Bei Besiktas laufen die Transferaktivitäten parallel auf mehreren Spuren – und genau dabei setzt der Istanbuler Tradtionsklub nun ein klares Zeichen. Die Gespräche mit Salih Özcan wurden gestoppt, weil die finanziellen Vorstellungen der Spielerseite nicht zur Gehaltsstruktur passen. Gleichzeitig arbeitet die Klubführung an einem Transfergipfel in den Ümraniye Nevzat Demir-Trainingseinrichtungen und treibt eine weitere Personalie voran: Emmanuel Agbadou steht als Innenverteidiger-Ziel weit oben.
Besiktas beendet die Gespräche mit Salih Özcan
Ajansspor berichtet, dass Besiktas den Prozess mit Salih Özcan abgebrochen hat, weil die wirtschaftlichen Bedingungen nicht mit der vereinsinternen Gehaltsbilanz vereinbar sind. Demnach ging es nicht um sportliche Zweifel, sondern um die Gesamtkalkulation eines Deals, der aus Sicht des Klubs zu schwer in die Budgetplanung eingreift.
Im Kern steht ein Paket, das sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt. Genannt werden ein jährliches Garantiegehalt von 3,1 Millionen Euro sowie ein langfristiger Vertrag über 3,5 Jahre. Hinzu kommen weitere Posten, die die Gesamtsumme nach oben ziehen und in der Bewertung des Klubs den finanziellen Rahmen sprengen.
Die Forderungen im Detail: Gehalt, Laufzeit, Bonus und Provision
Zu den zusätzlichen Forderungen zählen ein Unterschriftengeld von 1,5 Millionen Euro und eine Managerprovision von 1,4 Millionen Euro. In der Summe entsteht daraus ein Kostenblock, der nach Darstellung im Bericht das Vereinsbudget übersteigt. Besiktas reagierte deshalb mit einem klaren Schnitt und richtet den Blick auf Alternativen – außer, die Spielerseite ist bereit zu einem deutlichen Nachlass.
Auch die Leistungsdaten werden im Kontext der Verhandlungen genannt. Der aktuelle Marktwert liegt den Transfermarktangaben zufolge bei 3,5 Millionen Euro. Özcan kommt wegen Verletzungen und Formstatus in dieser Saison in vier Kurzeinsätzen auf nur 21 Minuten Einsatzzeit.
Transfergipfel in Ümraniye: Adali, Yalcin und Recber beraten die nächsten Schritte
Parallel zur Özcan-Entscheidung fand ein Transfergipfel statt. Serdal Adali traf sich mit Trainer Sergen Yalcin und dem Generalkoordinator Serkan Recber, die Runde besprach Abgänge und Zugänge. Ertan Süzgün schilderte dies in einer YouTube-Sendung von Yeni Acik und ordnete das Treffen als Teil der Kaderstärkung ein.
Adali setzte dabei öffentlich eine Linie, die auch die Özcan-Entscheidung erklärt. Er betonte, dass die Interessen von Besiktas über allem stehen, der Klub aber zugleich Transfers tätigen und die Mannschaft stärken werde. Seine Wortwahl war bewusst eindeutig: „Ich gebe nicht das Geld meines Vaters aus, wir investieren das Geld von Besiktas. Wir sind bestrebt, die besten Spieler unter den besten Bedingungen zu bekommen. Wir wollen mit diesen Spielern nicht nur die Rückrunde bestreiten, sondern sie sollen Teil der Mannschaft für die kommenden Saison sein.“
Agbadou als Innenverteidiger-Ziel: Einigung mit dem Spieler, Angebot an Wolverhampton
Während im Mittelfeld gespart werden soll, läuft die Innenverteidiger-Suche mit Tempo. Emmanuel Agbadou, der für Wolverhampton Wanderers spielt, gilt als führender Name auf der Liste. Sabah berichtet, dass Besiktas mit dem Spieler eine Einigung erzielt und einen Vertrag über 3,5 Jahre mit dem 28-Jährigen abgeschlossen hat. Gleichzeitig wird der Vorschlag an Wolverhampton überarbeitet.
Im Raum steht demnach ein Modell mit zwei Millionen Euro für den Transfer und einer Kaufoption über zehn Millionen Euro. Besiktas wartet auf die Antwort des englischen Klubs. Zudem wird betont, dass Sergen Yalcin den Abwehrmann möglichst sofort im Team sehen will, damit die Integration in einer intensiven Phase nicht verloren geht.
Agbadous Profil und Stationen: Reims, Wolverhampton und der Weg dorthin
Agbadou wechselte zu Saisonbeginn von Stade Reims nach Wolverhampton. Weitere Karrierestationen sind KAS Eupen, FC San Pedro und US Monastir. Für Besiktas geht es nun darum, die Verhandlungslinie so zu setzen, dass der Klub die Defensive stabilisiert, ohne die Budgetlogik aus den Augen zu verlieren – genau diese Balance hat bei Özcan zur harten Entscheidung geführt.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob sich beim Özcan-Paket noch Bewegung ergibt und ob Wolverhampton beim Agbadou-Modell mitzieht. Klar ist bereits jetzt: Besiktas will investieren, aber nur zu Bedingungen, die langfristig zur eigenen Struktur passen.


