Fikret Orman, ehemaliger Präsident von Besiktas, hat sich deutlich zu den Spekulationen über eine mögliche erneute Kandidatur geäußert. Im Rahmen einer Veranstaltung von Begikad nahm der frühere Klubchef Stellung zu den Gerüchten und richtete zugleich klare Worte an die Anhängerschaft des Traditionsvereins.
„Es gibt derzeit kein Wahlumfeld“
Orman stellte unmissverständlich klar, dass es aktuell keine Grundlage für eine Kandidatur gebe. „Ob er kandidiere“, werde er häufig gefragt. Doch seine Antwort fiel nüchtern aus: „Derzeit gibt es bei Besiktas kein Wahlumfeld. Der jetzige Vorstand ist noch kein Jahr im Amt. Ich halte es nicht für richtig, in einem solchen Prozess über eine Kandidatur zu sprechen.“
Mit dieser Aussage erteilte der frühere Präsident allen Spekulationen eine klare Absage – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt.
„Präsident zu sein bedeutet mehr als Geschäftssinn“
Darüber hinaus sprach Fikret Orman über die Anforderungen an das Amt des Klubpräsidenten. Er betonte, dass die Führung eines Vereins wie Besiktas nicht allein durch wirtschaftliche Kompetenz definiert werde.
„Die Präsidentschaft von Besiktas ist nicht nur eine Aufgabe für einen Geschäftsmann. Es braucht viele Qualifikationen. Es ist nicht schwer, Manager zu sein – aber es ist sehr schwer, ein Präsident zu sein, an den man sich erinnert.“
In diesem Zusammenhang unterschied Orman zwischen Popularität und nachhaltigem Ansehen. Seine Worte waren deutlich: „Das Wichtigste ist nicht, beliebt zu sein, sondern mit Würde beliebt zu sein. Einer der bekanntesten Menschen der Welt war Pablo Escobar – aber er war ein Drogenhändler.“
Klare Botschaft an die Fans
Auch die Rolle der Anhänger thematisierte der frühere Präsident. Orman forderte mehr Selbstreflexion und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Vereinsführung und Entscheidungsprozessen.
„Wenn jeder, der kommt, im Nachhinein als Dieb bezeichnet wird – wer soll dann Präsident werden? Würde eine solche Gemeinschaft bestehen können? Auch die Besiktas-Anhänger sollten sich selbst regulieren.“
Vertrauen in die Stärke des Vereins
Trotz aller kritischen Töne zeigte sich Orman überzeugt von der Substanz des Klubs. „Besiktas ist eine etablierte Gemeinschaft. Dieser Verein wird seine eigene Wahrheit finden. Diese Vereinsgemeinde hat die Kraft, Schwierigkeiten zu überwinden.“
Mit diesen Worten unterstrich er seinen Glauben an die innere Stärke des Vereins – unabhängig von Personaldebatten oder Präsidentschaftsfragen.


