Verbandskrise in Riva: TFF-Präsident Haciosmanoglu lehnt Neuwahlen ab – Vorstandsbeben und Montella-Demission
Nach einer dramatischen Sitzung in der Verbandszentrale hat der Türkische Fußballverband (TFF) weitreichende Beschlüsse gefasst. Wie das Führungsgremium nach der Tagung offiziell mitteilte, wird der Vorstand unter der Leitung von TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu seine Amtstätigkeit bis zur nächsten regulären ordentlichen Generalversammlung mit Vorstandswahlen im Juli 2027 fortführen. Trotz des vehementen Drängens mehrerer Vorstandsmitglieder auf die sofortige Ansetzung eines außerordentlichen Wahlkongresses verweigerte der Verbandschef die Zustimmung zu Neuwahlen. Diese Entscheidung löste eine schwere Führungskrise aus und führte zum geschlossenen Rücktritt von insgesamt fünf hochrangigen Führungsfiguren.
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Rücktrittswelle um Vizepräsident Mecnun Otyakmaz – Neue Personalentscheidungen getroffen
Unmittelbar nach dem Beschluss legten der bisherige TFF-Vizepräsident Mecnun Otyakmaz sowie die Vorstandsmitglieder Mustafa Bozbag, Zafer Bahadir Sarac, Bilal Arslan und Murat Sahin ihre Ämter nieder und verließen demonstrativ die Sitzung. Einer offiziellen Erklärung des Verbandes zufolge wurden zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit umgehend Neubesetzungen vorgenommen. Im Verbandsbulletin hieß es wörtlich: „Der Vorstand des Türkischen Fußballverbandes hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, seine Tätigkeit bis zur nächsten ordentlichen Generalversammlung mit Vorstandswahlen fortzusetzen. Anstelle der beiden zuvor zurückgetretenen ordentlichen Vorstandsmitglieder wurde beschlossen, die Ersatzmitglieder Herrn Ibrahim Özbay und Herrn Metin Akyüz in den Vorstand zu berufen.“
Auch auf der Position des administrativen Leiters vollzog die Verbandsführung einen Personalwechsel. Nach dem jüngst eingereichten Rücktritt des bisherigen TFF-Generalsekretärs Abdullah Ayaz wurde Ahmet Erzurumlu, der bis dato als Direktor für Registrierungsangelegenheiten beim Verband fungierte, zu dessen Nachfolger ernannt.

Aus für Nationaltrainer Montella offiziell besiegelt
Neben den strukturellen Verwerfungen verkündete das Gremium die sportliche Konsequenz aus der anhaltenden Negativserie der türkischen Nationalmannschaft. Die Zusammenarbeit mit dem italienischen Cheftrainer Vincenzo Montella wurde offiziell beendet. Damit zog die Verbandsspitze den Schlussstrich unter die Dienstzeit des Übungsleiters, nachdem die Auswahl in der laufenden Kampagne der UEFA Nations League A mit vier Niederlagen in Folge enttäuscht hatte.

Mecnun Otyakmaz bricht das Schweigen: „Keinen Sinn mehr gesehen“
Der zurückgetretene Vizepräsident Mecnun Otyakmaz, der beim TFF unter anderem für die Belange der Trendyol Süper Lig und der A-Nationalmannschaft verantwortlich zeichnete, stellte sich unmittelbar nach dem Verlassen des Treffens den Fragen der Pressevertreter. Der Ex-Funktionär bezog gewohnt unmissverständlich Stellung zu den Hintergründen des Bruchs: „Wir haben unsere Vorstandssitzung abgehalten. Dort gab es Kollegen, die eine Generalversammlung wollten. Unser Vorschlag wurde nicht angenommen. Deshalb waren auch wir der Meinung, dass es keinen Sinn mehr hat, weiterzumachen.“
Mit Blick auf die verbleibende Verbandsführung und die Zukunft des nationalen Fußballs ordnete Mecnun Otyakmaz den Schritt als folgerichtig ein und verabschiedete sich mit deutlichen Worten: „Wir sind zurückgetreten. Möge es zum Guten sein. Wir wünschen den Kollegen, die im Vorstand verbleiben, viel Erfolg. Hoffentlich wird für den türkischen Fußball alles sehr viel besser.“



