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Home»Fenerbahce»Supercup-Skandal: Fenerbahce-Klubchef Ali Koc schießt hart gegen den Verband
Fenerbahce 6. Januar 2024

Supercup-Skandal: Fenerbahce-Klubchef Ali Koc schießt hart gegen den Verband

Von Gazetefutbol46 Minuten Lesezeit
Ali Koc Fenerbahce Supercup
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Foto: IHA


Fenerbahce-Präsident Ali Koc war als Gesprächspartner am gestrigen Freitagabend zu Gast beim türkischen Nachrichtensender „Habertürk“. Dabei sprach der 56-jährige Klubchef über die Ereignisse, die zu Absage des Supercup-Finales in Saudi-Arabien führten, nannte einige Transferziele des Vereins und kündigte an, nicht noch einmal zur Präsidentschaftswahl antreten zu wollen. GazeteFutbol mit der Zusammenfassung der Kernaussagen von Koc:

  • „Nach dem Treffen und der Entscheidung, das Spiel in Riad abzusagen, habe ich vorgeschlagen, nicht zu sprechen. Ich wollte, dass die Verantwortlichen sich äußern. Es gibt eine Informationsverschmutzung, eine Desinformation. Der ganze Vorfall, der sich um Fenerbahce und insbesondere um mich dreht, Verleumdungen, Lügen. Wir waren mit einer Kommunikationsoperation konfrontiert, die von einem bestimmten Zentrum per Knopfdruck durchgeführt wurde.“
  • „Die einzige Sache, die von allen drei Parteien unterzeichnet wurde, betraf die Logistik. Es gibt ein Protokoll beim TFF, aber das kennen wir nicht. Sie sagten, es sei vertraulich, wir müssten vor Ort einen Blick darauf werfen. Es wurde behauptet, dass es in letzter Minute Auflagen der Vereine gab. Das ist etwas, was der Verband in die Welt gesetzt hat, um die Verantwortung loszuwerden. Wir wollten in unserem klassischen gestreiften Trikot auflaufen. Wir haben nicht auf einer Fahne bestanden. Am Morgen vor dem Spiel haben wir einen Brief geschrieben, in dem wir auf das T-Shirt und die Fahne hingewiesen haben, mit denen wir uns aufwärmen wollten. Wir haben keine schnelle Antwort erhalten. Unser T-Shirt und das von Galatasaray wurden genehmigt. Wir wollten mit unserem gestreiften Trikot auflaufen und Galatasaray mit seinem Trikot zum 100-jährigen Bestehen, aber wir wissen nicht, ob das genehmigt wurde oder nicht.“
  • Wir haben so sehr auf den ausländischen Schiedsrichter gedrängt, waren so überzeugt, dass der TFF diese Ansicht teilte. Der Verband traf sich auch mit Schiedsrichtern im Ausland. Nach dem Vorfall mit dem Faustschlag vollzog der TFF-Präsident eine 180-Grad-Wendung. Das Thema wurde ad acta gelegt. Wir waren so beharrlich in dieser Frage, dass wir sogar in Erwägung zogen, mit der U19-Mannschaft zu spielen. Warum haben wir um einen ausländischen Schiedsrichter gebeten? Fenerbahce wurde in den letzten zehn Jahren so oft ungerecht behandelt, dass wir für dieses eine Spiel einen ausländischen Eliteschiedsrichter haben wollten.“
  • „Wir haben am Tag des Spiels mit saudischen Offiziellen kommuniziert. Wenn die Korrespondenz aufgedeckt wird, wird die Wahrheit ans Licht kommen. Es gibt ein großes Fiasko. Wir versuchen, der Sache auf den Grund zu gehen. Wie konnte das passieren?“




  • Es gibt keine Last-Minute-Auflagen von unserer Seite. Wir dachten, dass alles seinen normalen Gang geht. Wenn sie uns einmal gesagt hätten, dass dieses oder jenes von Saudi-Arabien nicht akzeptiert wird. Dann hätten wir alles entsprechend organisiert oder das Spiel dort nicht austragen. Wir haben das Stunden vor dem Spiel erfahren. Als die Parla-Hymne abgesagt wurde, wurde das so verstanden, als ob die Nationalhymne abgesagt wurde. Fenerbahce wollte sich mit einem bestimmten T-Shirt aufwärmen. Es wurde der Eindruck erweckt, als ob wir das Trikot in letzter Minute geändert hätten, absichtlich oder unabsichtlich. Der Verbandsfunktionär sagt, dass dies auf höchster Ebene entschieden wird. Das ist nichts Konkretes.“
  • „Wir wussten nichts Bescheid, was am Tag des Spiels geschah. Wir waren sogar noch auf der Suche nach Karten für unsere Gäste.“
  • „Am 28. Dezember kam ein weiterer Brief vom TFF. Es ging um das Trikot, in dem unsere Kinder spielen würden. Auf der Vorderseite war das Logo unseres 100-jährigen Bestehens zu sehen und auf der Rückseite das Wort von Atatürk. Beide Mannschaften sollten mit dem Spruchband „Alles Gute zum 100. Jahrestag unserer glorreichen Republik“ auflaufen.“
  • „Der TFF ist sich des Problems bewusst, aber die Idee war offenbar, dass wir dorthin fahren und das Problem irgendwie lösen werden, und das Spiel wird nach der Ankunft der Mannschaften stattfinden. Das Banner, von dem die Vereine sagten, es würde mit diesem Banner gezeigt werden, wurde aus dem Programm entfernt. Ein neues Banner wurde gedruckt. „Herzlichen Glückwunsch zum 100. Jahrestag!“, hieß es.
  • „Ich sage, lasst Frieden sein, lasst die Menschlichkeit siegen, in Bezug auf das, was unsere palästinensischen Brüder und Schwestern durchmachen. Es gibt Bilder, die wir nicht akzeptieren können. Als Neujahrsbotschaft: Lasst die Menschlichkeit siegen, lasst den Frieden siegen. Ich sage die Botschaft unseres Atatürks ‚Friede zu Hause, Friede in der Welt‘. Ich denke, es gibt dort ein Problem damit, als wurde verhandelt. Auch sagte ich nicht, dass wir das Spiel nicht austragen werden, wenn es nicht zustande kommt.“
  • „Nach den FIFA-Regeln darf die Polizei die Umkleidekabinen nicht betreten. Die Polizei ist in die Umkleidekabinen eingedrungen und hat unsere Banner und die von Galatasaray mitgenommen. Zudem wurde erklärt, dass alle Spieler vor dem Spiel abgetastet werden von der Polizeit. Dann haben beide Mannschaften im Hotel angerufen und den Fußballern gesagt, dass sie ihre Zimmer nicht verlassen sollen.“
  • „Wenn wir der Sache auf den Grund gehen, sind die Saudis die am wenigsten schuldige Partei in diesem Prozess. Soweit wir wissen, sind die Probleme schon lange vor dem Spiel aufgetreten. Ich kann nicht sagen, dass sie sehr tolerant sind. Wenn zwei ausländische Mannschaften in unser Land kommen, müssen sie auf unsere Empfindlichkeiten Rücksicht nehmen. Ob man das nun gut findet oder nicht, ob man es gutheißt oder nicht. Wenn es in Saudi-Arabien solche Empfindlichkeiten gibt, sollen wir dies erst am Tag des Spiels herausfinden? Ein paar Stunden vor dem Spiel? Die Verantwortung liegt hier bei der TFF, das ist ganz klar.“
  • „Die Mannschaft war sehr gut vorbereitet. Dass wir das Spiel nicht gespielt haben, war ein Nachteil für uns. Gerüchten zufolge soll es in Samsun oder Ankara ausgetragen werden. Aber bitte nicht im Januar, wir haben sieben Spiele.  Wir werden spielen, wo immer sie sagen. Wenn sie sagen, wir spielen im Januar, werden wir dies jedoch ablehnen. Fenerbahce kann nicht Meister werden, solange Ali Koc das Sagen beim Klub hat. Solche Aussagen sehe ich immer wieder. Ich habe nicht vor, erneut zu kandidieren. Meine Idee ist es, am Ende der zweiten Amtszeit nicht mehr Präsident zu sein. Ich werde nicht kandidieren, aber ich habe auch gelernt, niemals ’nie‘ zu sagen.“ Auf unseren Bus wurde geschossen, der Täter ist noch unbekannt. Niemand schließt Frieden mit uns. Wir sind die Vereinsgemeinde, die sich gegen diese terroristische Organisation unter der Führung von Präsident Aziz Yildirim gestellt hat.“
  • Der Präsident des türkischen Fußballverbandes Mehmet Büyükekci sollte zurücktreten, forderte Koc weiter: „Ich war sein größter Unterstützer, aber der Präsident des Verbandes sollte zurücktreten.“
  • Zu den Transferaktivitäten ergänzte der Vereinsoberste von Fenerbahce: „(Rade) Krunic war ein Thema im Sommer. Es ist ein Spieler, das unser Trainer sehr will. Mailand hat im Sommer abnormal viel Geld verlangt. Er hat in der Hinrunde nicht viel gespielt. Er will zu Fenerbahce kommen. Die Verhandlungen sind im Gange. Aber ich sage gleich, die Gelder, die wir im Sommer geboten haben, können wir jetzt nicht mehr offerieren. Unsere Konditionen müssen passen. (Stefan) Savic ist ein sehr guter Spieler. Aber er ist sehr, sehr teuer. Seine Gehaltsvorstellung ist extrem hoch. Wir müssen einen ausländischen Innenverteidiger und fürs Mittelfeld eine Nummer sechs oder acht holen. Der Rest hängt von den Spielern ab, die uns verlassen.“

4 Kommentare

  1. efsane07 (Fenerbahce) Am 7. Januar 2024 10:06

    Ich finde es total schwer insbesondere ein 2 Stunden Ali Koc Interview in einen kompakten Artikel 1.) ins Deutsche zu übersetzen und dann auch noch 2.) die wichtigsten Eckpunkte davon einigermaßen zusammenzufassen, wenn das hier jemand besser kann als die GF Redaktion, dann kann er sich gerne mal daran versuchen.

    Natürlich wurde hier einiges aus verständlichen Gründen weggelassen, aber dennoch ist das Wichtigste im GF Artikel wiederzufinden, deshalb möchte ich mich bei der GF Redaktion dafür nochmal recht herzlich bedanken.

    Und nochwas, wenn man (aus Faulheit) keinen Bock hat den gesamten Artikel zu lesen, dann kann man dafür nicht die GF Redaktion verantwortlich machen, dann muss man eben zu Twitter gehen und dort irgendeinen Einzeiler dazu lesen oder liebe Fussballfreunde? 😉

  2. mastika (Galatasaray) Am 7. Januar 2024 2:56

    Meine fresse, dieser text hat so viele fehler, ich habe nach der hälfte aufgehört weiter zu lesen.

  3. efsane07 (Fenerbahce) Am 6. Januar 2024 11:08

    Ich finde die Zusammenfassung gelungen, dafür möchte ich mich zuerst einmal recht herzlich bei der GF Redaktion für die schnelle Zusammenstellung dieses wichtigen Artikels bedanken.

    Ich denke schon, dass wir durch das Ali Koc Interview etwas mehr Klarheit zu den Vorkommnissen in Saudi Arabien am Abend des Spupercupfinales gewinnen konnten, auch wenn viele von uns mit ihren Vermutungen schon im Vorfeld absolut richtig lagen, dass der TFF hier der Hauptschuldige für diese grottenschlechte Organisation war das letztendlich in seiner Konsequenz zum Spielboykott führte.

    Nach den ganzen Anfeindungen in den türkischen Medien gegen Ali Koc blieb ihm einfach keine andere Wahl, als die Tatsachen in der Öffentlichkeit etwas gerade zu rücken und ein klein wenig mehr Klarheit in diese Angelegenheit zu bringen.

    Ich bin auch klar der Ansicht, dass dieser inkompetente TFF Präsident spätestens nach dem erneuten Skandal in Saudi Arabien vom Amt entfernt werrden sollte und Ali Koc sollte am Ende der Saison auch nicht mehr erneut für das Amt des FB Präsidenten kandidieren, da er keinerlei sportliche Erfolge in seiner Amtszeit vorzuweisen hat.

  4. obito_uchia Am 6. Januar 2024 10:32

    Er hat viele Fehler gemacht , aber das heißt nicht das der Nachfolger besser sein wird. Der Tag wird kommen andem wir einen Ali Koc vermissen werden.

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