Trabzonspor

Rückblick 2020: Wahre Achterbahnfahrt für Trabzonspor


Trabzonspor beendete die Hinrunde der vergangenen Saison auf dem dritten Platz mit nur fünf Punkten Abstand zum damaligen Tabellenführer Demir Grup Sivasspor. Trotz dieser außerordentlich guten Hinrunde startete man kurios in das Jahr 2020. Man trennte sich überraschend kurz vor Neujahr von Publikumsliebling und Vereinslegende Ünal Karaman. Daraufhin wurde am 2. Januar bekanntgegeben, dass Co-Trainer Hüseyin Cimsir die Mannschaft übernommen hat. Dabei erlebten die Fans eine relativ aktive Transferphase ihrer Mannschaft, in der Spieler wie Badou Ndiaye, Manuel da Costa oder Guilherme unter Vertrag genommen wurden.

Guter Start von Hüseyin Cimsir

Nachdem die Mannschaft von Hüseyin Cimsir im Pokal gegen Denizlispor mit 2:0 siegte und auch weiterkam, startete Trabzonspor mit einem torreichen Sieg gegen Kasimpasa auch souverän in die Rückrunde. In den ersten neun Ligaspielen unter Cimsir blieb Trabzonspor mit sechs Siegen und drei Unentschieden ungeschlagen. Dabei gab es unter anderem zwei Siege gegen Fenerbahce und Sivasspor sowie zwei Remis gegen Besiktas und Medipol Basaksehir. Somit ging Trabzonspor punktgleich mit Basaksehir als Tabellenführer in die „Corona-Pause“ und war nach neun Jahren wieder mal mitten im Meisterschaftsrennen.

Trabzonspor gibt die Meisterschaft her

Kurz vor dem erneuten Ligastart erhielt Trabzonspor die Hiobsbotschaft von der UEFA. Der Schwarzmeerklub wurde für ein Jahr von allen europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Dennoch siegte Trabzonspor im ersten Spiel gegen Göztepe und überzeugte die Anhängerschaft sowohl fußballerisch als auch kämpferisch. Daraufhin schlug man nach über 20 Jahren Fenerbahce in Kadiköy und holte sich somit das Ticket für das Pokalfinale. Einen besseren Start nach der Pandemie hätten sich die Fans nicht ausmalen können. Das darauffolgende Ligaspiel gegen Aytemiz Alanyaspor weckt heute noch schlechte Erinnerung, als man in der allerletzten Sekunde durch den Gegentreffer von Bakasetas den Sieg hergab. Am Ende reichte es nicht mehr für die Meisterschaft, da man aus den restlichen sechs Spielen nur acht Punkte holen konnte und dabei gegen Abstiegskandidaten wie Ankaragücü zwei Punkte verschenkte bzw. gegen Denizlispor und Konyaspor sogar verlor.

In das letzte Ligaspiel ging die Mannschaft unter der Führung von Eddie Newton, der zuvor als Assistenztrainer von Cimsir fungierte. Am Ende wurde Trabzonspor mit den meist erzielten Treffern der Liga Vizemeister. Auch wenn die Süper Lig mit einer großen Enttäuschung endete, hatte der Verein die Chance sich mit einem Pokalsieg gegen Alanyaspor zu trösten. Mit den Toren von Abdülkadir Ömür und Alexander Sörloth holte der Schwarzmeerklub seinen neunten Titel. Dies war zugleich der erste Titel für Trabzonspor nach zehn Jahren.

Neue Saison, neues Glück?

Trabzonspor konnte die Verträge von Leistungsträgern wie Filip Novak und Jose Sosa nicht verlängern und verlor sie an Erzrivale Fenerbahce. Daraufhin wechselte Alexander Sörloth, der wohl wichtigste Spieler im Team und der Torschützenkönig der letzten Saison, für insgesamt 20 Millionen zum Bundesligisten RB Leipzig. Insgesamt sind im Sommer elf Spieler zur Mannschaft gestoßen, inklusive den Jugendspielern verließen über 30 Akteure den Pokalsieger.

Mit einer 1:3-Niederlage im ersten Spiel gegen Besiktas versprach die neue Saison nichts Gutes. Man konnte nach sieben Spielen nur fünf Punkte holen und verlor u.a. gegen vier Istanbuler Vereine (Besiktas, Basaksehir, Fenerbahce und Kasimpasa). Es kam wie es kommen musste und der Vorstand von Ahmet Agaoglu entschied sich erneut für einen Trainerwechsel. Nun übernahm nicht einer vom eigenen Trainerstab, sondern Abdullah Avci, der in seinen ersten sieben Ligaspielen für Trabzonspor vor allem mit seiner Defensiveorganisation überzeugen konnte und 14 Punkte holte, wodurch er die Mannschaft gegen Ende des Jahres nach einem katastrophalen Start erneut in die obere Tabellenhälfte führte. Auch gelang dem amtierenden Pokalsieger der Start in das Jahr 2021 – mit einem 2:1-Auswärtssieg bei Aufsteiger Fatih Karagümrük.


Autor: Erhan Kazanci


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1 Kommentar

  1. Avatar
    5. Januar 2021 um 10:47 —

    Ich glaube nicht, dass man mit Avci erfolgreich wird. Avci lässt einen langsamen und kontrollierten Fußball spielen. Der Erfolg wird nicht sofort kommen, ich denke etliche Spieler werden den Verein verlassen müssen, damit Avci seine Spieler bekommt die in sein System passen.
    Ist man nicht geduldig genug, wird Avci auch nicht erfolgreich sein, siehe die BJK Ära.

    In meinen Augen ist Avci zu berechenbar. Hinten gut stehen und dann eiskalt kontern. Das konnte er mit Basaksehir sehr gut, nur reichte es nie zum Titel unter ihm. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die TS-Anhänger diesen Fußball lieben/genießen werden.

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