Derby d’Italia mit Drama: Inter trifft spät und holt den nächsten Big-Point
Inter Mailand hat in der 25. Spielerwoche der Serie A das Topspiel gegen Juventus Turin mit 3:2 gewonnen und im Giuseppe-Meazza-Stadion den nächsten Schritt im Titelrennen gesetzt. Der Abend wurde zur Belastungsprobe für die Gäste aus Turin, die ab der 42. Minute in Unterzahl spielen mussten – und trotzdem bis in die Schlussphase im Spiel blieben. Am Ende entschied ein später Treffer die Partie, Inter behielt die Nerven, brachte das Spiel über die Linie und untermauerte seine Titelambitionen.
Für die türkischen Fans standen zwei Namen besonders im Fokus: Hakan Calhanoglu kehrte nach überstandener Verletzungspause zurück und kam in der zweiten Halbzeit ins Spiel. Auf der anderen Seite wurde Kenan Yildiz im letzten Drittel ausgewechselt und musste zusehen, wie Inter den späten Punch setzte.
Frühe Eigentore-Schlagzeilen: Cambiaso trifft auf beiden Seiten
Das Spiel nahm früh Fahrt auf. In der 17. Minute ging Inter in Führung – und ausgerechnet Andrea Cambiaso stand im Zentrum der Szene: Der Treffer fiel als Tor in das eigene Netz der Gäste, Inter lag damit 1:0 vorn. Juventus brauchte danach nicht lange, um zurückzuschlagen. In der 26. Minute war es erneut Cambiaso, der dieses Mal ins richtige Tor traf und den Spielstand auf 1:1 stellte.
Damit war das Derby d’Italia früh aufgeladen: Zwei Tore, zweimal derselbe Name – und ein Spiel, das bereits nach einer guten halben Stunde den Charakter eines Abends hatte, an dem Kleinigkeiten alles kippen können.
Kalulu fliegt: Juventus ab Minute 42 in Unterzahl
Der zentrale Einschnitt folgte kurz vor der Pause. Pierre Kalulu sah in der 42. Minute die Rote Karte nach einer zweiten Gelben – „Juve“ musste den Rest der Partie mit zehn Mann bestreiten. Für Inter war das die Einladung, die Kontrolle stärker zu übernehmen, für Juventus begann die Phase, in der jeder Laufweg, jeder Zweikampf und jede Absicherung doppelt anstrengend wurde.
Trotz Unterzahl war die Partie zur Halbzeit offen. Juventus hielt das 1:1, Inter musste geduldig bleiben – und genau diese Geduld wurde in der Schlussphase belohnt.
Calhanoglu-Comeback: Inter bringt den Spielmacher nach der Pause
In der 54. Minute kam Hakan Calhanoglu ins Spiel. Der türkische Nationalspieler startete nach seiner Verletzung zunächst auf der Bank und wurde dann für Nicolo Barella eingewechselt, der kurz zuvor den Gelben Karton gesehen hatte. Damit setzte Inter ein klares Zeichen: Mehr Ruhe in Ballbesitz, mehr Kontrolle im Zentrum, mehr Struktur für die entscheidenden Momente.
Auf der Gegenseite blieb Kenan Yildiz zunächst auf dem Feld, konnte jedoch in Unterzahl nicht mehr dauerhaft für Entlastung sorgen. In der 75. Minute verließ er den Platz, Jeromie Boga kam für ihn – eine Entscheidung, die das Gewicht des Abends unterstrich: Juventus musste reagieren, Inter drückte.
Schlussphase explodiert: Esposito und Zielinski entscheiden, Locatelli hält Juventus kurz am Leben
Der entscheidende Abschnitt begann in der 76. Minute: Inter ging durch Francesco Pio Esposito mit 2:1 in Führung. Juventus antwortete jedoch – und zeigte, dass auch zehn Mann in einem Derby d’Italia nicht automatisch das Ende bedeuten. In der 83. Minute traf Manuel Locatelli zum 2:2, die Gäste waren wieder da und hielten das Stadion für einen Moment ruhig.
Doch die „Nerazzurri“ hatten noch eine letzte Antwort. In der 90. Minute fiel der späte Treffer: Piotr Zielinski brachte Inter erneut nach vorn und machte das 3:2 perfekt. Damit „zerstörte“ Inter das lange Zeit widerstandsfähige Juventus in der Schlussphase und sicherte sich den Prestige-Sieg im direkten Duell und sorgte für große Enttäuschung bei den „Bianconeri„.
Tabelle und Eckdaten: Inter vorne, Juventus verliert Boden
Mit dem Sieg steht Inter Mailand bei 61 Punkten und bleibt an der Spitze der Serie A und ist klar auf Titelkurs. Die Lombarden konnten den Vorsprung auf Verfolger und Stadtrivalen AC Mailand (53) somit zumindest vorläufig bis auf acht Zähler erhöhen. Juventus hat nach der Niederlage 46 Punkte. Für Inter war es ein Abend, an dem ein später Treffer und die bessere Kontrolle in den entscheidenden Momenten den Ausschlag gaben – und an dem die Rückkehr von Calhanoglu zusätzliche Stabilität brachte.
Juventus nimmt aus Mailand vor allem das Gefühl mit, trotz Unterzahl bis kurz vor Schluss im Spiel gewesen zu sein – aber am Ende genau in dem Moment getroffen worden zu sein, in dem die Kraft nachließ und die kleinsten Fehler am meisten weh tun. Die „Alte Dame“ dürfte nach dem Punkterückstand von 15 mithin keine aktive Rolle mehr im Titelrennen spielen und muss sich auf die direkte UEFA Champions League-Qualifikation konzentrieren.


