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Home»Alles außer Fußball»Wie funktionieren Online Glücksspielanbieter in der Türkei?
Alles außer Fußball 9. September 2023

Wie funktionieren Online Glücksspielanbieter in der Türkei?

Von Gazetefutbol05 Minuten Lesezeit
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Glücksspiele sind in der Türkei streng reguliert. Sie stellen gemäß dem türkischen Strafgesetzbuch (TStGB, Artikel 228) ein strafrechtliches Vergehen dar. Trotzdem nehmen viele türkische Spieler aktiv an Glücksspielen auf in- und ausländischen Glücksspielplattformen teil.

Die beliebteste Form des Glücksspiels in der Türkei ist Sportwetten, wobei der Fußball dominiert. Sportwetten und Lotto dürfen nur vom staatlichen Anbieter IDDAA legal angeboten werden.

Geschichte des türkischen Glücksspiels

1984 wurde in der Türkei das Glücksspiel legalisiert und 1990 erfolgte die Legalisierung von Casinos. Diese Gesetze galten nicht lange, denn schon 1996 wurde das Verbot von Casinos ausgesprochen und 1998 in Form eines Gesetzes umgesetzt.

Online Glücksspiele wurden bereits 2006 vor ihrer tatsächlichen Einführung verboten. Mittlerweile hat die Türkei Maßnahmen ergriffen, um Spieler zu sanktionieren, die ausländische Online Glücksspielplattformen nutzen. Hohe Strafen drohen jedem, der bei Online Glücksspielen erwischt wird.

Überblick über den Glücksspielmarkt in der Türkei

In der Türkei ist es per Gesetz verboten, in einem ausländischen Online Casino zu spielen. Wer gegen dieses Gesetz verstößt und ertappt wird, muss mit hohen Strafen rechnen. Dies gilt für die Anbieter und die Spieler. 

Zu den wenigen Möglichkeiten, in der Türkei an Glücksspielen teilzunehmen, gehören Sportwetten beim staatlichen Anbieter und Buchmacher IDDAA und Lotterie bei der staatlichen National Lottery Milli Piyango. Casinospiele und Poker sind verboten. IDDAA akzeptiert Wetten auf Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis, Hockey, MMA, Snooker, Handball und Tischtennis.

Trotz des strikten Verbotes nutzen türkische Spieler gerne das Glücksspiel im Internet auf ausländischen Webseiten. Hier versucht die Regierung einen Zugriff durch Webseitensperren zu verhindern. Auf den Webseiten sind dann Warnungen zu lesen, die den Nutzer darüber informieren sollen, dass der Besuch dieser Webseiten verboten ist. Die Webseiten werden von der türkischen Behörde ICTA (Information and Communication Technologies Authority) überwacht.

Auch im türkischen Teil von Zypern gelten die gleichen Regeln wie in der Türkei. Im griechischen Teil der Insel hingegen befinden sich viele landbasierte Spielcasinos, die nur von Touristen besucht werden dürfen. Der griechisch-zypriotische Teil der Insel vergibt Lizenzen für Online Casinos. Viele europäische Anbieter sind dort aktuell lizenziert und da es sich um gültige EU-Lizenzen handelt, finden die Spieler auf diesen Glücksspielplattformen ein faires und sicheres Umfeld.

Auch türkische Spieler spielen

Online Glücksspiele wurden in der Türkei zwar 2006 verboten, aber das Verbot hatte nur begrenzten Erfolg. Denn im Jahr 2009 wurde geschätzt, dass rund ein Viertel des Umsatzes (25 Prozent) des schwedischen Online Glücksspiel-Unternehmens Betsson AB aus der Türkei stammte. Damit ist belegt, dass trotz des Glücksspielverbots sich türkische Spieler nicht von der Teilnahme an Glücksspielen abhalten lassen und sogar als führende Spieler gelten – trotz des weltweit einmaligen Gesetzes der türkischen Regierung, dass Spieler dafür massiv bestraft werden können.

Besonders beliebt bei türkischen Spielern sind Sport- und Pferdewetten sowie zahlreiche Online Portale wie Wolfy Casino, Superbahis und Betway. Diese Plattformen bieten attraktive Boni und spannende Turniere, ein großes Portfolio an Casinospielen und stellt gängige Ein- und Auszahlungsoptionen zur Verfügung.

Für die Türkei wird ein Wachstum des Glücksspielmarktes prognostiziert

m Jahr 2018 hatte der türkische Online Sportwetten Markt einen Umsatz von 348 Millionen US-Dollar. Dieser Wert soll bis zum Jahr 2026 auf 921 Millionen US-Dollar ansteigen (Quelle: Statista). 

Dabei kristallisierte sich der Fußball als profitabelste Sportart heraus, mit dem Buchmacher im Jahr 2019 über 97 Millionen US-Dollar umgesetzt haben.

Die Umsätze mit den mobilen Sportwetten-Apps sollen sich bis zum Jahr 2026 steigern und zwar auf 486 Millionen US-Dollar (pro Jahr). Das sogenannte Line-in-Play mit Handy & Co konnte im 2019 einen Umsatz von rund 121 Millionen US-Dollar verzeichnen und war der größte Anteil am türkischen Sportwetten Marktes. Direkt danach an zweiter Stelle kamen abgegebene Sportwetten mit festen Quoten: Hier belief sich der Umsatz auf rund 86 Millionen US-Dollar.

Der Markt für Sportwetten und Glücksspiele in der Türkei wird voraussichtlich weiterhin wachsen. Das Land hat eine junge Bevölkerung, die sich für Sportwetten und Glücksspiele begeistert und dafür mehr und mehr Handy & Co nutzt. Ein erheblicher Teil der Spieler ist unter 30 Jahre alt. Das Umsatzwachstum wird durch das steigende Einkommen und das wachsende Interesse einer jungen Bevölkerung an Glücksspielen vorangetrieben.

Die Glücksspielbranche im gesamten Nahen Osten wächst bereits in diesem Jahr auf einen prognostizierten Wert von über 6 Milliarden US-Dollar. Der Glücksspielmarkt dieser Region, zu der auch die Türkei zählt, wird voraussichtlich über 100 Millionen Spieler erreichen, von denen schätzungsweise 80 Prozent mit ihren Mobilgeräten spielen.

Alle Glücksspiele sind in der Türkei offiziell durch die Regierung verboten und der Staat hat die Steuererhebung zugunsten der Monopolisierung des Glücksspiels aufgegeben. Es gibt nur ein einziges Online Wettportal und das gehört dem Staat. Der Grund für weiteres Wachstum der Glücksspielbranche in der Türkei ist, dass sich leidenschaftliche Spieler mit dieser Situation nicht zufriedengeben. Sie möchten auf allen möglichen Casino- und Wettportalen Wetten abgeben und spielen.

Interessant: Bis zur plötzlichen Schließung aller landbasierten Casinos Ende der 90-er Jahre beliefen sich die Einnahmen für den Staatshaushalt auf etwa 1 Milliarde Dollar pro Jahr. Eigentlich wollten die staatlichen Behörden darüber nachdenken, sie zu kontrollieren und wieder zu öffnen. Aber die Erlaubnis von Casinos in der Türkei beschränkt sich auf das Gebiet der Türkischen Republik Nordzypern. Betreten werden dürfen sie allerdings nicht von türkischen Bürgern.

Schlussfolgerung

Die Türkei hat eine sehr hohe Staatsverschuldung. Daher sollte die Regierung über eine kontrollierte Legalisierung des Glücksspiels nachdenken, um daraus u.a. Steuereinnahmen von privaten Anbietern zu generieren. Der Online Glücksspielmarkt wird voraussichtlich ohnehin weiterwachsen, denn türkische Spieler werden weiterhin auf irgendeine Weise Glücksspiele nutzen. Ob sich der Markt verändert, bleibt anzuwarten. Die Türkei befindet sich im Wandel.


Hinweis: Dieser Artikel enthält Werbelinks

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