Süper Lig

Kommentar: Erfolgreiche Süper Lig-Vorstände müssen sich mit erfolglosen Trainern herumschlagen

Die türkischen Fußballfans haben eine Hinrunde hinter sich gelassen, die sie in der Geschichte der Süper Lig so noch nie erlebt haben. Die „Big Three“ aus Istanbul, die die Lokomotive des türkischen Fußballs sind und in 62 Jahren Süper Lig in ausschließlich fast jeder Spielzeit – bis auf die acht Ausnahmen um Trabzonspor (sechsmal), Bursaspor und Basaksehir (jeweils einmal) – das Rennen unter sich ausmachten, lagen im Titelrennen noch nie so weit zurück wie in der aktuellen Runde.

Trotz Double-Sieg: Sergen Yalcin muss gehen

Um die Situation vor Augen zu führen: Zwei der Istanbuler Klubs trennten sich gar von ihren Trainern. Und einer von ihnen ist kein Geringerer als Sergen Yalcin gewesen. Der 48-jährige Übungsleiter hatte Besiktas erst in der vergangenen Saison zum Double-Sieg geführt. Schon diese Situation zeigt uns, dass der Geduldsfaden im Fußball sehr kurz ist und die Erfolge schnell in Vergessenheit geraten. Somit darf also die Legende der „Schwarzen Adler“ nicht einmal beim Supercup-Finale gegen Fraport-TAV Antalyaspor an der Seitenlinie stehen, obwohl er sich das redlich verdient hätte.

Erlernte Hilflosigkeit setzt sich fort: Achter Trainerwechsel bei Fenerbahce

Die Entlassung von Vitor Pereira bei Fenerbahce war hingegen keine sonderlich große Überraschung. Seit der Amtsübernahme von Präsident Ali Koc im Sommer 2018 hat es bereits acht Trainerwechsel bei den Gelb-Marineblauen gegeben. Bei der noch so kleinsten Unstimmig- und Erfolglosigkeit musste immer und immer wieder ein neuer Coach herhalten. So setzte sich die Art und Weise der erlernten Hilflosigkeit auch in dieser Spielzeit fort. Randnotiz: Kasimpasa, ein weiterer Vertreter aus Istanbul, verzeichnete gleich drei Trainerwechsel. Und weiter geht es: Erst am Donnerstag reichte Aytemiz Alanyaspor-Coach Bülent Korkmaz seinen Rücktritt ein, obwohl er erst am 6. September den Trainerstuhl von Cagdas Atan übernommen hatte (zum Artikel).

Wie ein Witz: Trainerwechselrate liegt bei 75 Prozent!

Die Trainerwechselrate in der Süper Lig liegt in der ersten Hälfte der Saison 2021/22 bei sagenhaften 75 Prozent. Wenn man mit irgendjemandem in irgendeinem Land der Welt über Fußball sprechen und sagen würde, dass die Trainer bei den 20 Teams des türkischen Fußballoberhauses ganze 15 Mal ausgetauscht wurden, würden sie lediglich denken, dass man versucht, lustig zu sein. Allerdings ist das, was sie für einen Witz halten würden, die nackte Realität.

Ironie: Erfolgreiche Süper Lig-Vorstände müssen sich mit erfolglosen Trainern rumschlagen

Nun, wie viele Vereine haben während dieser Zeit den Präsidenten oder das Management gewechselt? KEINER! Mit anderen Worten: Die gesamte Verantwortung für das Geschehene wurde den Trainern angekreidet und ihre Tätigkeiten wurden beendet. Doch wie man sicherlich aus den sportlichen und wirtschaftlichen Erfolgen entnehmen kann, durchlebten die Vereinspräsidenten die perfekte Hinrunde schlechthin. Diese Situation ist einer der Hauptgründe dafür, dass der türkische Fußball national und international seinen Tiefpunkt erreicht hat. Man weiß nicht wirklich, was man will. Welcher Verein hat welche Ziele? In welche Richtung soll es gehen?

Lügen die Zahlen etwa?

Natürlich sind die Vereinsoberhäupter aller Klubs Visionäre und streben die Spitze der Liga an. Obwohl sie den Trainern alle Möglichkeiten in Bezug auf Kader, Budget, Infrastruktur und Umgebung zu Füßen legen, können 75 Prozent der Trainer den Vorgaben nicht gerecht werden und sind die Schuldigen. Folglich sind 75 Prozent der Teamchefs also ungenügend, um es in Schulnoten auszudrücken. Aber die Zahlen offenbaren, dass 100 Prozent der Klubbosse ihre Vereine richtig führen. Jedoch führen diese Zahlen nur dazu, dass man die Statistik gänzlich in Frage stellt. Ist etwa das, was Mathematik und Statistik genannt wird, nichts als ein großer Irrtum? Die Grundrechenarten, der Differenzialquotient, die Integralformel oder aber auch die trigonometrischen Funktionen um Sinus, Kosinus und Tangens waren alles nur ein gefährlicher Irrglaube? Lügen etwa die Zahlen? Nein, die Zahlen lügen nicht! Sie entsprechen nur nie der ganzen Wahrheit.


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1 Kommentar

  1. 31. Dezember 2021 um 12:57 —

    Die Mathematik ist präzise, genau, unfehlbar und schlicht die Wahrheit, nur hat in der türkischen Süperlig jeder seine eigenen Zahlen die er je nach Interesse hin und herschiebt.

    Selbst die Null ist im türkischen Fussball nicht richtig definiert, m.M.n. ist die Null das Jahr 1923 so wie es auf dem Wappen des türkischen Fussballbundes aufgedruckt ist, andere behaupten aber immer noch, dass die Stunde Null das Jahr 1959 ist und wenn man hier jetzt mathematische Gleichungen und Formeln benutzt kommt man zwangsläufig um einen Rechenfehler von Faktor 36 nicht rum oder?

    Deshalb hat Mathematik in der türkischen Süperlig bei dieser Flat Earth Society keinerlei Aussagekraft und sollte in irrationalen Umgebungen nicht für rationale Erklärungsversuche missbraucht werden.

    Mit der Mathematik kann man allenfalls den Urknall oder Einsteins Relativitätstheorie berechnen um die türkische Süperlig zu erklären ist sie aber absolut untauglich, da jeder seine eigenen gefakten Zahlen und Fakten schafft oder?

    Was türkische Vereinspräsidenten angeht so sind sie genauso nutzlos wie türkische Inlandsjournalisten, Politiker, Schiedsrichter, Trainer oder Fussballer, sie sind schlichtweg alle inkompetent, egal ob sie nun in Harvard oder an einem Kuhkaff in der anatolischen Provinz studiert haben oder?

    Übrigens sagt das Bild im Artikel mehr als 1000 Worte, an Ali Kocs Augen sieht man doch ganz klar, dass der Null Ahnung von Fussball hat, der liest doch seine Sätze bestenfalls vom Teleporter ab oder ist hier jemand anderer Meinung?

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