das peinlich werden.
Bunlarin stadina milli mac daha vermeyeceksin!! 78 dakika boyunca Milli Takim icin sesini o kadar yüksek cikarmayanlar, Orkun girerken heeyyyy oweee yeeee diye bögürüyorlar.. Takim finale gidiyor – Dünya kupasina bir adim kalmis 24 sene sonra, bunlarin derde bak amk… Hadi cocuklar, one match left!!!!
Wie kann das sein, dass Kenan Yıldız ein Interview auf Türkisch gibt und Ferdi, der sechs Jahre in Istanbul gelebt hat, englisch spricht. Bu ne lan.
Bei Standards waren wir auch sehr schwach. Ecken schlecht geschlossen und in der Mitte fehlte Big Bad Wolf.
KIRMIZI….
Montella muss sich was einfallen lassen, forvetsiz olmaz. Kerem ve Samet, biri Handbremse diğeri Handgranate. Bunlarla olmaz.
Stadion müll, Fans müll, montellas Taktik müll, Kommentator hat unser Kopf gefickt.