Bei der offiziellen Eröffnung des Projekts FIFA Arena in Riva hat FIFA-Präsident Gianni Infantino eine bemerkenswert emotionale Botschaft an die Türkei gesendet. Vor Vertretern aus Politik und Fußball lobte er nicht nur die Teilnahme der türkischen Nationalmannschaft an der WM 2026, sondern stellte auch seine enge Verbindung zum Land heraus. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Projekt, das Kindern den Zugang zu Fußballplätzen erleichtern und die Basis des Sports verbreitern soll.
FIFA Arena startet in der Türkei mit 11 fertigen Standorten
Das Projekt wurde mit dem Ziel ins Leben gerufen, Kindern und Jugendlichen einen sicheren und dauerhaften Zugang zum Fußball zu ermöglichen. In der Türkei sind bislang elf Standorte fertiggestellt worden, vor allem in den vom Erdbeben betroffenen Regionen. Der in Riva eröffnete Platz ist nach den Angaben vor Ort das neunte eingeweihte Feld und zugleich der erste FIFA-Arena-Standort mit Solarpanelen und Umkleideräumen.
Das Protokoll in Riva war prominent besetzt. Neben Gianni Infantino nahmen Jugend- und Sportminister Osman Askin Bak, TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu, FIFA-Entwicklungsdirektor Arsene Wenger sowie weitere frühere TFF-Funktionäre an der Zeremonie teil.
Osman Askin Bak lobt Projekt und WM-Qualifikation
Minister Osman Askin Bak erklärte, die Türkei freue sich über ein sehr wertvolles Projekt für den Nachwuchsfußball. Gleichzeitig verwies er auf die erfolgreiche WM-Qualifikation der Nationalmannschaft nach 24 Jahren und betonte das große Vertrauen in die aktuelle Generation sowie in Nationaltrainer Vincenzo Montella.
„Wir danken Ihnen für Ihre Unterstützung, Herr Infantino. Wir unterstützen Ihr Projekt.“ Zugleich hob Bak hervor, dass in der Türkei bislang auf Anweisung des Präsidenten 3.984 Kunstrasenplätze gebaut worden seien. Auch der Blick auf kommende Großereignisse fehlte nicht. Der Minister erinnerte daran, dass die Türkei gemeinsam mit Italien die EM 2032 ausrichten werde und zudem das UEFA-Europa-League-Finale 2026 sowie das UEFA-Conference-League-Finale 2027 in der Türkei stattfinden sollen.
Infantino lobt die Türkei und nennt Senes Erzik eine Legende
Infantino begann seine Rede mit Glückwünschen an die türkische Nationalmannschaft zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Gleichzeitig würdigte er frühere und aktuelle Vertreter des türkischen Fußballs. Besonders deutlich fiel sein Lob für Senes Erzik aus. „Senes Erzik hat viele spannende Seiten geschrieben, er ist eine der Legenden des türkischen Fußballs.“
Der FIFA-Präsident erinnerte zudem an die gemeinsame Zeit mit Erzik und sprach von vielen schönen Erinnerungen. Auch die früheren Präsidenten des türkischen Fußballverbands grüßte er ausdrücklich. Danach richtete er den Blick auf die Gegenwart und sagte, es sei für ihn eine Freude, in Istanbul zu sein und die türkische Fußballfamilie in einem so besonderen Moment gemeinsam zu sehen.
„Wenn es eine Stadt und ein Land gibt, die Zivilisationen repräsentieren, dann sind es die Türkei und Istanbul“
Im weiteren Verlauf seiner Rede wurde Infantino sehr grundsätzlich. „Wenn es eine Stadt und ein Land gibt, die Zivilisationen repräsentieren, dann sind das die Türkei und Istanbul.“ Damit unterstrich er die symbolische Bedeutung des Standorts ebenso wie die besondere Rolle des Landes im internationalen Fußball.
Zugleich stellte er die sozialen Ziele des Projekts in den Vordergrund. Die FIFA wolle weltweit mindestens 1.000 Standorte eröffnen. Für die Türkei seien zunächst 60 Standorte geplant, möglicherweise aber auch 100. Vor allem im Erdbebengebiet solle das Projekt helfen, Kindern durch den Fußball wieder ein Lächeln zu schenken und sichere Treffpunkte für junge Menschen zu schaffen.
„Mein Herz schlägt definitiv mit der Türkei“
Am stärksten beachtet wurde jene Passage, in der Infantino seine emotionale Nähe zur Türkei offen aussprach. „Mein Herz schlägt definitiv mit der Türkei.“ Danach setzte er mit einem persönlichen Einschub nach: „Nicht nur, weil ich Kebab so liebe, sondern weil es so viele andere Gründe gibt.“
Der FIFA-Präsident sagte außerdem, dass er sich darauf freue, die WM-Spiele der türkischen Nationalmannschaft zu sehen. „Es werden drei Spiele in der Gruppenphase ausgetragen, aber ich bin mir sicher, dass die Türkei viele Spiele bestreiten wird.“ Danach formulierte er sogar die Hoffnung auf einen langen Lauf: „Auf dem Weg zum Pokal werden es acht Spiele sein.“
Infantino nennt Kenan Yildiz, Hakan Calhanoglu und Arda Güler als Vorbilder
Im Zusammenhang mit dem FIFA-Arena-Projekt schlug Infantino auch den Bogen zu den Träumen der Kinder. Er sagte, dass jeder junge Spieler davon träume, ein Star wie Kenan Yildiz, Hakan Calhanoglu oder Arda Güler zu werden. Genau deshalb sei es entscheidend, Kindern Plätze und Chancen zu geben.
Diese Verbindung zwischen Infrastruktur und Vorbildern zog sich durch seine gesamte Rede. Für Infantino bedeutet das Lächeln eines Kindes auf dem Fußballplatz letztlich ebenso viel wie ein großer sportlicher Triumph. Er sagte sinngemäß, dass es sich anfühle, als würde man jeden Tag eine Weltmeisterschaft gewinnen.
Haciosmanoglu: „Diese Investitionen legen den Grundstein für die Stars von morgen“
Auch TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu betonte die Bedeutung des Projekts. Er sprach von einem stolzen Tag für den türkischen Fußball und verwies ebenfalls auf die Rückkehr der Türkei zur Weltmeisterschaft nach 24 Jahren. „Wir sehen die Weltmeisterschaft als Gelegenheit, unsere Erfolgsgrenze noch weiter nach oben zu legen.“
Besonders wichtig war ihm die Wirkung auf Kinder und Jugendliche. „Diese und ähnliche Investitionen werden den Grundstein für das Wachstum der Vorbilder und Stars von morgen legen.“ Haciosmanoglu erklärte zudem, dass die Türkei zu den ersten Verbänden gehört habe, die sich an der von Infantino gestarteten Initiative beteiligt haben. Von den geplanten 60 FIFA-Arena-Standorten seien bereits elf fertiggestellt, die ersten acht in den besonders stark vom Erdbeben betroffenen Provinzen.
Eröffnung mit Banddurchschnitt und Geschenkübergabe
Nach den Reden überreichten Osman Askin Bak und Ibrahim Haciosmanoglu dem FIFA-Präsidenten ein Geschenk. Anschließend schnitt das Protokoll gemeinsam das Eröffnungsband durch. Damit wurde das neue FIFA-Arena-Feld offiziell eröffnet und in den Dienst der Jugendlichen gestellt.
Die Veranstaltung in Riva war damit weit mehr als nur eine symbolische Einweihung. Sie verband die WM-Euphorie rund um die türkische Nationalmannschaft mit einem konkreten Infrastrukturprojekt für den Nachwuchs. Vor allem aber blieb nach dem Tag ein Satz hängen, der im türkischen Fußball noch lange nachhallen dürfte: „Mein Herz schlägt definitiv mit der Türkei.“
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