Trabzonspor

Trabzonspor auf der Suche nach dem alten Selbstverständnis


Trabzonspor ist die Enttäuschung der aktuellen Saison in der türkischen Süper Lig. Nach dem Vizetitel in der letzten Spielzeit hat der Verein einen komplett verkorksten Saisonstart hingelegt. Mit nur sechs Punkten aus den ersten acht Spielen steckt man in der Abstiegszone fest und Fans von Sportwetten [Werbung] hinterfragen bereits ihre zu Beginn der Saison abgeschlossenen Wetten. Was ist in den letzten Wochen und Monaten schief gelaufen?

Was ist los mit Trabzonspor?

Ein Grund für die bisherige Saisonleistung ist natürlich schnell ausgemacht. Die Transferpolitik des Vereins ist maßgeblich für die aktuelle Situation verantwortlich. Nach der erfolgreichen letzten Saison verlor die Mannschaft eine Vielzahl an Stammspielern und Leistungsträgern. Alexander Sörloth, Jose Sosa, Jon Obi Mikel, Filip Novak und Badou Ndiaye verließen den Verein vor Saisonbeginn. Vor allem Sörloth, der 33 Tore in 49 Spielen erzielte, fehlt dem Team jetzt. Er wechselte zu RB Leipzig in die Bundesliga. Auf der Gegenseite standen aber keine Neuzugänge, die den Abgang der ehemaligen Spieler bislang ausgleichen konnten.

Der zweite Grund für den chaotischen Saisonstart ist die Tatsache, dass Eddie Newton als Cheftrainer kein überzeugendes Konzept für das Team entwickeln konnte. Newton war in der vergangenen Saison Assistenztrainer unter Hüseyin Cimsir. In den ersten sieben Spielen konnte man keine klare Strategie im Spielaufbau und in der Rückwärtsbewegung erkennen. Die Mannschaft schien in einigen der Spiele komplett hilflos und ohne taktische Vorgaben zu agieren. Daher kam es vielleicht auch nicht ganz überraschend, dass Newton bereits nach sieben Spielen entlassen wurde. War Eddie Newton einfach der falsche Trainer für Trabzonspor? Es ist schwierig, die gesamte Schuld auf Newton abzuwälzen. Vor allem, weil die Leistungsträger der letzten Saison nicht mit adäquaten Spielern ersetzt wurden. Vielleicht hätte man Newton noch bis zum Ende der Hinrunde Zeit geben sollen. Aber so viel Geduld hatte das Management offensichtlich nicht.

Das Ruder rumreißen soll jetzt Abdullah Avci. Der ehemalige Nationaltrainer der Türkei und Besiktas-Coach soll den schlechten Saisonstart von Trabzonspor nun vergessen machen.

Zurück in die Erfolgsspur

Den ganz großen Wurf kann man bei Trabzonspor in der laufenden Saison wohl abhaken. Der schlechte Saisonstart hat den Verein bereits zu viele Punkte gekostet, um an der Tabellenspitze noch eine Rolle zu spielen. Im Moment sollte man sich eher darauf konzentrieren, der Mannschaft eine klare Linie vorzugeben. Abdullah Avci sollte damit beginnen, seiner Mannschaft eine härte Defensive einzubläuen. Und mit den bisher meisten Gegentoren in der laufenden Spielzeit, dürfte dies auch jedem Verantwortlichen bei Trabzonspor klar sein.

Die gute Nachricht ist, dass das Team jede Menge Talent hat. Daher muss man sich auch keine Gedanken über einen möglichen Abstieg machen. Dafür ist die Mannschaft immer noch viel zu gut. Und in der Süper Lig gibt es eine Vielzahl von Mannschaften, die am Saisonende hinter Trabzonspor stehen werden.

Erwähnenswert ist außerdem, dass Trabzonspor im Vergleich zu anderen Vereinen nicht gerade das einfachste Auftaktprogramm hatte. Die Situation könnte in den kommenden Spielen daher weitaus besser werden. Davon abgesehen wird es aber vor allem darauf ankommen, wie das junge Team unter dem neuen Trainer zusammenfindet. Wenn der amtierende Pokalsieger aber in der laufenden Saison einen Sprung in die Top 5 machen will, dann muss man im Winter nochmal Geld für ein oder zwei Neuzugänge in die Hand nehmen. Wenn aber kein Geld dafür zur Verfügung steht, dann sollte man einen kompletten Neuaufbau starten und den jungen Spielern die Möglichkeit und Zeit geben, um sich zu entwickeln.




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Erdem Ufak

Erdem Ufak

Co-Owner/Chefredaktion GazeteFutbol

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