Süper Lig

Sumudicas Abrechnung: „Fühlte mich betrogen!“


Was war das für eine ereignisreiche letzte Woche bei Gaziantep FK? Nach dem 2:0-Sieg über MKE Ankaragücü am vergangenen Dienstag eroberten die Südostanatolier zwischenzeitlich sogar die Tabellenführung. Friede, Freude, Eierkuchen dachten sich die Verfolger der Süper Lig. Doch dann deutete Chefcoach Marius Sumudica, der maßgeblich am Erfolg beteiligt ist, wie aus heiterem Himmel seinen Abschied an. Der 49-jährige Rumäne beklagte, dass seine Forderungen nach neuen Spielertransfers nicht erfüllt werden würden und bestätigte zudem eine Offerte seines Ex-Klubs Al-Shabab Riad: „Ich will zwei Spieler verpflichten, aber unser Budget reicht nicht aus. Es ist schwer für mich unter diesen Umständen weiterzumachen. Mir wurde ein Angebot unterbreitet, das ich nicht ablehnen kann. Ich möchte meinen Vertrag in Antep erfüllen, aber die Summe, die mir angeboten wurde, ist sehr hoch. Ich denke bis nächste Woche herrscht Klarheit”, zitierte “NTV Spor” den Übungsleiter vor der Partie am letzten Wochenende gegen Demir Grup Sivasspor.

Antep bittet um Gehaltsreduzierung – Sumudica verteilt 80.000 Euro-Spielerprämien 

Auf Nachfrage der Journalisten bei Vereinspräsident Mehmet Eksi bekamen die Fans der Rot-Schwarzen etwas ganz anderes zu hören: „Mit unserem Trainer Marius Sumudica haben wir gestern erstmals Gespräche geführt. Die Verhandlungen liefen sehr positiv. Wir werden den Vertrag mit unserem Trainer verlängern. Unser Trainer mag uns sehr und wir schätzen ihn sehr.” Vor der Begegnung bei Sivasspor trafen sich die Klub-Verantwortlichen mit dem Trainer, um Vertragsgespräche zu führen. Allerdings kam es zu keiner Einigung. Nach der 1:2-Niederlage bei Sivasspor entwickelte sich die Thematik zwischen Sumudica und dem Vorstand zu einer öffentlichen Schlammschlacht. Im Post-Match-Interview äußerte sich der frühere Kayserispor-Trainer zu den Vertragsverhandlungen: „Als sich jeder auf das Spiel fokussieren sollte, verbreitete der Vorstand eine Falschmeldung, dass sie mir ein höheres Gehalt angeboten hätten. Wir haben uns gestern mit dem Präsidenten getroffen und er wollte eine zehnprozentige Gehaltsreduzierung. Ich werde das nicht akzeptieren, da ich allein den Spielern eine Prämie in Höhe von 80.000 Euro ausgezahlt habe. Dies habe ich von Herzen gern gemacht. Der Präsident hat daraufhin gefragt, wieso ich den Spielern Geld gebe, dem Klub aber nicht.“

„Werde meine Frau anrufen, damit sie mir Geld schickt“

Sumudica weiter: „Nach dem wir uns verabschiedeten, kamen sie wieder zu mir ins Zimmer und unterbreiteten mir ein Angebot, das um 80.000 Euro höher als das vorherige war. Und ich sollte die 80.000 Euro durch acht Leute teilen. Mein Gehalt liegt bei 600.000 Euro. Ich kann es nicht nachvollziehen, dass man einem erfolgreichen Trainer ein solches Angebot macht. Bis zum Saisonende bin ich definitiv noch hier. Auch habe ich das Angebot aus Saudi Arabien abgelehnt, um weiterhin in der Türkei zu bleiben. Ich habe das Angebot als eine Beleidigung von Gaziantep wahrgenommen. Nun werde ich meine Frau anrufen, damit sie mir Geld schickt und ich dem Klub finanzielle Hilfe leisten kann.“ Zu dieser finanziellen Unterstützung seitens Sumudica kam es im Grunde gar nicht mehr, weil der Vorstand um Klubchef Eksi die Reißleine zog und den Rumänen nach knapp 1,5-Jahren trotz sportlich starker Leistungen entließ. Das Ausplaudern von Vereinsinterna wurde dem Rumänen zum Verhängnis. Sumudica holte mit dem aktuellen Tabellendritten der türkischen Liga in 51 Partien 20 Siege und 19 Remis.




Sumudicas Abrechnung: „Fühlte mich betrogen!“

Nach seiner Entlassung sprach der gebürtige Bukarester über seine Entlassung und rechnete mit dem Vereinspräsidium ab: „Ich wollte nicht nach Saudi Arabien, sondern in Europa bleiben. Vor dem Sivas-Spiel haben wir ein Gespräch mit dem Vorstand geführt und mir wurde mitgeteilt, dass es finanzielle Probleme gibt. Man könne nur weitermachen, wenn man beim Gehalt eine gewisse Einsparung vornimmt. Ich bin daraufhin aufgestanden und wollte nicht mehr weiterverhandeln, da ich mich auf die morgige Partie konzentrieren musste. Ich fühlte mich betrogen. Nach dem Gespräch ist ein Vorstandsmitglied ins Zimmer gekommen und hat mir gesagt, dass eine kleine Erhöhung gemacht werden könne. Daraufhin teilte ich ihnen mit, dass ich nicht die gleichen Gedanken hege und nur meinen Vertrag erfüllen möchte. Sie übten Druck aus und wollten den neuen Vertrag innerhalb von zwei Stunden über die Bühne bringen. Einige Verantwortliche verbreiteten Gerüchte, dass ich auf mehr Geld aus war, obwohl ich ihnen sagte, dass dies nicht der Wahrheit entspricht.“

Nur ein Witz: Sumudica entschuldigt sich bei Stadt und Verein

Der Rumäne entschuldigte sich im weiteren Verlauf bei der Stadt Gaziantep und dem Vereinspräsidenten: “Ich fühlte mich wirklich betrogen. Viele Trainer würden hier gerne arbeiten, aber ich habe mich in dem Moment gekränkt gefühlt. Sie haben mir gesagt, dass sie der Scherz mit meiner Frau gestört hat. Ich möchte von keinem Mitleid. Es war mir in dem Moment nicht klar, dass der Witz zu übertrieben war. Die Stadt fühlte sich daraufhin gekränkt, jetzt verstehe ich sie auch im Nachhinein. Nach der Niederlage habe ich lediglich die Wahrheit gesagt und den Witz auch wiederholt. Ich entschuldige mich bei Stadt Gaziantep und dem Präsidenten. Ich habe ihnen vieles zu verdanken, sie haben mir ein gutes Arbeitsumfeld ermöglicht. Genau deswegen wurde mir gesagt, dass sie nicht mehr mit mir weiterarbeiten möchten. Ich hinterlasse etwas Schönes und wünsche dem Klub, dass sie noch mehr erreichen als mit Sumudica. 19 Spieler haben sich bei mir gemeldet und nicht verstehen können, wieso ich gehen musste. Beispielsweise ist Kevin Mirallas einer von vielen, der meine Arbeit würdigte und mich als einen seiner besten Trainer lobte. Ich wurde zum besten Trainer in der Türkei gewählt und war davon überzeugt, dass wir einen Europapokalplatz ergattern würden.“


Vorheriger Beitrag

Erol Bulut: „Drei Punkte durch eine kluge Spielweise“

Nächster Beitrag

GazeteFutbols Europa-Tour: Cenk Tosun sorgt für Eklat, Söyüncü gibt Comeback

Keine Kommentare

Schreibe ein Kommentar