Tabula Rasa in Samandira: Sadettin Saran begründet Tedesco-Aus und forciert den Neuanfang
Nachdem die Trennung von Domenico Tedesco bei Fenerbahce offiziell vollzogen wurde, herrscht in der gelb-marineblauen Gemeinde Aufbruchstimmung. Parallel zur Bekanntgabe der Präsidentschaftswahlen am 6. und 7. Juni suchte Präsident Sadettin Saran das direkte Gespräch mit der Mannschaft. In den Fenerbahce Can Bartu-Einrichrungen in Samandira stellte Saran gegenüber den Profis klar, warum man sich trotz der vorangegangenen Unterstützung vom italienischen Trainer verabschieden musste. Laut einem Bericht der Tageszeitung Sabah betonte der Präsident in seiner Kabinenrede, dass das Team es verdient habe, mindestens in die UEFA Champions League einzuziehen. Man habe Tedesco letztlich entlassen, um den Weg für die neue Vereinsführung nach den Wahlen im Juni vollständig freizumachen und einen unbelasteten Neustart zu ermöglichen. Saran forderte von den Spielern, die verbleibenden drei Spiele zu gewinnen, um dieses Mindestziel zu erreichen.
Hochemotionaler Abschied: Domenico Tedesco wendet sich an die Fans
Kurz nach seinem Ausscheiden hat sich auch Domenico Tedesco erneut zu Wort gemeldet und dabei besonders die Anhänger des Klubs gewürdigt. In seinem zweiten Statement, das er gegenüber dem Fachmagazin Kicker abgab, zeigte sich der Trainer sichtlich bewegt von der Entwicklung. Es sei wirklich traurig, dass es so enden müsse, was einmal mehr zeige, wie schnelllebig der moderne Fußball geworden sei. Besonders bitter stieß dem Coach auf, dass man erst kürzlich über eine vorzeitige Vertragsverlängerung verhandelt hatte, bevor die 0:3-Derbyniederlage gegen Galatasaray am 31. Spieltag der Trendyol Süper Lig und die darauffolgende zweite Pleite in Folge das Ende besiegelten. Tedesco mahnte an, dass der Schlüssel zu dauerhaftem Erfolg in einem so emotionalen Umfeld darin liege, gemeinsam etwas zu entwickeln, anstatt nach jeder Niederlage sofort alles in Frage zu stellen.

Ein Gebet für die Meisterschaft und Dank an die Anhänger
Trotz der Enttäuschung über die Entlassung blickt der italienische Übungsleiter mit Dankbarkeit auf seine Zeit in Istanbul zurück. Er habe viel Arbeit investiert und wertvolle Erfahrungen gesammelt, wobei sein besonderer Dank den Fans gilt, die das Team stets unterstützt haben. Für ihn sind es die Anhänger, die diesen Verein zu etwas ganz Besonderem machen. Tedesco kündigte an, dafür zu beten, dass Fenerbahce seinen lang gehegten Traum von der Meisterschaft bald verwirklichen kann, da die Fans dies mehr als verdient hätten. Er glaube fest daran, dass er ein dauerhaftes System und ein neues Verständnis im Verein etabliert habe. In einem emotional geführten Klub wie diesem müsse man nach einer Niederlage zusammenhalten und die Arbeit umklammern, anstatt die gesamte Struktur sofort zu destabilisieren.
Weichenstellung für den Juni-Kongress
Während Domenico Tedesco seine Zelte abbricht, konzentriert sich die Vereinsführung unter Sadettin Saran nun voll auf die organisatorische Neuausrichtung. Die Erklärungen des Präsidenten auf der offiziellen Website werden im Umfeld bereits so interpretiert, dass er selbst bei der kommenden Generalversammlung nicht erneut für das höchste Amt kandidieren wird. Mit dem Freimachen des Trainerpostens hat Saran die letzte große Hürde für seinen Nachfolger aus dem Weg geräumt. In Samandira liegt der Fokus der Spieler nun darauf, unter der Interimsführung die Saison versöhnlich abzuschließen, während die gesamte gelb-marineblaue Moschee gespannt auf die personellen Weichenstellungen im Juni blickt, um die langjährige Sehnsucht nach Titeln endlich zu stillen.



2 Kommentare
Ich denke, dass Sadettin Saran mit dem Rauswurf von Tedesco so eine Art persönliche Rache an Tedesco genommen hat so quasi nach dem Motto, wenn ich hier nicht mehr als Präsident weitermachen darf, dann darfst du hier auch nicht mehr als Trainer bleiben“ da geb ich euch allen Brief und Siegel drauf, dass das so ist.
Haa, da ist es Saran auch total egal, ob wir noch um Platz 2, sprich den CL Qualiplatz kämpfen oder ihn dadurch an TS verlieren, hier gehts wieder mal ums gekränkte Ego des FB Präsidenten, das steht vor allem anderen und falls wir am Ende auch noch Platz 2 verlieren sollten, dann wäre das wie bei der verlorenen Meisterschaft auch die Schuld des FB Präsidenten.
Sir Okan und seine Spieler sind eine Nummer zu groß für Tedesco und Fenerbahçe.