Türkischer Fußball

Gibraltar 0:3 Türkei: Die türkischen Spieler in der Einzelkritik


Nach einer desaströsen EURO 2020-Vorrunde und einem Last-Minute-Remis gegen Montenegro war die türkische Nationalmannschaft im Duell mit dem Fußball-Zwerg Gibraltar auf Wiedergutmachungstour. “Bizim Cocuklar” taten sich insbesondere im ersten Durchgang sehr schwer und kamen nicht über ein torloses Halbzeitergebnis hinaus. Erst nach dem Seitenwechsel mühte sich die türkische Nationalmannschaft zu einem 3:0-Arbeitssieg. Hierbei bewies Chefcoach Senol Günes mit seinen drei Einwechslungen zum Wiederanpfiff ein glückliches Händchen. Wie waren aber die individuellen Leistungen der Halbmond-Kicker? GazeteFutbol mit der Einzelkritik.


Ugurcan Cakir: Bekam nach dem unglücklichen Last-Minute-Gegentreffer von Altay Bayindir im vorherigen Gruppenspiel den Vorzug. Der Keeper von Trabzonspor konnte sich insbesondere nach dem Wiederanpfiff auszeichnen. Beim gefährlichen Schuss von Tjay De Barr lenkte er den Ball noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten und verhinderte so einen frühen Rückstand kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs. – Note: 1

Zeki Celik: Der Profi vom OSC Lille versuchte sich mit ins Offensivspiel einzuschalten. Doch in einer eher gebrauchten ersten Halbzeit kam von den Halbmondkickern viel zu wenig, so dass Celik nicht wirklich viel beitragen konnte. Der frühere Spieler von Bursaspor ließ aber hinten nichts anbrennen. Auch weil der Gegner in der ersten Halbzeit überhaupt nichts zu melden hatte. Nach dem Seitenwechsel wurde der 24-jährige Profi vom Platz genommen. – Note: 3,5

Kaan Ayhan: Der 26-Jährige überzeugte wie schon gegen Montenegro durch sein ruhiges Auftreten, sichere Zuspiele und dem Spielaufbau von hinten. Seine langen Bälle in die Schnittstellen auf Efecan Karaca und Kerem Aktürkoglu sorgten immer wieder für Gefahr. Gleich beim ersten Ball gewannen die Vorderleute den Strafstoß für die „Ay Yildizlilar“.  – Note: 2,5

Caglar Söyüncü: Neben Ayhan war auch Caglar Söyüncü die Ruhe in Person und ließ nicht anmerken, dass er aufgrund der englischen Reisebestimmungen viel später zur Mannschaft dazugestoßen ist. Wichtig war vor allem die Klärungsaktion nach dem Pfostentreffer von De Barr, da der nächste Gegenspieler schon auf den Abstauber lauerte – Note: 3

Mert Müldür: War auf der linken Abwehrseite erneut für den verletzten Umut Meras im Einsatz. Der Italien-Legionär wollte sich auch im Angriff immer wieder einschalten, kam zu einer Torchance nach einem Eckball und legte das 3:0 nach einer guten Flanke für Kenan Karaman vor. – Note 3

Taylan Antalyali: Konnte wie schon in den letzten Malen im Dress der Rot-Weißen nicht sein gewohntes Spiel aufziehen. Der 26-jährige Kicker blieb sehr blass und machte nach dem Pausentee Platz für Karaman. Auch die Kommunikation zwischen ihm und seinem Tandemkollegen im Zentrum Orkun Kökcü ließ zu wünschen übrig. – Note 4,5

Orkun Kökcü: Durfte im Vergleich zu Antalyali über 90 Minuten auf dem Feld bleiben und war der etwas Bessere der beiden zentralen Spieler. Auch er wirkte in der ersten Halbzeit eher passiv als aktiv. Nach der Einwechslung von Hakan Calhanoglu änderte sich das aber schlagartig. Der Feyenoord-Spieler sprach mit dem Inter Mailand-Spieler die selbe Sprache und versuchte das Angriffsspiel über den einstigen Leverkusener zu leiten. Beim wichtigen 1:0-Führungstreffer leitete er das Zusammenspiel ein. – Note: 3

Yusuf Yazici: Wie schon gegen Montenegro war Yazici nicht in der Lage das Offensivspiel effizient zu organisieren. Es wird in der Endzone viel von ihm erwartet. Aber nach wie vor kann er dem türkischen Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken. Nach langer Zeit durfte auch er über die volle Länge im Spiel bleiben und erledigte immerhin seine taktischen Pflichtaufgaben. – Note: 4

Kerem Aktürkoglu: Zum ersten Mal von Beginn an mit am Start, konnte der Youngster nur wenige Akzente setzen. In der 20. Minute schnappte er sich auf der linken Seite den Ball und spielte dann einen Doppelpass mit Yazici. Der Lille-Spieler legte ihm wieder auf und der Galatasaray-Flügelspieler kam an Goalie Dayle Coleing nicht vorbei. Von diesen Aktionen – wie beim Rekordmeister in der Süper Lig auch – darf der junge Kicker gerne mehr zeigen. – Note: 3,5

Efecan Karaca: Der Alanyaspor-Profi, der mit einem Wechsel zu Trabzonspor in Verbindung gebracht wird, ließ sich von den Gerüchten nicht beirren und spielte eine solide Partie. Erst auf den Flügeln, wo er nach nur 60 Sekunden einen Strafstoß herausholte und immer wieder für Gefahr sorgte, als auch auf der Rechtsverteidigerposition, wo er nach der Auswechslung von Celik agierte. Zudem bereitete er als Rechtsverteidiger den Treffer von Calhanoglu in der 65. Minute vor. – Note 1,5

Enes Ünal: Für viele war der Startplatz von Ünal bereits ein Kritikpunkt, den sie vor der Partie in den sozialen Netzwerken ansprachen. Und der Spieler des FC Getafe, der den gelbgesperrten Yilmaz ersetzte, machte es seinen Kritikern recht einfach. Er erwischte einen mehr als schlechten Start, indem er nach vier Minuten bereits vom Punkt scheiterte. Der Strafstoß selbst war nicht schlecht geschossen, aber Keeper Coleing ahnte die Ecke und verhinderte die so wichtige frühe Führung. Im weiteren Verlauf war der einstige Manchester City-Spieler – auch durch den verschossenen Elfer – nicht mehr wirklich anwesend und musste nach 45 Minuten raus. – Note: 5,5

Hakan Calhanoglu: Calhanoglu nahm nach seiner Einwechslung sofort die Rolle des Spielmachers ein und war zweifelsohne in nur 45 Minuten der Mann des Abends. Erst assistierte er Halil Dervisoglu, ehe er mit einem sehenswerten Weitschuss die Türken auf die Siegerstraße brachte. Zum Ende hin hätte er fast noch einen schönen Chipball im Tornetz untergebracht. Allerdings ging dieser an den Pfosten.  – Note 1

Halil Dervisoglu: Wurde für Ünal eingewechselt und zeigte sofort was es heißt, ein mobiler Stürmer zu sein. Beim wichtigen Führungstreffer ließ er sich kurz zurückfallen und spielte mit Calhanoglu einem Doppelpass, ehe er alleine vor dem Tor stand. Wie Calhanoglu auch, hätte der Neuzugang von Galatasaray fast einen Doppelpack geschnürt. Allerdings scheiterte der 21-jährige Mittelstürmer am gut aufgelegten Schlussman Coleing. – Note: 1

Kenan Karaman: Er war der dritte Joker von Senol Günes, der mit Calhanoglu und Dervisoglu nach dem Seitenwechsel mit aufs Feld durfte. Der Besiktas-Neuzugang war bemüht und sorgte im Strafraum für Gefahr, aber hatte in der Kabine zunächst nicht genügend Zielwasser getrunken. Auch war der gebürtige Stuttgarter viel zu oft im Abseits und erinnerte ein wenig an Burak Yilmaz. Nichtsdestotrotz belohnte er sich in der 83. Minute mit dem letzten Treffer und tankte Selbstvertrauen für das wichtige Match gegen die Niederlande am kommenden Dienstagabend. – Note: 2,5

Merih Demiral: In der 66. Minute wurde Demiral für Aktürkoglu eingewechselt und nahm die Position von Ayhan in der Innenverteidigung ein. Ayhan rutschte dadurch ins zentrale Mittelfeld. Die Sicherheit, die der Atalanta-Spieler einst ausstrahlte, ist noch nicht zurück. Bereits gegen Montenegro war es keine Glanzleistung der Juventus-Leihgabe. In den bisschen mehr als 25 Minuten gegen Gibraltar verlor der 23-jährige Innenverteidiger ein Kopfballduell gegen deren Kapitän Roy Chipolina nach einem Eckball. Cakir konnte jedoch entschärfen. – Note: 4,5

Ridvan Yilmaz: Aufgrund der zu kurzen Einsatzzeit von knapp zehn Minuten ist für den Linksverteidiger, der aus der Jugendschmiede von Meister Besiktas kommt, keine Bewertung möglich. Note: –




Schnäppchenjäger aufgepasst: Alle Türkei-Shirts in unserem EM-Shop sind im SALE. Dazu gibt es noch einen 20 Prozent-Rabattcode von uns: GF2020

Schaut rein 👉 https://gazetefutbol.de/shop/

Jetzt für 19,99 EUR


Vorheriger Beitrag

Senol Günes: "Das Niederlande-Spiel wird der Wegweiser"

Nächster Beitrag

Transfer-Gerücht: Basaksehir mit Angebot für James Rodriguez

2 Kommentare

  1. 6. September 2021 um 11:33 —

    Kenan 2,5? Wegen seinem Tor?

    Also Kenan hatte doch glaube ich 5 Torchancen, 2 wären zwar abseits, aber auch die hat er ja in den Nachthimmel geschossen.

    Also für mich hat er maximal 3,5 verdient, ohne sein Tor eher eine 4,5….

  2. 5. September 2021 um 11:27 —

    Ich bin echt enttäuscht von Enes Ünal im allgemeinen. Ich habe mir bei ihm so viel mehr erhofft. Aber seine ganze Karriere ist seit 3 Jahren so richtig ins stocken geraten. Mit 24 Jahren ist er immer noch jung und kann noch richtig durchstarten. Aber ich hatte ganz andere Vorstellungen. Er verdient sich seine Nominierung nicht, sondern ist einfach dabei, weil wir keinen anderen Stürmer parat hatten. Mittlerweile haben wir Halil und Ali Akman, die ich ab sofort nominieren würden.

    Das Spiel habe ich nicht gesehen, bin aber vom Ergebnis enttäuscht. Hier habe ich schon 5 Tore oder mehr für uns erwartet. Ich hatte mit neuen Spielern wie Orkun, Kerem oder Ridvan gerechnet und das wir erst spät ins Spiel finden, gerade weil so viele neue Spieler zusammen spielen.
    Dennoch unsere Pflichtaufgabe erfüllt, Dienstag wartet Holland auf uns, das wird ein wichtiges Spiel.

Schreibe ein Kommentar