Süper Lig

Basaksehir hält Versprechen gegen Manchester und schafft Historisches


Anfang November empfing Medipol Basaksehir den englischen Traditionsverein Manchester United zum Champions League-Gruppenspiel. Die Vorfreude der türkischen Fans war dabei sehr groß, da mit ManU der wohl größte englische Verein überhaupt zu Gast im Fatih Terim-Stadion sein würde. Trotz Corona war lange klar, dass einige Fans in der Arena sein würden. Die türkischen Fußballanhänger gelten als sehr heißblütig, doch versprachen die Fanclubs von Basaksehir, United mit dem nötigen Respekt zu empfangen.

Schon im Vorfeld äußerte Hüseyin Avcilar, Anführer der Fangruppierung „1453 Basaksehirliler“, dass man Manchester United „…gut behandeln werde.“ Die Fans seien „immer respektvoll und keineswegs feindselig gegenüber anderen Teams.“ In der Tat waren und sind die Fans des türkischen Meisters Basaksehir sehr diplomatisch. Dies hat wohl in erster Linie etwas mit den engen Verbindungen, die es zwischen Fußballclub und Regierung gibt, zu tun. Der Verein ist nach dem Stadtteil Basaksehir in Istanbul benannt. Dieser ist schon immer eine AKP-Hochburg. Die Regierungspartei, deren Namen sinnhaft übersetzt Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung heißt, hat hier sehr viele Unterstützer und Fans.




Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht zudem keinen Hehl daraus, dass er Basaksehir gerne unterstützt. Zwar soll Fenerbahce noch immer sein absoluter Lieblingsverein sein, doch zeigt er sich regelmäßig auf der Tribüne von Basaksehir. Er soll auch bei der Gründung des Clubs beteiligt gewesen sein. Auch bei der Eröffnung des Stadions war der türkische Präsident zugegen. Er nahm sogar am Eröffnungsspiel teil. Erdogan hatte früher halbprofessionell Fußball gespielt und zeigte in dem Showmatch, dass er noch immer mit dem Ball umgehen kann. Zwar wagte es kein Gegenspieler, dem autoritären Präsidenten das Leben auf dem Platz schwer zu machen, doch muss man es auch in einem Showmatch erst mal schaffen, drei Tore zu schießen. Wie sehr der Präsident auch vom Club geschätzt wird, zeigt, dass Basaksehir die Nummer 12, die Erdogan im Eröffnungsspiel trug, nie mehr vergeben möchte.

Die “Eulen” sind erst wenige Jahre in der Süper Lig aktiv und konnten sich dieses Jahr erstmals für die Champions League qualifizieren. Den Stadtrivalen Fenerbahce, Besiktas und Galatasaray hat der Club vorerst den Rang abgelaufen. Auch dieses Jahr werden dem Team hohe Chancen auf den Meistertitel zugerechnet. Nun konnten sie auch international auf sich aufmerksam machen. Gegen Manchester United gelang völlig überraschend ein 2:1-Sieg. So konnte das Team nicht nur die Chancen auf ein Überwintern in der Champions League deutlich erhöhen, sondern auch den ersten CL-Sieg überhaupt einfahren. Dass dieser Erfolg gegen eine so große Mannschaft gelang, schmeckt den Fans des Vereins aus dem Westen Istanbuls, aber auch Erdogan und seinen Parteifreunden besonders gut.


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Erdem Ufak

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4 Kommentare

  1. Avatar
    18. November 2020 um 23:51 —

    Ich dachte Politk hat hier nichts zu suchen???

    Wie wäre es mal, wenn ihr über die Ausbeutung unserer Vereine spricht??? Welche negativen Einflüsse er auf den türkischen Fussball hatte? Warum er Gala wie ein Parasit ausgesaugt hat? Warum er Aziz Yildirim unbedingt hinter Gitter sehen wollte? Und und und…

    • Avatar
      19. November 2020 um 7:34

      Erzähl keinen Blödsinn. Immer diese Behauptungen ohne jeglicher Quelle. Wird echt lächerlich so langsam.

  2. Avatar
    18. November 2020 um 19:14 —

    Sehr schöner Artikel. Vielen Dank Herr Ufak.

    Hoffentlich wird die Erfolgsgeschichte von Başakşehir weitergehen. Es wäre gut für den türkischen Fußball.

    Die moralische Unterstützung unseres Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan sollte man nicht überbewerten. Letztendlich unterstützt er als türkischer Staatspräsident alle türkischen Sportvereine.

  3. Avatar
    18. November 2020 um 16:56 —

    Ich hab einen Artikel über Basaksehir erwartet aber habe zwei Paragraphen voll Erdo-Propaganda bekommen. Was hat der Titel so wirklich mit dem Artikel zu tun? Das verstehe ich irgendwie nicht. Im Titel geht es darum, dass Basak gegen ManU gewonnen hat, aber im Artikel wird nur über Erdolf geredet. Kein Mensch will mehr über diesen Diktator lesen, und falls ihr unbedingt über ihn schreiben wollt, dann sagt es bereits im Titel. Dann weiß ich, dass ich nicht mehr auf Gazetefutbol zu surfen brauche

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