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Home»Galatasaray»Kolumne: Wie Terim immer wieder Titel für sich entscheidet
Galatasaray 23. Mai 2019

Kolumne: Wie Terim immer wieder Titel für sich entscheidet

Von Hüseyin Yilmaz54 Minuten Lesezeit
Fatih Terim Galatasaray Türkischer Meister
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Es ist nicht jedermanns Sache über ein halbes Jahrhundert hinweg den Fußball in einem Land zu prägen. Fatih Terim ist dies trotz diverser Skandale auf und abseits des Spielfeldes gelungen. Das 65-jährige Urgestein ist unumstritten der erfolgreichste Trainer in der türkischen Fußballgeschichte. In seinen neun Jahren und vier Amtszeiten bei Galatasaray als Cheftrainer wurde der „Imperator“ acht Mal türkischer Meister, drei Mal türkischer Pokalsieger, sowie vier Mal türkischer Supercup- und ein Mal UEFA Cup-Sieger. Es wäre nicht zu hoch gegriffen, dass „Cimbom“ in der Süper Lig immer als einer der größten Favoriten für den Titelgewinn gehandelt wird, sobald Terim das Zepter in die Hand nimmt. Doch wie schafft es dieser Mann immer wieder seine Kontrahenten auszuschalten? Was ist sein Erfolgsrezept? GazeteFutbol-Redakteur Hüseyin Yilmaz hat verschiedene Antworten zu dieser Frage.

Perfekte Mischung zwischen Genie und Träumer

Wenn ein Fußballtrainer nach einem Spiel vor den Kameras spricht, dreht es sich meistens um Ballbesitz, Raumdeckung, Gegenpressing, Spielaufbau oder taktische Umstellungen. Terim bedient sich nicht nur solcher Themen. Er geht eigentlich immer einen Schritt weiter und setzt den Fokus auf Emotionen. Er spricht seinen Fans aus dem Herzen und ist das Sprachrohr von 30 Millionen Menschen. „Meine Träume sind größer als die Welt“ oder „man verliert nicht, wenn man eine Niederlage kassiert, sondern erst, wenn man aufgibt“ sind nur zwei von etlichen Floskeln, mit denen Terim sich längst in den Köpfen verewigt hat. Er hat eine große Kämpfernatur und stellt ein besonders Einfühlungsvermögen für seine Anhänger unter Beweis. Kein anderer Lehrmeister in der Türkei genießt das Vertrauen und die Liebe der Fans so sehr wie er. Wenn die „Löwen“ mal über mehrere Wochen keinen Dreier landen, wird ein Terim nicht an den Pranger gestellt. Man weiß, dass er in der heißen Phase so oder so den Spieß wieder umdrehen wird. Das hat er nämlich zu oft bewiesen. Dieses geduldige Umfeld beschert Terim einen Riesenvorteil gegenüber den Trainern anderer Top-Klubs in der Türkei, die permanent mit dem Rücken zur Wand stehen.

Mehr als ein Trainer

In der Pressekonferenz zum Startschuss seiner dritten Amtszeit sagte er einst: „Für mich ist diese Unterschrift nur eine Formalität. Galatasaray’s Fatih ist dorthin zurückgekehrt, wo er hingehört. Ich habe hier elf Jahre Fußball gespielt, sechs davon als Kapitän. Ich bin Fan, Spieler, Trainer und Klubmitglied“. Terim’s erster Wechsel zu den „Löwen“ war 1976 als Libero. 43 Jahre später ist er immer noch für die Gelb-Roten tätig. Nur wenige Menschen auf der Welt kennen deshalb die DNA eines Vereins so gut. Seine Entscheidungsbefugnisse gingen aufgrund des Rückhalts der Fans schon immer ins Unermessliche. Bis auf ein paar Ausnahmen richteten sich Vorstände an seine Vorgaben und akzeptierten ihn als übergeordnete Instanz. Selbst über die Farbwahl der Wände im Trainingsgelände in Florya entscheidet die lebende Galatasaray-Legende. Sowohl ausländische, als auch türkische Spieler akzeptieren dementsprechend seine Leader-Rolle. Ein Wesley Sneijder zollt noch heute großen Respekt vor seinem ehemaligen Coach: „Er ist der Vater aller Galatasaray-Anhänger. Ich kenne keinen anderen, der so gut zu diesem Klub passt.“ All das hat sich Terim hart erarbeitet und bekam nichts auf dem Silbertablett serviert.

Geboren für Krisensituationen

Fatih Terim ist wie gemacht für Chaos und Krisen. Der sonst so strenge Lehrmeister gewährt seinen Kickern beispielsweise an entscheidenden Wochen mehr Freiraum. Man erinnere sich an den Freistoß-Streit zwischen Younes Belhanda und Selcuk Inan in der vergangenen Woche oder der Schlägerei zwischen Felipe Melo und Albert Riera während der Saison 2011/2012. Beide Vorfälle wurden nicht bestraft. Er weiß nämlich, dass er an solchen Zeitfenstern auf jeden seiner Kicker angewiesen ist. Dank der besonderen Bindung zu den Fans schafft er es auch, diese wachzurütteln, wenn es darauf ankommt. Das Wort von Terim ist Gesetz. Galatasaray schafft es unter ihm als Einheit aufzutreten. Die Hashtags in seinen Tweets brauchen nur wenige Minuten bis sie unter den „Trending Topics“ der Welt landen. All diese Faktoren sind die Gründe dafür, dass er noch nie ein Titelrennen in den Endspielen einer Saison verloren hat.   

Terim firmiert nicht immer unter dem Etikett eines Vorbilds

Terim’s Verhalten ist nicht stets vorbildlich. Auch als Spieler in jungen Jahren war er in Skandale, Schlägereien, Anfeindungen oder Beleidigungen gegen Schiedsrichter und Erzrivalen verwickelt. Seit seiner Laufbahn als Trainer hat sich nicht viel daran geändert. Deshalb muss ihn am Ende des Tages auch nicht jeder mögen. Bei der Hälfte der Nation ist er heute noch verhasst. Jedoch sollten sich rational denkende Fußballfans in einem Punkt einigen können: Da wo Terim ist, ist meistens Erfolg.   

5 Kommentare

  1. Kubinho74 Am 23. Mai 2019 12:55

    Kleine Info am Rande: Gestern kam die Nachricht, dass Belhanda nach Arabien gewechselt ist. Ahmo25 hat es auch schon geschrieben. Das wäre absolut top! Verhandelt etwas höher und wir kriegen hier 15 Mio Euro! Das wären immerhin 6 Mio Gewinn. 15 Mio was wir gut in neue Spieler investieren können. Vielleicht in NDiaye, für die Leihe von Bruma, Garry Rodrigues und ein neuer Stürmer.
    Belhanda wollte schon im Winter nach Arabien, aber da hat Terim den Riegel vorgeschoben. Jetzt sollte der Weg frei sein.
    Natürlich muss da ein neuer Spielmacher her, aber ich bin mir sicher, dass unsere Scoutinabteilung da jemanden findet. Genau wie sie Marcao und Luyindama gefunden haben.

    Ich bin jetzt schon heiß auf das Transferfenster!!!

  2. Kubinho74 Am 23. Mai 2019 12:42

    Ich denke Terim hat noch einige Jahr bei uns bevor er wirklich mit dem Trainer sein aufhört. Es gab ja viele Trainer die mit 70 Jahren aufwärts Mannschaften trainiert haben. So lange körperlich alles in Ordnung ist, why not?
    Schwierig wird es wenn Terim dann endgültig weg vom Fenster ist. Wie Efsane07 bereits gesagt hat, kann ich mir einen fetten Fall vorstellen wie bei Man United. Seit Sir Alex da nicht mehr ist haben die Leute aus Manchester gar nichts mehr zu melden. Man schafft es ja nicht mal in die Top 3.

    Ein Davala oder Sas werden das nicht so hinbekommen wie Terim. Das habe ich diese Saison festgestellt, als Terim für 10 Spiele gesperrt wurde. Beide können kein Spiel lesen und die Einwechslungen kommen zu spät bzw. sind immer falsch. Beide haben auch keine richtige Erfahrung als Trainer. Zusammen waren sie immer als Co-Trainer von Terim aktiv.
    Wer danach kommt? Wer weiß, vielleicht Okan Buruk? Ein ausländischer Trainer? Warten wir einfach mal ab, ich kann mir Terim sehr gut als Präsidenten eines Tages vorstellen. Selbst dann wird er Galatasaray weiterleiten und zu Erfolgen führen.

  3. ahmo25 Am 23. Mai 2019 11:27

    Laut mehreren Medien haben wir Belhanda für 13 milionen € an Al Hilal verkauft. Wenn das stimmt wäre das echt top dann Diagne für den anscheinend Norwich 17 Millionen € bieten, vielleicht noch auf 20 Millionen hoch handeln wären dann 33 Millionen € durch zwei Spielerverkäufe. Davon 5 Millionen abziehen für die KO von Luyindama wären dann noch 27 Millionen für nen Stürmer, ZOM,ZM, RA,LA,RV,IV

  4. chipskruste1907 (Fenerbahce) Am 23. Mai 2019 5:23

    generell sollte der türkische fußball von leuten wie günes, denizli, terim, kocaman etc „gesäuert“ werden. ich persönlich würde heute sehr sehr gerne mal einen murat yakin als trainer an der linie in der türkei sehen. den vergleich mit ferguson und terim finde ich leicht überspitzt, aber halte ich dennoch für realistisch, weil irgendwie habe ich das gefühl, wenn terim jedes mal GS verlassen hat ging ich es mit ihnen bergab, aber sobald terim wieder das steuer übernommen hat haben sie immer und immer und immer die kurve bekommen. an die GS fans ich möchte und würde niemals klein reden er ist echt ein großartiger trainer und hat für unser land bzw für galatasaray einiges geleistet.

  5. efsane07 Am 23. Mai 2019 0:36

    Natürlich ist Fathi Terim der erfolgreichste türkische Trainer der Geschichte, das kann man nicht ansatzweise abstreiten. Nichtsdestotrotz sehe ich die Post Ära nach Terim bei GS nicht ganz so rosig, die Frage die sich hier stellt ist, was passiert mit GS nach Fathi Terim?

    Mit 65 Jahren ist Terim ja nicht mehr ganz so taufrisch, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf und hat eigentlich das Renteneintrittsalter schon erreicht oder? Die Frage die sich hier kein GS’li stellen möchte lautet deshalb was passiert mit GS wenn Fathi Terim seine wohlverdiente Rente antritt?

    Hier sage ich und dafür muss ich weder ein Prophet noch ein Hellseher sein, das GS das selbe sportliche Schicksal erleidet wie Man. Utd als damals Sir Alex Fergusion in Rente gegangen ist.

    Meiner Meinung nach ist der Verein GS von der Person Fathi Terim in einem sehr „ungesunden“ Maß abhängig. Wenn Terim bei GS soviele Kompetenzen, Befugnisse und schiere Macht ausübt und selbst die Farbe der Wände entscheiden darf, sehe ich hier in Zukunft ein massives Problem auf GS zukommen.

    Eigentlich ist es schon lange überfällig einen jüngeren Nachfolger für Fathi Terim aufzubauen, der GS auch nach ihm oben in der Spitze der Liga halten kann oder?

    Nach dem Triple von Hamza Hamzaoglu dachte ich, das ist der ideale Nachfolger von Terim, aber sollen wir es nun Abhängigkeit, Verbundenheit, Liebe oder einen Mix von allem nennen, das GS und seine Fans mit der Person Fathi Terim verbindet war viel zu groß, sodass auch ein sehr erfolgreicher Hamza Hamzaoglu in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist.

    Im Moment würde ich Okan Buruk als den kommenden Mann nach der Post Ära von Terim bei GS bezeichnen. Ümit Davala oder Hasan Sas hängen mir persönlich noch viel zu sehr am Rockzipfel von Terim. Da sie noch nie als Chefcoach irgendwo anders Verantwortung übernommen haben würde ich sie als ungeeignete Trainerkandidaten bei GS ansehen.

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