Türkischer Fußball

Nach irrem 3:2-Sieg im Finale gegen Kayserispor: Sivasspor ist türkischer Pokalsieger


In einem irren Pokalfinale setzte sich Demir Grup Sivasspor nach Verlängerung gegen Yukatel Kayserispor mit 3:2 durch und ist türkischer Pokalsieger der Saison 2021/22. Für Sivas ist es der erste Pokalsieg in der Vereinsgeschichte. Die Rot-Weißen aus Sivas entschieden das 60. Endspiel in diesem Wettbewerb für sich und qualifizierten sich darüber hinaus auch für die UEFA Europa League.

Wie aus dem Nichts: Civelek mit der Führung für Kayseri 

Sivasspor startete besser ins Endspiel und war auch im weiteren Verlauf die spielbestimmende Mannschaft. Insbesondere über die linke Seite mit Max Gradel versuchten die Rot-Weißen vor das Tor von Silviu Lung zu kommen. Auf der Gegenseite beschränkten sich die Schützlinge von Hikmet Karaman darauf, durch Ballgewinne für Gefahr zu sorgen. Wie aus dem Nichts gingen dann aber die Gelb-Roten in der 33. Minute in Führung. Eine schlecht geklärte Hereingabe mit dem Kopf durch Ugur Ciftci landete vor den Füßen von Ramazan Civelek, der bereits im Achtelfinale den wichtigen Siegtreffer gegen Fenerbahce in der Nachspielzeit erzielt hatte. Schließlich fasste sich der 26-jährige Mittelfeldmann ein Herz, zog aus 18 Metern ab und ließ Torwart Ali Sasal Vural keine Chance – 1:0. Sechs Minuten später hatten die Männer von Riza Calimbay den Ausgleich auf dem Kopf. Nach einer Flanke des gebürtigen Euskirchners Erdogan Yesilyurt kam Fredrik Ulvestadt mutterseelenallein zum Kopfball. Allerdings war der Norweger wohl etwas verwundert und konnte nicht mehr den nötigen Druck hinter die Kugel bringen. Zwei Minuten vor dem Kabinengang dann noch einmal die große Chance für Kayserispor nach einem Konter. Emrah Bassan legte auf Mame Thiam auf, der mit seinem Abschluss bereits den Torhüter überwand, aber am Pfosten hängenblieb.

Appindangoye bringt Sivas zurück in die Partie

Nach dem Seitenwechsel verzichteten die Teamchefs auf Einwechslungen und signalisierten ihren Spielern, dass sie weiterhin das Vertrauen genießen. Allerdings tat sich lange Zeit nicht besonders viel. Wie auch schon im ersten Durchgang fiel der Ausgleichstreffer im Grunde wie aus dem Nichts. Beflügelt von der 58. Minute, in der die Sivas-Fans lautstark und durch farbige Rauchfackeln ihr Kfz-Kennzeichen feierten, schlossen sich die Spieler den Anhängern an. Nach einer Standardsituation brachte Mustapha Yatabare den Ball klasse auf Aaron Appindangoye. Den Innenverteidiger hatte die gesamte Abwehr um Majid Hosseini & Co. überhaupt nicht als Gefahr wahrgenommen. Letzten Endes tunnelte er im Eins-gegen-Eins Torwart Lung und brachte noch einmal Spannung in die Partie. Tatsächlich ging es nach dem 1:1 lebhafter zu. Während auf der einen Seite Mame Thiam die erneute Führung für seine Mannschaft verpasste, war es auf der anderen Seite Yatabare, der trotz eines wuchtigen Kopfballs seinen Meister in Lung fand. Zehn Minuten vor dem Ende musste Lung wieder einmal sein ganzes Können unter Beweis stellen und ließ Sivasspors Yesilyurt nicht passieren. Somit konnte sich Kayserispor – auch dank des rumänischen Goalies – in die Verlängerung retten.


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Joker Konate setzt irrem Finalspiel ein Ende

Erneut wollten die Übungsleiter nicht ins Spiel eingreifen und schickten die gleichen Spieler aufs Feld zurück, die noch zum Ende der 90 Minuten auf dem Platz standen. Und die „Yigidolar“ machten nach der kurzen Pause da weiter, wo sie wenige Augenblicke zuvor aufgehört hatten. Nur fünf Minuten nach dem Wiederanpfiff stellte Gradel das Finale auf den Kopf. Der Ivorer schnappte sich auf dem linken Flügel den Ball von seinem Gegenspieler, lief daraufhin aufs Tor zu und schoss aus 15 Metern traumhaft ins lange Eck ans Lattenkreuz, von wo das Spielgerät ins Tor hineinfiel. Trainer Karaman musste auf den unerwarteten Rückstand reagieren und schickte gleich drei frische Spieler auf den Rasen. Neben Miguel Cardoso und Abdulkadir Parmak sollte auch Kapitän Ilhan Parlak in den verbleibenden Minuten mit 35 Jahren sein Glück versuchen. Und siehe da, die Einwechslung des Letzteren sollte sich als Glücksgriff erweisen. Hosseini schlug eine lange Flanke in den Strafraum, wo der Angreifer am höchsten sprang und das 2:2 erzielte. Als jeder dachte, dass nun das Elfmeterschießen herhalten muss, belehrten Olarenwaju Kayode und Moussa Konate, die erst in der Verlängerung eingewechselt wurden, die Zuschauer eines Besseren. Sieben Minuten vor dem Ende standen die beiden Offensivspieler nach einem schön herausgespielten Angriff vor dem „Eckigen“. Kayode agierte nicht eigensinnig, spielte quer auf Konate, der im Fallen das „Runde“ über die Linie bugsierte und sein Team schließlich zum ganz großen Coup führte.

Aufstellungen 

Yukatel Kayserispor: Lung – Carole, Hosseini, Attamah (100. Cardoso), Bulut – Bassan, Bertolacci (85. Campanharo), Civelek (90.+3 Akdag), Kemen (100. Parmak), Thiam (100. Parlak) – Pektemek (78. Gavranovic)

Demir Grup Sivasspor: Vural – Ciftci, Osmanpasa, Appindangoye, Oguz – Ulvestad (120.+3 Kesgin), Gradel (117. Goutas), Fajr, Arslan, Yesilyurt (99. Kayode) – Yatabare (111. Konate)

Tore: 1:0 Civelek (33.), 1:1 Appindangoye (60.), 1:2 Gradel (95.), 2:2 Parlak (107.), 2:3 Konate (113.)

Gelbe Karten: Carole, Akdag (Kayserispor) – Yesilyurt, Konate (Sivasspor)


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