Türkischer Fußball

Die FIFA WM 2022: Unsere Analyse und Einschätzung

Nach der Auslosung ist vor dem Eröffnungsspiel! Am 21. November ist endlich Anpfiff. Dann enden knapp 12 lange Jahre der Vorfeld-Diskussionen um die FIFA WM 2022. Für die Buchmacher geht es schon jetzt los

Das al-Bayt-Stadion in al-Chaur, 21. November 2022, 19 Uhr Ortszeit. Wenn Gastgeber Katar mit der Partie gegen Ecuador die FIFA WM 2022 offiziell eröffnet, ist das erste Spiel dieser WM schon beendet. Mit Senegal und den Niederlanden bestreiten in Doha zwei andere Teams bereits um 13 Uhr Katar-Zeit das erste Spiel dieser, in mehrerlei Hinsicht, Premieren-Weltmeisterschaft. Dazu später mehr.

Hammer, Favoriten und Wundertüten

32 Mannschaften treten in vier Gruppen gegeneinander an. Die Auslosung hat interessante Gruppen hervorgebracht und manche Konstellationen und Gruppengegner müssen sogar noch ausgespielt werden. Doch eines ist schon jetzt klar: Die schwerste Gruppe ist die Gruppe E. Hier spielen Deutschland, Spanien und Japan. Vierter Teilnehmer wird entweder Costa Rica oder Neuseeland. Sicher kann sich hier keine Mannschaft sein, das Achtelfinale zu erreichen. Interessant wird sein, ob Gastgeber Katar mindestens zwei seiner Gruppengegner hinter sich lassen und eine Runde weiterkommen kann. Niederlande, Senegal und Ecuador werden sich ebenfalls um einen der vorderen zwei Plätze bewerben. Eher offen einzuschätzen ist auch der Ausgang in Gruppe H. Vielleicht hat Portugal leicht die Nase vorn, doch auch Uruguay, Südkorea und Ghana dürfen sich berechtigte Hoffnung, zumindest auf Rang Zwei, machen.

Wer macht das Rennen am Persischen Golf? Die Top-Wetten zur FIFA WM 2022

Traditionell vage Quoten bieten die Wetten auf den Gesamtsieger, wenn das Turnier noch eine gewisse Zeit in der Zukunft liegt. Von Verletzungen bedeutender Spieler oder eventuellen Trainerwechseln weiß man da noch nichts. Wenn man sich schon früh auf seinen Favoriten festlegt, drücken allerdings auch eine dominante Vorbereitung oder eventuelle Unsicherheiten bei Gruppengegnern nicht mehr auf die Gewinnerwartungen. Top-Favorit auf den Turniersieg ist der Rekordweltmeister. Allerdings wartet Brasilien nunmehr seit 20 Jahren auf den Titel. Neymar ist vermutlich mit seinen 30 Jahren auf dem Maximum seiner Leistungsfähigkeit.

Um ihn herum wirbelt eine junge Offensive, die das Potenzial für berauschende Spiele hat. Hier stechen Vinícius Junior von Real Madrid und Richalison vom FC Everton besonders hervor. Mit Alisson und Ederson spielen zudem die Torhüter 1 und 2 bei Meisterschaftskandidaten der englischen Premier League. Diese Qualität wird von Wettanbietern mit einer 5,5 bis 6,0 bewertet.

Der amtierende Weltmeister Frankreich rangiert auf Rang 2 der Buchmacher. Der Kader ist insgesamt ausgewogener als der Brasilianer. Mit dem Bayern-Block in der Abwehr (gleich drei Verteidiger spielen für den deutschen Rekordmeister), dem körperlich starken Mittelfeld und der exzellenten Offensivabteilung mit Superstar Kylian Mbappé haben die Franzosen in allen Mannschaftsteilen eine wahnsinnige Qualität. Als Titelverteidiger sehen sie viele Buchmacher und bieten eine Quote von durchschnittlich 6,5-7,5.

Wer sein Geld auf die DFB-Auswahl setzt, kann mit Quoten von 10 bis 12 rechnen. Diese eher mäßige Einschätzung im Vorfeld ist wohl im Abschneiden der Deutschen bei der WM 2018 begründet. Zudem sind viele personelle Fragen noch offen. DER Stürmer, der die Mannschaft zum Titel schießen soll, hat sich noch nicht herauskristallisiert.

Und wer sich den Spaß erlaubt und einen Euro auf den Gastgeber wettet, der kann sich mindestens auf eine Verhundertfachung seines Einsatzes freuen. So bieten einige der Wettanbieter mit Cashout bestimmte Konditionen, bei denen die Wetten noch lukrativer werden. Wer sich für eine vorzeitige Auszahlung entscheidet, kann somit bei manchen Wettanbietern bares Geld sparen.

Viel Kritik am Austragungsland

Es ist die erste WM auf der arabischen Halbinsel und (deswegen) die erste WM, bei der in klimatisierten Stadien gespielt wird. Und wahrscheinlich ist es die umstrittenste WM, die je es bislang gab.

Bestechungsvorwürfe bei der Vergabe von sportlichen Großereignissen ist man mittlerweile gewohnt. So war es nicht weiter verwunderlich, als im Mai 2020 enthüllt wurde, dass drei entscheidende Funktionärsstimmen bei der Abstimmung gekauft waren. Kritik an der Klimaschädlichkeit klimatisierter Stadien ist ebenso berechtigt, wie die Klagen über große körperliche Belastungen wegen der ungewöhnlichen Wärme. Die Spielpläne der international bedeutungsstärksten Ligen kommen ebenso aus dem gewohnten Rhythmus.

Am schwersten wiegen die Menschenrechtsverletzungen, die die Nachrichtenlage seit der Vergabe im Dezember 2010 dominieren. Kaum ein Bericht ohne Erwähnung der Rechtlosigkeit der Arbeiter, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau der acht Stadien. Dazu kaum Arbeitsschutz und infolgedessen viele tödliche Arbeitsunfälle. Auch zaghafte Versuche zur Verbesserung der Situation der Arbeiter können nicht über die tausenden toten Arbeitsmigranten hinwegtäuschen.

Fußballfest in Katar?

Ein Fußballfest zu erwarten, wäre in einem Land mit derart geringer Fußballtradition, unrealistisch. Siege im Golfpokal und bei der Asienmeisterschaft konnten bislang keine große Begeisterung im Emirat entfachen. Ein Vergleich mit den rauschenden Partys in Brasilien 2014 oder Frankreich 1998 wäre daher ungerecht. Bei der ersten WM auf asiatischem Boden im Jahr 2002 in Japan und Südkorea, waren Bedenken ob der Stimmung letztlich unbegründet. Hier sollte man Katar eine Chance geben.

Für die Spiele und Spieler auf dem Platz sind die Regeln die gleichen, wie überall auf der Welt. Alle Teams werden alles für den maximalen Erfolg geben und versuchen, ihre Nation und die Fans stolz zu machen.


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