Galatasaray

Vergebliches Warten am Flughafen: Wie Brügge Anderlecht Diagne wegschnappte

In den letzten Tagen des Transferfensters war der RSC Anderlecht noch auf der Suche nach einem Stürmer. John Guidetti (27) wurde gehandelt, eine Anfrage gab es auch beim Ex-Freiburger Papiss Demba Cissé (34), was dessen Klub Alanyaspor allerdings abblockte. Am konkretesten wurde es für den Verein aus Brüssel bei Mbaye Diagne (27), der letztlich von Galatasaray Istanbul auch inklusive Kaufoption nach Belgien ausgeliehen wurde – allerdings zum Konkurrenten FC Brügge.

Ein Wechsel, der in Belgien für viel Aufsehen sorgte. Auch bei Michael Verschueren, dem Sportdirektor des Rekordmeisters, der sich daher am Mittwoch in den belgischen Medien zu Wort meldete (zitiert via Het Laatste Nieuws). Es sei „keine Kriegserklärung“ an den amtierenden Meister, „weil das, was Brügge getan hat, nicht unbedingt falsch ist“, leitete er seine Erläuterungen ein.

Dann legte der 49-Jährige los: „Letzte Woche war ich in Monaco. Dort habe ich am Mittwochabend mit den Leuten von Galatasaray verhandelt. Das lief sehr reibungslos, wir hatten sehr schnell eine Vereinbarung über einen Leihtransfer von Diagne. Wir wollten das alles am Donnerstag auf Papier bringen, was wir auch getan haben. Wir haben anschließend auch eine Übereinkunft mit dem Spieler getroffen. Das einzige, was noch passieren musste, war, die Verträge zwischen allen Parteien zu unterzeichnen.”

Bei Ankunft in Brüssel: Diagne versteckt sich unter Kapuze

Am Sonntag habe man alle nötigen Dokumente an Galatasaray verschickt. „Die verschiedenen Berater des Spielers haben dann darum gebeten, Hotelzimmer zu buchen. Diagne sollte am Montag seinen Medizincheck machen und wir ihn am Flughafen in Brüssel abholen. Dort hat unser Teammanager gewartet, der mich nach einer Stunde angerufen hat und sagte: ‚Der Spieler ist nicht da.‘ Das fand ich merkwürdig und habe angefangen zu telefonieren, konnte aber niemand erreichen. Bis ich plötzlich einen eingehenden Anruf erhielt.“

Die Verantwortlichen von Galatasaray hätten sich bei ihm während des Telefongesprächs entschuldigt und erklärt, dass man ein Angebot von Brügge bekommen und der Spieler sich dafür entschieden habe. „Das habe ich nicht verstanden. Und in der Zwischenzeit hörte ich dann noch, dass der Spieler mit einer Kapuze über dem Kopf an unserem Teammanager vorbei gelaufen ist. Tja, dann fängt man doch an, sich Fragen zu stellen.“

Kontakt zu Brügge habe er nicht aufgenommen, so Verschueren. „Wenn sie wussten, dass wir eine Einigung hatten, ist das sehr bedauerlich. Ich hätte es dann an ihrer Stelle nicht gemacht und zumindest mal angerufen. Wir sitzen oft bei Treffen der Liga zusammen und kennen uns doch gut. Ich denke, es ist noch nicht vorbei.“

„Deshalb arbeiten wir manchmal intern auch mit Aliasnamen“

Der Sportdirektor will aus den Vorkommnissen seine Konsequenzen ziehen: „In Zukunft müssen wir wirklich vermeiden, dass unsere Pläne in den Zeitungen stehen. Deshalb arbeiten wir manchmal intern auch mit Aliasnamen. Wenn der Wechsel von Vincent (Kompany, Anm. d. Red.) vorzeitig geleakt worden wäre, hätte Bart Verhaeghe (Präsident von Brügge, Anm. d. Red.) ihn vielleicht zu Brügge holen wollen.“

Brügge, das im Gegensatz zu Anderlecht in der Champions League spielt und in der Gruppenphase ausgerechnet gegen Galatasaray antreten muss, reagierte gegenüber „Het Laatste Nieuws“ gelassen. Anderlecht habe auf keiner Ebene eine Einigung gehabt, heißt es dort. Schließlich müsste Galatasaray als börsennotierter Verein auch eine offizielle Mitteilung veröffentlichen, wenn Verhandlungen mit einem anderen Verein bezüglich eines Transfers gestartet sind. So wie es am Sonntagabend bei Brügge und Diagne der Fall war.

„Wir werden sehen, ob Diagne erfolgreich ist. Brügge hat ja schon 7 oder 8 Angreifer“, stichelte Verschueren doch noch ein wenig in Richtung des Konkurrenten. „Man kann sich fragen, wie das alles funktionieren soll. Aber das ist ihre Realität. Unsere ist, dass am Ende kein Stürmer kam. Und das liegt in meiner Verantwortung.“


Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst auf www.transfermarkt.de

Link: https://www.transfermarkt.de/vergebliches-warten-am-flughafen-wie-brugge-anderlecht-diagne-wegschnappte/view/news/345027

Autor: Christian Schwarz

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8 Kommentare

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    6. September 2019 um 17:51 —

    😂😂😂

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    6. September 2019 um 8:48 —

    Naja auch wenn der Typ wirklich nicht die besten Leistungen gezeigt hat, hat man ihm auch nicht das nötige Selbstvertrauen geschenkt.
    Kaum wurde er transferiert, habe ihn die Medien schon abgeschrieben und wir Gala-Fans haben direkt mitgemacht. Wer weiß wir er sich bei uns eingelebt hätte wenn man ihm etwas mehr Vetrauen gegeben hätte?
    Ich denke shcon, dass das im Fußball ein wichtiger Faktor ist.
    Würdet ihr für euren Arbeitgeber euer bestes geben wenn ihr wüsstet dass er euch um jeden Preis loswerden will?

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      6. September 2019 um 9:21

      da muss ich dir zum Teil Recht geben. Man hätte ihm in der Tat mehr Vertrauen und Zeit schenken können. Meiner Meinung nach wäre das aber unnötig gewesen, da er für mich einfach nie die Anlagen hat die ein guter Stürmer braucht. Das haben sie bestimmt auch das letzte halbe Jahr bei Gala gesehen und versucht ihn schnell loszuwerden solange er noch gute Statistiken vorzuweisen hat 😀 Auch wenn die jetzige Leihe uns auch nicht viel weiterbringt außer das wir nun im “soll” für die FFP sind…

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    5. September 2019 um 22:15 —

    Von mir aus kann er mit einer Sturmmaske durch den Flughafen, hauptsache er ist weg. So eine Enttäuschung der Typ.
    @Ahmo25: Also so wirklich super stärken hat er nicht.. also so in allen Punkten mittelmaß.. Er rennt viel.. so ähnlich wie Elmander kann man sagen.. Mit Kopf ist er besser als mit dem Fuß.. Also zumindest was ich damals so gesehen habe..

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    5. September 2019 um 15:14 —

    Der Kerl kann garnicht. Ich hatte damals schon gebetet, dass er nicht kommt. Alle seine Tore damals bei Kasimpasa bestehen größtenteils aus Elfmetertoren und Positionen in denen er den Ball quergelegt bekommt und nur noch einnetzen muss. Hinzu kommt noch sein Charakter sowie sein äußeres Erscheinungsbild welches mir persönlich überhaupt nicht gefällt

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    5. September 2019 um 14:28 —

    Völlig sinnlos, Diagne im Winter für viel Geld zu holen, ihm kein Vertrauen zu schenken und nach einem halben Jahr an die direkte Konkurrenz zu verleihen. Willkommen im türkischen Fußball.

    Aber mal was anderes:
    Im Uefa Cup Finale hat sich Gülen als Taffarel verkleidet um den Kopfball von Henry zu halten. Und der letzte Elfmeter von Popescu war unberechtigt. Seit froh, dass es damals kein VAR gab.

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      5. September 2019 um 14:35

      Diagne kann außer Elfmeterschießen und sich im 16er fallen zu lassen nicht besonders viel. Wenn du mal unsere Spiele gesehen hast, müsstest du merken, dass er nur vorne am warten ist und selbst dann total überfordert war. Selbst die Spieler wollten nicht mehr zu ihm passen, obwohl er in einer guten Position stand.
      Vielleicht findet er sein Glück in Belgien und wird erfolgreich. Wenn Brügge die KO zieht gehen wir sogar mit einem Plus aus diesem Geschäft.

      Zu deinem zweiten Teil deines sinnlosen Kommentares kann ich nur sagen: Wie hobbylos und kindisch muss man sein, um im Internet unter Fußballartikeln Personen zu provozieren? Ich mein hast du keine Freundin mit der du Spaß haben kannst oder einen Freund zum Zeitvertreib?
      Da muss ich ernsthaft den Kopfschütteln und auch mal den Admin bitten so welche kindischen Provokateure zu sperren…

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      5. September 2019 um 14:44

      Hallo Kubinho,

      im zweiten Teil habe ich mir einen Spaß erlaubt. Bitte entschuldige.

      Wenn Diagne nur Elfmeter kann, warum verpflichtet ein Klub wie Brügge ihn? Und Brügge ist nicht für schlechtes Scouting bekannt. Außerdem hat er bei Kasimpasa viele schöne Tore geschossen.

      Genau wegen solchen Transfers ist der türkische Fußball am Boden. Schulden über Schulden.

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