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Startseite » Galatasarays Sacha Boey auf Titeljagd: „Man erinnert sich nur an die Gewinner“
Galatasaray 17. Dezember 2021

Galatasarays Sacha Boey auf Titeljagd: „Man erinnert sich nur an die Gewinner“

Von M. Cihad Kökten05 Minuten Lesezeit
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Galatasarays Sacha Boey auf Titeljagd: „Man erinnert sich nur an die Gewinner“
Foto: IHA

Abwehrspieler Sacha Boey sprach in einem Interview über seine bisherige Karriere und seine ersten Monate bei Galatasaray. Aktuell plagt den Rechtsverteidiger eine hartnäckige Oberschenkelverletzung, die dem Vernehmen nach zum Jahresende endgültig auskuriert sein soll. Schon seit 92 Tagen konnte Chefcoach Fatih Terim nicht auf seinen vielversprechenden Außenverteidiger zurückgreifen. Ganze 18 Spiele verpasste der junge Fußballprofi in dieser Zeit.

„Fußball ist ein einfacher Job“

Zu Beginn erklärte der 21-Jährige, wie seine Karriere überhaupt startete: „Ich habe beim FC Romainville angefangen, wo auch mein Haus ist. Das liegt im 93. Arrondissement. Fußball hat für mich sehr interessant angefangen. Zuerst wollte meine Mutter nicht, dass ich spiele. Ich spielte in der Nachbarschaft, manchmal mit den Erwachsenen. Eines Tages sagten sie meiner Mutter: ‚Du solltest dieses Kind zum Fußball anmelden!‘ Meine Mutter lachte zuerst und sagte: ‚Was macht dieser Junge im Fußball, er kümmert sich um nichts!‘ Aber sie hat mich schließlich angemeldet.“ Der Rechtsverteidiger erklärte, dass er nach Romainville zu Red Star gegangen sei: „Ich habe am Turnier in Romainville teilgenommen. Der Klub Red Star war auch bei diesem Turnier dabei und der Trainer sagte zu mir: ‚Du bist ein guter Spieler. Ich möchte, dass du spielst.‘ Es war ein gutes Niveau für unsere Altersklasse und die erste Erfahrung für mich. Ich habe trainiert, es lief gut. Damals habe ich rechts gespielt. Ich war aber weit weg von meinem aktuellen Profil. Es ging viel mehr ums Laufen, Schießen, Dribbeln, Tore machen. Ich konnte alles außer verteidigen.“

Nach seiner Zeit bei Red Star seien viele Anfragen von anderen Klubs gekommen, sagte der aus Montreuil stammende Abwehrmann: „Meine ersten Erfahrungen waren bei Caen. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass ein Brief gekommen sei. Als ich den Brief öffnete, hieß es, ich sei von Caen eingeladen worden, um ein Probetraining zu absolvieren. Wir gingen zum Training, nach dem Training fragten sie mich ‚Wie ist dein Schulniveau‘, denn sie fragen das immer zuerst. Schließlich unterbreiteten sie mir ein Angebot. Ich war überrascht. Als es so lief, sagte ich, ‚Fußball ist ein einfacher Job. Das ist der Traum vieler!‘ Ich nahm das Angebot allerdings nicht an und unterschrieb meinen ersten Vertrag bei Rennes.“

„Wollte nicht zu den Spielern gehören, die sich verstecken“

Doch in Rennes habe sich Boey anfangs schwer getan: „Meine Position in Rennes hat sich geändert. Dies habe ich zunächst nicht akzeptiert. Ich sagte nein, nicht ich, nicht jetzt, nein! Sacha und verteidigen? Ich konnte es nicht glauben. Zuerst dachte ich, ich fülle die Lücke in der Mannschaft und mache den Rechtsverteidiger. Dann waren es zwei Spiele, drei Spiele, vier Spiele… Der Trainer wollte mit mir sprechen und ich habe die Situation verstanden. Danach habe ich gearbeitet. Ich habe immer gearbeitet.“ Auf den Hinweis bezüglich der Begegnung gegen Celtic Glasgow, in dem sein „Stern“ aufging, sagte der kamerunische Nationalspieler: „Es war in Schottland in einem vollen Stadion. Schottischer Fußball ist ein bisschen wie ein englisches Spiel. Wir sind mit einer Mannschaft angetreten, die noch nie zuvor gemeinsam gespielt hat. In diesem Match habe ich mir gesagt: ‚Du musst dich zeigen!‘ Ich sagte mir, dass ich nicht zu den Fußballspielern gehören wollte, die sich in solchen Spielen verstecken. Auch wenn es bedeutete, Risiken einzugehen. Das Wichtigste in diesem Spiel war für mich, es nicht zu bereuen. Im Nachhinein habe ich mich sehr gut gefühlt. ‚Du hast getan, was du tun musstest, jetzt kannst du ruhig schlafen‘.“

Keine Einsatzzeiten: Von Rennes nach Dijon

Jedoch verlief im Anschluss nicht alles nach Plan. Erneut stand der Rechtsfuß vor Herausforderungen: „Es war ein schwieriger Prozess für mich. Der Spieler, der auf meiner Position spielte, war Hamari Traore. Er ist einer der Ältesten gewesen, was konnte ich ihm schon sagen? Man ist jung, ehrgeizig, aber man muss geduldig sein. Dann habe ich mich auf die Arbeit konzentriert. Ich trainierte mit meinem Fitnesstrainer. Er sagte mir: ‚Du wirst eines Tages erfolgreich sein.‘ Und ich gab nie auf. Ich wusste, dass ich eines Tages meine Belohnung erhalten würde.“ Nach Rennes ging es per Leihe zu Dijon FCO, wo es anfing bergauf für Boey zu gehen: „Ich war bereit und es war eine Fortsetzung dessen, was ich tat. Ich habe nicht weniger Leistung gezeigt, weil es ein kleinerer Verein war, im Gegenteil. Auch wenn der Spieler, der auf der gleichen Position wie ich spielte, schon länger im Verein war, habe ich mir gesagt, dass ich besser spielen werde. Und früher oder später würde sich das schon bemerkbar machen.“

Am Istanbuler Flughafen: Boey fühlt sich wie ein Superstar

Zuletzt beschrieb der Kameruner, der nebenbei auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, wie es zum Engagement bei den „Löwen“ kam: „Celtic auf der einen Seite und Galatasaray auf der anderen Seite. Ich musste mich entscheiden. Im Spiel gegen Celtic wurde ich gescoutet, aber nein. Galatasaray ist ein unglaublicher Verein, der größte Verein der Türkei. Die Fans, das Ambiente, alles ist riesig. So habe ich mich schnell entschieden. Ich möchte hier Pokale gewinnen und bin hier, weil man sich nur an die Gewinner erinnert.“ Die ersten Tage bei den Gelb-Roten waren wohl die aufregendsten Momente in der noch jungen Karriere des 21-jährigen Kickers. „Ich kam an einem Sonntag nach Istanbul. Wir waren am Samstag mit einem Freund noch beim Abendessen. Während ich mir meine Abonnenten auf Instagram ansah, war ich sehr überrascht. Ich dachte, das Telefon sei kaputt. Meine Freunde waren auch sehr verwirrt. Jedes Mal, wenn ich die Startseite aktualisierte, erhöhte sich die Abonnentenanzahl. Ich hatte schon 50.000 Abonnenten ohne unterschrieben zu haben. Davor waren es nur 14.000. Als ich am Flughafen ankam, habe ich mich durch die Fans und die Presse wie ein Superstar gefühlt. Eigentlich weiß ich, wer ich bin, aber ich glaube, ich habe im Fußball noch nichts gezeigt.“




Galatasaray Sacha Boey

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