Fenerbahce hat in der 18. Spielwoche der Trendyol Süper Lig bei Corendon Alanyaspor einen wichtigen 3:2-Auswärtssieg gefeiert und den Rückstand auf Tabellenführer Galatasaray auf einen Punkt verkürzt. Nach der Partie stellte Trainer Domenico Tedesco klar, dass die Mannschaft aus dem schwierigen ersten Durchgang lernen müsse – und unterstrich zugleich, wie stark sein Team nach der Pause reagierte.
„Mir war sehr heiß“: Tedesco erklärt den Jacken-Moment
Zu Beginn seiner Aussagen ging Domenico Tedesco auf eine Szene ein, die während des Spiels auffiel: den Moment, als er seine Jacke auf den Boden warf. „Mir war sehr heiß, deshalb musste ich meine Jacke ausziehen und wegwerfen. Natürlich kann ich manchmal sehr emotional sein, aber es gibt keinen besonderen Grund dafür“, sagte der Coach.
Selbstkritik zur ersten Halbzeit und Respekt für Alanyaspor
Inhaltlich wurde Tedesco deutlich. „In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr schlechte Leistung gezeigt. Ich muss das sagen, aber das lag an uns“, erklärte er und begründete: Fenerbahce habe nicht die gewünschten Positionen gefunden, zu wenig Ballbesitz gehabt und sei vom Gegner stark unter Druck gesetzt worden. Tedesco verwies zugleich auf die Qualität von Corendon Alanyaspor: Der Gegner habe „mehr Energie“ gezeigt, sei „körperlich weiter“ gewesen und habe ein intensives Spiel mit hohem Tempo aufgezogen.
Besonders eine Szene blieb dem Trainer im Kopf: „Wenn sie drei Tore geschossen hätten, wäre es für uns noch schwieriger geworden“, sagte Tedesco mit Blick auf Möglichkeiten, bei denen Bälle vom Pfosten zurücksprangen. Genau deshalb habe es zur Pause neue Ideen gebraucht.
Turnaround nach der Pause: „Mehr Kontrolle, mehr Ballbesitz“
Für den zweiten Durchgang beschrieb Tedesco einen klaren Planwechsel. „Wir mussten unsere Energie, unser System und unsere Position ändern, und das haben wir in der zweiten Halbzeit auch getan“, betonte er. Das Ergebnis: Fenerbahce habe mehr Kontrolle und im Vergleich zur ersten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz gehabt, den Gegner zurückgedrängt und ihm damit den Rhythmus genommen.
Tedesco erklärte, dass Alanyaspor den enormen Druck aus der ersten Hälfte nach der Pause nicht mehr konstant aufrechterhalten konnte. Gleichzeitig hob er hervor, wie anspruchsvoll die Aufgabe in Alanya sei: „Hier zu spielen ist sehr schwer. Sie sind eine sehr gute Mannschaft, haben einen guten Trainer und gut eingespielte Stürmer, die unglaublich schnell sind.“ Dabei nannte er ausdrücklich Ruan Duarte und Maestro und bezeichnete sie als „die schnellsten Stürmer, die ich in der Süper Lig gesehen habe“.
Tedesco über die Tabelle: „Zu früh, darüber zu sprechen“
Dass der Punkteabstand an der Spitze nun auf einen Punkt geschrumpft ist, registrierte Tedesco, wollte daraus aber keine großen Erzählungen ableiten. „Ja, der Punkteabstand ist jetzt auf eins geschrumpft. Aber es ist noch zu früh, darüber zu sprechen“, sagte der 40-Jährige und richtete den Blick bereits auf die kommenden Aufgaben.
„Talisca muss bei uns bleiben“: Klare Ansage zur Zukunft
Ein zentrales Thema seiner Pressekonferenz war die Zukunft von Anderson Talisca. Tedesco formulierte unmissverständlich: „Ganz einfach. Talisca muss bei uns bleiben. Er muss hier bleiben, weil er für uns ein sehr wichtiger Spieler ist.“ Der Coach lobte dabei auch das Verhalten des Offensivspielers: „Auch heute hat er wieder selbstlos gespielt.“
In seiner Einordnung ging Tedesco ins Detail: Normalerweise sei Talisca die Nummer 10, dort spiele er am besten. Doch auch als Nummer 9 könne er funktionieren, weil er je nach Situation nach vorne schieben oder nach hinten arbeiten könne. Der Trainer unterstrich zudem die Seltenheit dieses Profils: „Es ist sehr schwer, einen solchen Spieler mit dem linken Fuß zu finden. Es ist nicht einfach, einen Spieler mit der Rückennummer 10 zu finden, der so groß ist und einen so guten linken Fuß hat.“ Sein Fazit: „Meiner Meinung nach wird er bleiben. Es ist nur eine Frage der Zeit.“
Europa League als Antrieb und Fokus auf Aston Villa
Auf die Frage nach einem möglichen psychologischen Vorteil für die restlichen Ligawochen antwortete Tedesco offen: „Ich weiß es nicht. Aber das ist mir auch egal.“ Für ihn sei entscheidend, dass noch 17 Spiele vor der Mannschaft liegen – und dass der Fokus nun auf dem nächsten Highlight liegt: dem Spiel gegen Aston Villa in Kadiköy.
Tedesco kündigte an, dass es ein „sehr schweres Spiel“ werde, zumal mehrere Ligagegner viel Zeit zur Vorbereitung hätten und keine internationalen Partien bestreiten müssten. Gleichzeitig bezeichnete er die Europa League als positiven Faktor: Die bisherigen Ergebnisse seien „eine treibende Kraft“, sie gäben Moral und Energie. Außerdem setzte er ein Ausrufezeichen: „Niemand kann uns mehr den Supercup wegnehmen.“
„Lehren ziehen“ – und ein besonderes Lob für Yigit Efe Demir
Auch in einer weiteren Bewertung nach dem Spiel blieb Tedesco bei seiner Linie: „Rekorde sind nicht wichtig. Wichtig ist, dass wir gewinnen.“ Er schilderte erneut, wie schwer es sei, in Alanya zu bestehen, und lobte das Spielsystem des Gegners. Zugleich machte er klar, dass er sich die erste Halbzeit noch einmal anschauen werde: „Wir werden auch aus der ersten Halbzeit dieses Spiels Lehren ziehen.“
Bemerkenswert war, dass Tedesco beim Thema „Spiel entschieden“ nicht nur über Talisca oder Marco Asensio sprach, sondern einen anderen Namen hervorhob: Yigit Efe. „Efe hat uns mit seinem Einsatz geholfen, eine vertikale Verteidigung aufzubauen. Er ist ein junger Spieler, der für uns sehr wertvoll ist“, sagte Tedesco. Er ergänzte: „Wir sind sehr glücklich, Yigit Efe zu haben. Er kann in Zukunft ein wichtiger Spieler für Fenerbahce werden.“
Stimmen der Stars: Musaba über „große Gemeinschaft“, Talisca über den Fokus
Nach dem 3:2-Sieg, bei dem Talisca mit zwei Toren und Anthony Musaba ebenfalls traf, äußerten sich auch Spieler bei beIN SPORTS. Musaba, der sein erstes Tor für Fenerbahce erzielte, sagte: „Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Der andere wichtige Punkt heute war die Reaktion, die wir als Team gezeigt haben. Wir haben drei wichtige und wertvolle Punkte gewonnen.“ Er betonte zudem die Bedeutung des Klubs: „Ich bin Teil einer sehr großen Gemeinschaft. Fenerbahce ist die größte Vereinsgemeinde der Türkei, das Trikot hat ein großes Gewicht.“
Talisca stellte den Teamgedanken in den Vordergrund und knüpfte an die Tabellensituation an: „Ich bin sehr glücklich, aber das ist das Ergebnis unserer guten Teamleistung.“ Er fügte hinzu: „Derzeit beträgt der Abstand einen Punkt. Wir konzentrieren uns nur auf unsere Arbeit und unsere Mannschaft. Wir wollen einfach nur jedes Spiel gewinnen und uns weiter verbessern.“



2 Kommentare
Selbstkritik Gegner loben sympathisch sein Sachen, von denen Sir Okannn nur träumen kann
Sir Okan hat Ismail Kartal sehr gelobt, als das sternelose Cubuklu mit 99 Punkten Vizemeister wurde.