Süper Lig

Gael Clichy: „Uns wurde gesagt, wir würden bei einem Sieg nicht aus dem Stadion raus kommen“

Gael Clichy, Ex-Medipol Basaksehir-Spieler und türkischer Meister von 2020, gab gegenüber der französischen Presse Einblick zu den Hintergründen seines Wechsels nach Istanbul, der verpassten Meisterschaft von 2018/19 und der Atmosphäre in den türkischen Ligen. Der Linksverteidiger blickte dabei Stolz auf die Meisterschaft von 2020 und auf eine dramatische Erinnerung aus der Saison 2018/19 zurück.

„Ich wollte in der Türkei etwas erreichen“

Clichy fühlte nach seinem Engagement bei Manchester City das Verlangen nach einer neuen Herausforderung in einem anderen Land. Dafür sprach er mit Ex-Teamkollege Emmanuel Adebayor. „Bevor ich bei Basaksehir unterschrieb, erhielt ich viele Angebote, auch aus der Premier League. Ich möchte den Teams gegenüber nicht respektlos klingen, aber ich hatte bereits für Arsenal und Manchester City gespielt. Wenn ich mich an Pablo Zabaleta zurückerinnere, der bei West Ham United unterschrieb, war die Umstellung vom Ferrari zu einem Stadtwagen von heute auf morgen nicht einfach. Der Abschied aus der Premier League fiel mir nicht leicht, doch nach meinen Erfahrungen bei Arsenal und Manchester City sah ich mich nicht mehr bei einem anderen englischen Klub. Nach meinem Gespräch mit Adebayor habe ich gefühlt, dass es in der Türkei einiges zu erreichen gibt. Basaksehir ist ein sehr junger Klub und es war ein großartiger Anreiz, dort Geschichte schreiben zu können. Da wir 2020 die Meisterschaft gewonnen haben, bin ich mit meiner Entscheidung zufrieden. Ich wollte den Klub größer machen und habe mich voll reingehängt. Bei der Mannschaft, dem Vorstand und den Fans habe ich ein gutes Image hinterlassen.“

„Ihr kommt bei einem Sieg hier nicht raus“

In der Halbzeitpause der Partie gegen Galatasaray berichtet der Franzose von einem kuriosen Ereignis. „Die türkischen Fans waren großartig. Ich erinnere mich an die Begegnung bei Galatasaray, als wir zwei Spieltage vor Schluss um die Meisterschaft spielten. Wir waren zwei Punkte vor ihnen und gingen mit einer 1:0-Führung in die Pause. In der Halbzeit kam ein Mann zu uns und sagte, dass wir nicht aus dem Stadion raus kommen würden, falls wir dieses Spiel gewinnen. Das war die Bestätigung für den Fanatismus in der Türkei. Das ist ein ganz anderes Niveau als in England. In der Türkei gibt es keine richtige Struktur. Man kann Vereinspräsidenten sehen, die sich auf den Rängen mit Fans prügeln. Bei den Türken ist man entweder der Beste oder der Schlechteste, eine Mitte gibt es nicht.“




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1 Kommentar

  1. 20. Dezember 2021 um 18:21

    „Das ist ein ganz anderes Niveau als in England. In der Türkei gibt es keine richtige Struktur. Man kann Vereinspräsidenten sehen, die sich auf den Rängen mit Fans prügeln.“

    Du hast es geschafft Ali, die Leute reden wieder von dir…