Fenerbahce

Fenerbahçe mit Comeback in Belgien

Mit einem 2:2-Unentschieden beim RSC Anderlecht schließt Fenerbahçe die erste Hälfte der Europa League-Gruppenphase ab. Die Cocu-Truppe erkämpfte sich den Punkt nach einem Rückstand von zwei Toren mit einer kämpferisch starken Leistung.

Viel Abtasten, wenig Chancen!

Nur das Ergebnis zählt! Das war der Tenor der Pressekonferenz vor dem Spiel. Damit war sicher nicht nur die Lage in der UEFA Europa League gemeint, in der Fenerbahçe vor diesem Duell mit drei Zählern in der Tabelle erster Verfolger von Dinamo Zagreb war. Vielmehr braucht Cheftrainer Phillip Cocu derzeit jedes Erfolgserlebnis, um seine Position nach dem desolaten Start in der Süper Lig zu festigen. Und so begannen die Gäste beim Vorortklub aus Brüssel sehr abwartend. In der Anfangsphase machten es die Gastgeber vom RSC Anderlecht aber nicht viel besser. Sie hatten zwar optische Vorteile und mehr Ballbesitz, aber viel Druck entfaltete der Hausherr im Constant-Vanden-Stock-Stadion auch nicht.

Chancen-Feuerwerk

Die erste gefährliche Situation gab es erst nach 29 Minuten. Damit wurde aber ein wahres Feuerwerk an Torraumszenen eingeleitet. Nach einem ungeschickten Zweikampf von Hasan Ali Kaldırım durften sich die Belgier den Ball an der Strafraumkante zum Freistoß hinlegen. Der mit viel Effet getretene Schuss vom Franzosen Adrien Trebel segelte knapp über das Tor von Harun Tekin. Fünf Minuten später stand Eljif Elmas frei im Strafraum des Gegners, scheiterte aber an Torhüter Thomas Didillon. Im Gegenzug gingen die Belgier dann in Führung. Zakaria Bakkali schloss ein schnelles Zusammenspiel mustergültig mit einem platzierten Schuss unter die Latte zum 1:0 ab (35.). Tekin hatte keine Abwehrchance.

Kurz darauf musste auf der anderen Seite Didillon in höchster Not retten. Michael Frey konnte aus vier Metern den Ball nach Hereingabe von Mauricio Isla ins Tor schieben, platzierte den Ball aber so schlecht, dass Didillon gerade noch den Ausgleich verhinderte. Auf der anderen Seite prüfte Ivan Santini Keeper Tekin mit einem verdeckten Schuss vom Strafraumeck. Doch hier war noch nicht Halbzeit. Nach einem Foul von Martin Skrtel trat Sven Kums zum Freistoß an und traf aus halblinker Position nur das Lattenkreuz. Da hatte Fenerbahçe viel Glück, dass man nicht mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine ging.

Schock nach der Pause

Nun lag die Cocu-Truppe also gegen den zuvor in dieser Europapokalsaison noch sieglosen belgischen Traditionsklub hinten und musste in der Offensive deutlich mehr machen. Immerhin scheint der Niederländer in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben. Die Gäste übten jetzt früher Druck auf den Gegner aus und wirkten zielorientierter. Doch das Tor fiel auf der Gegenseite. Bakkali bekam auf der rechten Seite den Ball, zog nach innen, wurde von Gegenspieler Elmas in keinster Weise gestört und schlenzte die Kugel mit ordentlich Pfeffer ins lange Eck (50.). Die Köpfe der Türken hingen, die Gesichter auf der Bank erstarrten.

Anschubhilfe vom Gegner

Doch aus diesem Tief wurde Fenerbahçe ausgerechnet vom Gegner geholt. Nach einem kapitalen Fehlpass lief Frey aufs Tor der Anderlechter zu und schoss den Ball mit viel Wut ins lange Eck (53.) – der wichtige Anschlusstreffer! Kurz darauf dann sogar der Ausgleich. Fenerbahçe kombinierte und die belgischen Verteidiger standen Spalier wie ein Trupp Einlaufkinder. Außenverteidiger Kaldırım konnte sich den Ball im Strafraum noch einmal in Ruhe hinlegen, bevor er im Stile eines erfahrenen Angreifers den Ausgleich erzielte (57.). Der 19-malige türkische Meister war wieder im Spiel! Fenerbahçe hatte jetzt Oberwasser.

In der Folge verdienten sich aber beide Abwehrreihen ein paar Strafrunden, denn sie sahen bei diversen Torraumszenen den gegnerischen Angreifern bei ihren Aktionen bestenfalls zu. Die Stürmer machten aber nichts aus dieser Teilnahmslosigkeit. Und auch sonst fehlte weitgehend die Ordnung im Spiel beider Mannschaften. Erst in der Schlussviertelstunde standen beide Teams wieder besser, wobei Anderlecht recht ausgelaugt wirkte. Dementsprechend wurden Torraumszenen rar und es blieb schlussendlich bei einem gerechten Remis.

Zagreb siegt erneut

Im Parallelspiel dieser Europa League-Gruppe D gewann Dinamo Zagreb dank eines späten Treffers von Mislav Orsic mit 1:2 bei Spartak Trnava. Damit führen die Kroaten die Tabelle mit neun Punkten aus drei Spielen an. Es folgen Fenerbahçe (4), Trnava (3) und Anderlecht (1). Am 8. November empfängt der Süper Lig-Vertreter dann den RSC Anderlecht zum Rückspiel in der Türkei.

Aufstellungen

RSC Anderlecht: Didillon – Lawrence, Sanneh, Gerkens (86. Dauda), Saief – Santini, Kums, Trebel, Bornauw – Saelemaekers (86. Najars), Zakaria Bakkali

Fenerbahçe: Tekin – Isla, Neustädter, Skrtel, Kaldırım – Reyes, Jailson, Elmas (85. Potuk), Benzia (74. Güçtekin) – Frey, Slimani (74. Ayew)

Tore: 1:0 Bakkali (35.) , 2:0 Bakkali, 2:1 Frey (53.), 2:2 Kaldırım (57.)

Gelbe Karten: Kums, Saelemaekers, Santini, Bakkali – Jailson, Isla, Skrtel, Slimani, Benzia, Elmas, Kaldırım


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