Besiktas-Präsident Serdal Adali hat vor der Auslosung des türkischen Pokals seine Kritik an den Vorgängen nach dem Derby gegen Galatasaray (0:1) noch einmal deutlich verschärft. Im Mittelpunkt standen erneut die Forderungen seines Klubs an den türkischen Fußballverband (TFF), die Diskussion um den VAR und seine grundsätzliche Kritik an der Arbeit des Schiedsrichterausschusses (MHK). Dabei machte Adali auch mit einer Bemerkung zu Galatasaray auf sich aufmerksam, weil er betonte, dass der Rivale ebenfalls schon eine ähnliche Forderung gestellt habe.
Adali pocht weiter auf die Bilder aus dem Flur
Der Besiktas-Präsident stellte klar, dass sein Klub aus seiner Sicht nichts Außergewöhnliches verlange. „Wir wollten nichts Schwieriges. Wir haben um die Aufnahmen der Kameras im Flur gebeten. Es hat keinen Sinn, im Fernsehen aufzutreten und Erklärungen abzugeben. Alles, was wir wollen, sind die Aufnahmen der Kameras im Flur. Das ist alles„, sagte Adali. Damit machte er erneut deutlich, dass Besiktas nicht locker lassen will und die Sache trotz des bereits beendeten Spiels weiterverfolgt.
Gleichzeitig verband er diese Forderung mit einer grundsätzlich kämpferischen Haltung. Das Derby sei sportlich entschieden, erklärte Adali, doch daraus dürfe nicht folgen, dass der Klub die Angelegenheit einfach abhake. „Das Spiel ist gewonnen und verloren. Wir werden weiterhin für das Recht von Besiktas kämpfen, in den nächsten Spielen nicht benachteiligt zu werden„, sagte er. Diese Aussage zeigt, dass Besiktas die Debatte längst nicht mehr nur auf das konkrete Derby beschränkt.
Kritik an MHK und Verband wird schärfer
Auch gegen das MHK fand Adali deutliche Worte. Er zweifelte offen daran, dass die Kommission unter der aktuellen Führung erfolgreich arbeiten könne. „MHK wird mit dem derzeitigen Präsidenten wahrscheinlich keinen Erfolg haben. Er mag ein großartiger Pädagoge sein, aber das kann er nicht. Es schadet auch dem Verband, es schadet dem Fußball des Landes„, sagte der Besiktas-Präsident. Damit verschob er die Diskussion von einer einzelnen Entscheidung auf eine strukturelle Ebene.
Besonders brisant ist dabei, dass Adali dem Verband gleichzeitig vorhält, seine Unterstützung nicht ausreichend zu würdigen. Sinngemäß betonte er, dass es kaum andere Vereinsführungen gebe, die dem Verband so viel geholfen hätten wie er und sein Management. Dass es trotz dieses Verhältnisses aus seiner Sicht noch immer keine Antwort auf die Besiktas-Forderungen gebe, wertet er offenbar als zusätzliches Problem.
„Galatasaray hatte auch so eine Anfrage“
Am meisten Aufmerksamkeit zog jedoch seine Aussage zur Diskussion um einen ausländischen VAR auf sich. Auf die entsprechende Frage antwortete Adali mit einer Bemerkung, die direkt auf den Rivalen zielte. „Ich höre, Galatasaray hatte auch so eine Anfrage. Ich wünschte, sie hätten uns vor zwei Monaten unterstützt und wir würden heute nicht darüber sprechen„, sagte er. Damit versuchte er, die aktuelle Debatte breiter aufzustellen und zugleich zu zeigen, dass Besiktas mit seiner Haltung nicht allein steht.
Im selben Atemzug erklärte Adali, die Kritik richte sich nicht nur gegen das MHK. Vielmehr deutete er an, dass viele Vereine ähnliche Gedanken hätten, dies aber nicht immer offen aussprechen würden. Er forderte sinngemäß, die Präsidenten der 18 Klubs anzurufen und in einer geheimen Abstimmung ihre Sicht abzufragen. Dann, so seine Botschaft, würde deutlich werden, wie die Stimmung im türkischen Fußball tatsächlich sei.
Die Spannung vor der TFF-Antwort bleibt hoch
Mit diesen Aussagen hat Serdal Adali den Druck vor einer möglichen Reaktion des Verbandes weiter erhöht. Besiktas fordert weiter Transparenz, pocht auf Zugang zu den fraglichen Aufnahmen und verbindet diese Forderung inzwischen mit grundsätzlicher Kritik an Strukturen und Verantwortlichen. Dass Adali dabei auch Galatasaray in die Debatte hineinzieht, verleiht der Auseinandersetzung zusätzliche politische Schärfe.
Für Besiktas bleibt die Lage damit unverändert: Der Klub wartet weiter auf eine Antwort der TFF, will aber zugleich sichtbar machen, dass das Thema für ihn noch längst nicht beendet ist. Mit seinem jüngsten Auftritt vor der Pokal-Auslosung hat Adali genau diese Linie noch einmal unmissverständlich bekräftigt.



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